3.Sonntag der Osterzeit C Joh 21,1-19

3. Sonntag der Sonntag 2016

Einführung.

Beim Anhören des heutigen Evangeliums kann uns einiges sehr nachdenklich machen. Wir können die Reaktion der Apostel nach der Auferstehung Jesu Christi wahrnehmen. Wir bemerken bei ihnen keine Begeisterung für die Verkündigung des Evangeliums. Die Apostel waren drei Jahre in der Schule Jesu und müssten doch eigentlich vieles von ihm gelernt haben, aber es schien, die Apostel machten nicht Schritte nach vorne, sondern Schritte zurück.

Predigt.

Der erste Schritt nach Jesu Auferstehung bestand darin, dass die Apostel zu dem zurückkehrten, was sie  vorher verlassen hatten. Petrus stellte Jesus einmal die Frage: „Herr, wir haben alles verlassen, was bekommen wir dafür?“ Jesus gab ihm zur  Antwort: „Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.“ Petrus wusste also, was er bekommen wird und er hat wirklich alles verlassen – seine Familie und seinen Beruf. Petrus wusste auch, dass Jesus auferstanden ist und es wäre eigentlich sein Auftrag gewesen, nun das Evangelium zu verkünden. Statt dessen aber sagte er: „Ich gehe fischen.“ Auch die anderen Apostel haben sich ihm angeschlossen und gingen mit ihm.

Und jetzt schauen wir,  wie Jesus reagiert hat. Wie war seine Einstellung? Die Apostel fingen in der Nacht nichts. Das kann für die Apostel ein Zeichen gewesen sein. Die Apostel machten ja jetzt etwas, was sich Gott nicht wünschte. Da sahen sie einen Mann am Ufer, den sie nicht erkannten. Er fragte die Apostel: „Kinder, habt ihr etwas zu essen?“ Die Apostel mussten aber feststellen: „Wir haben nichts, wir haben die ganze Nacht gefischt, aber nichts gefangen.“ Jesus machte ihnen aber keine Vorwürfe, sondern sagte zu ihnen: „Werft die Netze auf der rechten Seite des Schiffes aus,  so werdet ihr Erfolg haben.“  Und sie warfen die Netze aus und sie fingen so viel Fische, dass sie darüber staunten und das Netz zu zerreißen drohte.

Jesus machte auch Petrus keinen Vorwurf, denn durch Vorwürfe gewinnen wir die Menschen nicht. Jesus hätte zu Petrus auch sagen können: „Du hast mich verleugnet. Du machst nicht das,  wozu ich dich berufen habe.“ Statt dessen fragt Jesus: „Petrus liebst du mich?“ Und Petrus konnte nicht anders antworten, als mit: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Dreimal wurde diese Frage an Petrus gestellt und sogar einmal noch mehr betont, als Jesus fragte: „Petrus, liebst du mich mehr als diese?“ Petrus antwortete dreimal: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Jesus wollte mit dieser dreimaligen Frage, Petrus kann fest an sich binden, damit er sich nie mehr von ihm entfernte. Dadurch begann auch die Liebe in Petrus immer mehr zu wachsen. Es wurde ihm bewusst, was er durch Jesus bekommen habe. Das ist auch sehr belehrend für uns. Wir können Menschen zu nichts zwingen, es nützt nichts, wenn wir Vorwürfe machen, wir müssen die Menschen so annehmen wie sie sind.

Dazu ein Beispiel:  Eine Ehegattin hatte immer Angst, wenn sie mit ihrem Mann im Auto fuhr. Der Mann meinte dazu:  „Meine Frau sagt innerhalb einer Minute dreimal zu mir: Achtung!  Das macht mich nervös. Und das ist immer so, wenn meine Frau mitfährt. Mein Reaktion darauf ist, dass ich dann jedes Mal, wenn ich das Wort „Achtung“ höre, noch mehr Gas gebe. Da hat dann meine Frau noch größere Angst. Doch nach einiger Zeit wurde mir klar, dass das unsere gegenseitige Beziehung nicht heilen wird. Ich begann daher so zu fahren, wie es meine Frau wünscht und nun war sie nicht mehr ängstlich!“

Mögen die Menschen den Mut haben, mit uns ,,mitzufahren“, wenn wir uns ihnen anpassen, nicht in der Sünde, sondern in der menschlichen Ebene. Menschen, die mit uns ungern „mitfahren“, haben Angst vor uns, sie fürchten sich vor Vorwürfen und unserer Unzufriedenheit. Bitten wir Jesus, dass wir die richtige Einstellung zu den Menschen haben, wie sie Jesus zu seinen Aposteln hatte!

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