Ostermontag A Lk 24,13-35

Die Wirklichkeit, dass Jesus auferstanden ist, verstanden die Menschen vom Anfang an sehr schwer.  Auch die Apostel wollten das nicht glauben, bis Jesus ihnen erschien, mit ihnen aß und sprach. Welche Einstellung hatten die Feinde Jesus und auch die Hohenpriester zu Jesu Auferstehung? Sie gaben den Soldaten viel Geld, damit sie erzählen sollten, dass seine Jünger bei Nacht, während alle schliefen, gekommen waren, um Jesus zu stehlen. Falls dies dem Statthalter zu Ohren kommen sollte, beruhigten sie die Soldaten, dass sie nichts zu befürchten hätten, dafür wird schon gesorgt werden.

So wie damals glauben auch heute viele Christen nicht an die Auferstehung. Von Anfang an stellten sich die Menschen gegen die Aufstehung Jesu. Wir fragen deshalb: „Warum?“ Wollte man die Wahrheit nicht erkennen? Die Hohenpriester nahmen Jesus Christus nicht an. Warum nicht? Jesus erfüllte ihre Vorstellungen von einem Messias nicht. Aber warum anerkennen die Menschen die Wahrheit heute nicht? Da gibt es verschiedene Ursachen, wie eine materialistische Denkweise, eine Religionsgleichgültigkeit, die Genusssucht, der Stolz und viele andere Gründe.

Aber es gibt auch Menschen, die an die Auferstehung Jesu glauben. Auch wir gehören zu diesen Menschen, sonst wären wir nicht hier hergekommen, um uns mit Christus zu treffen. Wir wollen, wenn wir auf sein Leben, auf seine Worte und Taten schauen, damit unser Leben bereichern. Christus will von uns, dass wir den Glauben leben und seine Botschaft verkünden, denn er ist unsere Kraft und unsere Hoffnung. Der auferstandene Christus gibt unserem Leben erst den wahren Sinn und das klare Ziel. Wir Gläubigen sollen uns darüber freuen, wir sollen uns freuen über alles, was kommen wird, vielleicht nicht in dieser Welt, aber in der ewigen Heimat bei Gott. Das ist die größte Belohnung für uns.

Ich möchte euch eine Geschichte von einem reichen Herrscher erzählen. Er hatte verordnet, dass ihm jeder an jedem Morgen eine Gabe bringt. So kam auch jeden Morgen ein Bettler, der ihm immer einen Apfel brachte und dann wortlos wegging. Der König war es gewohnt, große Gaben zu empfangen und deshalb legte er die Äpfel voll Verachtung in einen Korb neben seinem Thron. Der König hatte ein Äffchen, der eines Tages in die Äpfel biss und sie dann vor die Füße des Königs warf. Da stellte der König fest, dass in jedem  Apfel eine Perle war. Ganz verwundert ließ er den Bettler rufen und wollte eine Erklärung. Der Bettler sagte zum König: „Lieber Herr König, ich brachte dir diese Äpfel und wollte dir damit zeigen, dass das Leben jeden Tag eine große Gabe ist. Du aber weist sie ab, da du mit großem Reichtum umgeben bist und diese bescheidene Gabe nicht schätzt.“

Gott gibt uns durch Christi Auferstehung ein ganz große Gabe, er beschenkt uns freigiebig. Wir aber benehmen uns oft wie der König in der Geschichte, die ich euch eben erzählt habe. Wir nehmen diese Gabe gleichgültig auf, weil wir uns des großen Wertes dieser Gabe nicht bewusst sind. Wenn wir nicht wissen, was die Auferstehung Christi für uns bedeutet, dann können wir das Evangelium nicht verkünden. Der Gedanke an den Auferstandene darf mit diesem Tag nicht zu Ende sein.  Immer wieder werden wir nach Ostern daran erinnert. Die Osterzeit dauert ja 50 Tage bis zum Pfingstfest.

Bitten wir auch die Mutter des Herrn, die Heilige Jungfrau Maria, die Jesus so nahe ist, damit sie uns helfe, die wahre österliche Freude, die Kraft des Glaubens und den Glaubensmut zu erkennen und zu wahren Zeugen der Auferstehung zu werden.  

 

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