Karsamstag 2014

Ein Wasserträger in Indien hatte zwei gleich große irdene Töpfe. Sie hingen an beiden Enden einer langen Stange, die er über den Nacken legte. Einer der Töpfe hatte einen Riss, der andere dagegen war völlig in Ordnung. Der gute Topf enthielt am Ende des langen Weges immer noch die gesamte Menge Wasser. Der Topf mit dem Sprung dagegen kam immer nur halbvoll an. Der gute Topf war stolz auf seine Leistung, der beschädigte Topf schämte sich seiner Unvollkommenheit. Der unglückliche Topf sagte eines Tages zum Wasserträger: „Ich schäme mich, denn ich kann immer nur die Hälfte des Wassers abliefern!“ Der Wasserträger entgegnete ihm: „Wenn wir jetzt wieder den Weg entlang gehen, möchte ich, dass du auf die Blumen am Wegrand achtest!“ Tatsächlich bemerkte der Topf die wunderschönen Blumen, aber fühlte sich immer noch schlecht, weil er wieder so viel Wasser verloren hatte. Da sagte der Wasserträger: „Ist dir aufgefallen, dass nur auf deiner Seite diese Blumen wachsen? Ich habe deinen Mangel genützt, dort Blumensamen gesät, und du hast sie immer gegossen. Nun kann ich sie pflücken, um den Tisch damit zu schmücken. Wenn du nicht so wärest, wie du bist, wäre das Haus nicht so schön geschmückt.“

Der Topf  mit dem Sprung kann ein Symbol für das Leben eines Menschen sein. Der Mensch macht Fehler, er würde gerne das Gute tun, macht aber oftmals das Böse. Die Unvollkommenheit kann aber Gott dazu benutzen, das Gute im Menschen zu entfalten. Manche Menschen meinen, dass eine Krankheit etwas Böses sei, doch gerade durch eine Krankheit haben Menschen Gott gefunden und sind zum Glauben gekommen. Jesus ist auferstanden, aber auch wir können auferstehen zu einem neuen Leben im Glauben an den auferstandenen Herrn. Unser Unglaube kann sich in Glauben verwandeln. Auch der Apostel Thomas wollte nicht glauben, dass Jesus auferstanden ist, doch sein Unglaube half ihm zu einem tieferen Glauben. Das kann uns eine große Hilfe sein. Die Botschaft von Ostern ist: Gott kann auch die Risse und Sprünge in unserem Leben in Segen verwandeln. Jesus, danke für die Hoffnung, die du uns gibst!

 

Dieser Beitrag wurde unter Sonntagpredigt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.