Verkündigung des Herrn A Lk 1,26-38

Verkündigung des Herrn A 2014

Einleitung

Maria zeigt uns: Wenn der Mensch seinen Willen mit dem Willen Gottes vereinigt, wird das Leben gelingen. Sie reagierte auf die Botschaft des Engels mit dem Satz: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. “ (Lk 1,38). Maria  bemüht sich,  Gottes Willen anzunehmen und will, dass dieser Wille auf der ganzen Erde Frucht bringt.  

Predigt

Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coehlo bezeichnet Maria als das „weibliche Antlitz Gottes.“ Gott ist nicht nur ein gerechter Richter oder unser Schöpfer. Zu Gott können wir eine ähnliche Beziehung haben wie zu einer Mutter. Wir können Gott vertrauen und uns an ihn mit ganzem Herzen wenden, er versteht die Sprache unseres Herzens. Man unterscheidet die Sprache des Verstandes von der  Sprache des Herzens. Die Sprache des Verstandes brauchen wir zum Zählen, wenn wir uns überlegen, wie viel wir einkaufen sollen, wenn wir etwas planen oder unternehmen. Die Sprache des Herzens brauchen wir, wenn es um wesentliche Dinge geht, wie die Beziehung zu anderen Menschen und die Beziehung zu Gott. Gott führt uns auf den richtigen Weg. Das heutige Fest ist dazu sehr aktuell.

Jedem wird verkündet, wie sehr ihn Gott liebt und jeder sollte wie Maria darauf antworten: Mir geschehe, wie du gesagt hast. Wir leben nicht auf einer Insel der Seligen, aber unser Leben ist begleitet und beschützt von  Gott, denn Gott ist die Liebe. Wer versucht, nur nach seinem eigenen Willen zu leben, der hat das falsche Rezept für ein gelingendes Leben. Gottes Willen anzunehmen, das bringt reiche Frucht.

Vor hundert Jahren gab es zwischen Schwarzen und Weißen in Amerika große Probleme. Davon erzählt eine Begebenheit im Staat Alabama. Eine weiße Frau hatte einen Schwarzen gefragt, ob er nicht Geld verdienen will durch Holzfällen. Der Schwarze lächelte und ging mit ihr. Er krempelte die Ärmel auf, hackte Holz und schlichtete es. Das sah ihre Tochter und sagte: „Mutti, dieser schwarze Mann, denn du angeheuert hast, ist doch Professor Washington, der Direktor eines Institutes in Alabama.“ Am nächsten Tag entschuldigte sich ihre Mutter bei ihm. Washington aber sagte: „Madame, es ist alles in bester Ordnung, es stört mich überhaupt nicht, gelegentlich eine manuelle Arbeit zu tun. Ich denke, es tut mir gut und es ist mir außerdem ein Vergnügen, etwas für meine Freunde zu machen.“ Die Frau schüttelte ihm die Hand und sie war sehr gerührt über dessen Bescheidenheit und er gewann ihre besondere Gunst. Später unterstützte sie finanziell mit mehreren reichen Freunden sein Institut.

Marias Demut und Bescheidenheit ist zum Segen für die Welt geworden.  Es gibt egoistische Menschen, die nur an sich selbst denken, aber es gibt auch Menschen, die mit Liebe und Hingabe anderen dienen. Diese Menschen lassen sich von der Sprache ihres Herzens führen. Wie schön wäre es, wenn auch wir alle zu diesen Menschen gehören würden.

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