Allerseelen B Mt 25,1-13

Allerseelen 2015 B

Einleitung

Der Friedhof gehört nicht zu den Orten, wo wir mit Freude hingehen. Niemand beeilt sich dorthin, eher geht man wieder schnell vom Friedhof weg.  Wir gehen dorthin aus Ehrfurcht zu unseren Nächsten. Ich denke, dass ich da die Wahrheit sage. Auf dem Friedhof, vor den Gräbern, fühlen wir uns seltsam. Wir werden uns dessen bewusst, dass wir keine Lösung für den Tod haben. Das macht uns unsicher.

Predigt

Es tauchen Fragen auf:  Wo ist das Ziel unseres Lebens? Was für eine Bedeutung hat unser Leben? Was wird aus unseren Verstorbenen? Wo sind sie? Auf diese Fragen können wir  mit unserem Wissen keine Antwort geben. Wir können sie nur beantworten aus unserem Glauben heraus. Wenn wir über unser Ende sprechen aus dem Blick Gottes, so geht es eigentlich um einen Anfang.  Unserer Meinung nach nähern wir uns dem Ende, wir nennen es Tod, aus dem Blick des Glaubens ist es der Anfang eines neuen Lebens. Ist das nicht paradox?

Gott liebt uns. Auch unsere Fehler und Sünden sind kein Hindernis für ihn, weil er uns eben so sehr liebt. Wir haben ja auch immer wieder die Möglichkeit, neu anzufangen, also  unsere Beziehung zu Gott zu erneuern.

Glaube an Gott bedeutet Hoffnung haben. Auch wenn wir dem Tod ins Gesicht schauen, schauen wir ins Gesicht Gottes. Und  wo Gott ist, dort ist das Leben. Unser irdisches Leben wird beendet werden. Aber lassen wir uns überraschen!  Gott hat für uns ein neuer Leib, ein neues Leben, darum sind wir von

 Hoffnung erfüllt.

Im tschechischen Rundfunk war eine interessante Sendung. Es war ein Interview eines Menschen mit Gott.

Einmal sagte angeblich Gott zu einem Journalist: „Du willst also mit mir ein Interview machen. Was willst du mich fragen?“ Er sagte: „Lieber Gott, was überrascht dich am meisten am Menschen?“  Gott gab folgende Antwort: “ Mich überrascht, dass die Menschen ihre Gesundheit riskieren, damit sie viel Geld verdienen, und dann geben sie viel Geld aus, damit sie ihre Gesundheit wieder in Ordnung bringen. Mich überrascht, dass die Menschen sich  vor ihrer Zukunft fürchten, dass sie dabei aber vergessen in der Gegenwart zu  leben.  So leben sie eigentlich weder für die Gegenwart, noch für die Zukunft.  Mich überrascht, dass sie so leben, als ob sie nie sterben müssten und sterben,  als ob sie nie gelebt hätten.“

Der Journalist fragte dann Gott noch etwas: „Lieber Gott, was sollten die Eltern ihren Kindern lehren?“ Gott antwortete: “ Liebevolle Eltern sollen ihren Kindern beibringen, dass sie lieben sollen, den anderen lieben sollen.   Sie sollen auch erkennen, dass es das Wertvollste ist, nicht was sie haben, sondern wen sie haben. Sie sollen erkennen, dass es nicht gut ist,  sich mit anderen zu vergleichen. Sie sollen wissen, dass nicht der reicher ist, der am meisten hat, sondern der am wenigsten braucht.   Sie sollen wissen, dass es nur ein paar Sekunden  dauert, jemanden tiefe Wunden zu schlagen, dass es  aber viele Jahre dauert, bis solche Wunder geheilt sind. Sie sollen wissen, dass sie für Geld alles kaufen können, außer das Glück. Sie sollen erkennen, dass der ein wirklicher Freund ist, der  von ihnen alles weiß und sie  trotzdem liebt.“

Der Eindruck des Journalisten, nachdem er das Interview beendet hatte, war:  „Ein Weilchen saß ich da und ich freute mich über die Anwesenheit Gottes. Dann bedankte ich mich bei Gott, dass er für mich Zeit hatte. Gottes Antwort auf seinen Dank: “ Wann immer du mich sprechen willst, bin ich da. Ich bin für jeden Menschen 24 Stunden am Tag zu sprechen.“

Dazu habe ich eine wichtige Frage: Rechnen wir auch  in unserem Leben mit Gott? Wenn ja, dann wird der Tod für uns kein Problem sein!

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