30.Sonntag C im Jahr Lk 18,9-14k

30.Sonntag 2016 – Weltmissionssonntag

Einführung.

Am heutigen Sonntag ist Weltmissionssonntag.Was ist eigentlich Mission? Jesus sagte nach seiner Auferstehung zu seinen Aposteln: Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Wir haben die Pflicht als Christen, den Glauben zu verbreiten.

Predigt

Heute leben in der Welt mehr als 6 Milliarden Menschen, aber nur zwei Milliarden sind Christen. Die Aufforderung, sich für die Mission zu engagieren, bedeutet nicht nur die Verkündigung des Evangeliums, sondern auch auf verschiedene Art zu helfen, das Christentum zu verbreiten. Das ist die Sehnsucht der Kirche hauptsächlich nach dem zweiten vatikanischen Konzil, der Gedanke der Mission ist aber schon viel älter. Der heutige Sonntag erinnert uns an die vier apostolischen Werke, die wir auch päpstliche Werke nennen.

Die Stifterin des päpstlichen Werkes für die Ausbreitung des Glaubens ist Pauline Marie Jaricot, die  am 22. Juli 1799 in Lyon in Frankreich geboren wurde. Sie war die Tochter des Besitzers einer Seidenfabrik  und erfuhr, dass die Mission sich in großer Not befindet. Ihr Bruder war  nämlich Missionar und Pauline beschäftigte sich mit dem Gedanken, vielen Menschen zu helfen, Christus kennenzulernen. Sie wurde dadurch die Bahnbrecherin des Missionsgedankens und des Laienapostolats. Sie gründete einen Verein, der zum Ziel hatte, durch Gebet und Almosen der Mission zu helfen. Im Jahre 1822 begann das päpstliche Werk für die Ausbreitung des Glaubens seine Tätigkeit. Pauline sandte viele Liebesgaben zur Entwicklung der Mission. Sie starb 1862. Papst Leo XIII wurde zum Förderer dieser missionarischen Laienbewegung.  In einem seiner Briefe äußerte er sich lobend über Pauline, die sich einsetzte für die Bemühungen Laienarbeiter zu finden für diese aktive Tätigkeit der Kirche. Papst Pius XII genehmigte nicht nur das Statut des Vereines, sondern er gliederte das Werk in die Kongregation für die Glaubensverbreitung ein. Das päpstliche Werk hilft auch heute noch materiell und geistlich den armen Diözesen, hauptsächlich den Priestern und Seminaristen.

Es gibt noch ein zweites Werk mit dem Namen „Das päpstliche Werk der Kindheit Jesu“. Dieses Werk stiftete  1843 Mons. Augustin  Forbin Janson, Bischof in Nancy. Er machte sich zum Ziel, dass sich  Kinder für die Mission engagieren. Kinder sollen Kindern helfen. So entstand ein Verein von Kindern, die genug materielle Mittel haben, um damit den armen Kindern –  hauptsächlich in armen Ländern in Afrika und Asien – mit ihrem Gebet und mit kleinen Liebesgaben zu helfen. Heute ist dieser Verein für die finanzielle Hilfe von Waisen, für Schulen für arme Kinder und auch für Kinder, die krank sind.

Es gibt auch noch das dritte päpstliche Werk, es ist das Werk des heiligen Petrus. Dieses  Werk ist tätig für die Hilfe inländischer und ausländischer Priester.  Die Patronin dieses Werkes ist die heilige Theresia von Lisieux. 1899 wandte sich der Bischof von Nagasaki  mit der Bitte um Hilfe an dieses Werk, damit er das Priesterseminar erhalten konnte. Hauptsächlich in den Ländern, wo es genügend  priesterliche Berufungen gibt, sind jedoch die Finanzen nicht ausreichend  für die Erhaltung der Seminare. Papst Benedikt XV nahm sich im Jahre 1929 dieses Anliegens an.

Schließlich gibt es noch das vierte päpstliche  Werk, es  ist die Einheit der Geistlichkeit für die Mission. Der Gründer war Paolo Manna aus Mailand, also ein italienischer Missionar. Er ermunterte die Priester, dass sie selber zu freigebigen Gebern für die  Mission werden. Er stiftete einen Verein, der sich für die Mission engagiert.  Papst Benedikt XV nahm  sich auch dieser Initiative an.

Die  päpstlichen Missionswerke bitten am heutigen Missionssonntag wieder um Unterstützung ihrer Tätigkeit, besonders um finanzielle Hilfe. Schon der heilige Apostel Paulus ermunterte in seinen Briefen die Gläubigen zur Freigebigkeit. Jene, die selbst wenig finanzielle Mittel haben, sind aufgefordert, die Mission mit ihren Gebeten zu unterstützen.  Wir sollen auch beten für jene, die außerhalb ihrer Heimat arbeiten müssen, sehr oft  unter  erschwerten Bedingungen, damit sie ihre Tätigkeit so ausüben, als ob Christus selbst ausüben würde.

Der heutige Sonntag hat das Ziel, die Gläubigen von der Tätigkeit der Mission zu informieren. Auch sollten wir Menschen dazu einladen, in den Missionsstationen mitzuarbeiten, vielleicht einige zu begeistern für die Mission. Die Kirche lebt nur dann, wenn das ganze Evangelium in aller Welt verkündet wird. Es genügt nicht nur das Gebet, wenn es möglich ist, sollen wir auch materiell und finanziell helfen. Das heißt aber natürlich auch, dass wir trotz finanzieller Unterstützung nicht auf das Gebet vergessen sollen.  Wir alle gehören zu einer großen geistlichen Familie, und daraus ergibt sich auch die Verantwortung für die Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt. Jeder von uns ist wichtig für die Mission!

Heiliger Franz Xaver, heilige Theresia, bittet für die Mission!

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