Taufe

Taufe.

Nikodemus traut sich nur mitten in der Nacht zu Jesus. Er war ein führender Mann unter den Juden, deshalb konnte er sich nur heimlich zu dem Rabbi aus Galiläa schleichen. Die Wunder – wie die Brotvermehrung, Krankenheilungen und Totenerweckungen –  haben den Pharisäer überzeugt. Doch Jesus spricht nicht von alldem. „Amen, amen ich sage dir. Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Nikodemus bringt es auf den Punkt. Können wir den Geburtsvorgang rückgängig machen? Als Erwachsener in den Schoß der Mutter zurückkehren? Er hatte Jesus wortwörtlich verstanden, die zweite Geburt sich handgreiflich ausgemalt. Ob Jesus gelächelt hat? Auf jeden Fall nimmt er seine Worte nicht zurück,  sondern bekräftigt sie.  Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Nikodemus hat die  Wunder miterlebt – Lahme,  die laufen können, Blinde die sehen können.  Jesus aber geht es  um die Wirklichkeit hinter den Wundern. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Leibliche Gesundheit – das ist Fleisch. Befreiung von  Sünde und Bosheit – das ist Geist. Sättigung des Magens – das ist Fleisch. Zufriedenheit in Gott – das ist Geist. Staunen über das außergewöhnliche Wunder – das ist Fleisch, was hinter diesem Zeichen steht –  das ist Geist. Die Geburt ist ein unsagbares Wunder. Die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, so wie wir sie in der Taufe feiern, ist das Zeichen des Geistes. Sie,  liebe Eltern wollen nicht,  dass N. ein nur innerweltliches Leben führt – . essen, schlafen, arbeiten. Das kann doch nicht alles sein? Das Fleisch als Inbegriff alles  Irdischen, ist eben nicht genug für ein erfülltes Leben. Die Taufe und der gelebte Glaube werden zu einem inneren Reichtum führen, der unser eigentliches Glück ausmacht. Der Geist durchströmt N.  im Sakrament  der Taufe. Klar, unsere Sinne sehen und hören nur das Fleischliche: Wasser über den Kopf und die Taufformel. Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Aber hinter diesen äußeren Handlungen verbirgt sich eine unsichtbare Wirklichkeit,  die noch beglückender und herrlicher ist als die leibliche Geburt. Jesus lässt keinen Zweifel daran, dass die Taufe heilsnotwendig ist. Das Reich Gottes erschließt sich dem, der sich so mit Gott verbinden lässt.  Jede Geburt ist mit Schmerzen verbunden. Das gilt auch von der Wiedergeburt der Taufe. Schon die ersten Jünger Jesu haben Demütigungen und Verfolgungen erdulden müssen. Der Jünger ist nicht größer als sein Meister, sagt Jesus. Wer sich für die Taufe entscheidet, ist sich bewusst, dass er einen manchmal unbequemen Weg wählt. Aber diese Geburtswehen verblassen angesichts der Fülle und Freude, die Gott uns bereitet. Eine innere Kraft trägt den Getauften durch alle Schwierigkeiten hindurch. Ein neues Leben wird N. durch die Taufe geschenkt. In der Ostkirche werden Kinder noch heute durch Untertauchen getauft. Wer schon einmal im Schwimmbad von jemandem untergetauscht  wurde,  weiß, wie erlöst man sich fühlt, wenn man wieder auftauchen kann. Das ist wie ein neues Leben. Aus Wasser und Geist geboren wird N. jetzt im Sakrament der Taufe.           

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