Hochfest der Gottesmutter Maria A Lk 2,16-21

Neujahr 2017  Gott zu haben ist wichtig!

Einführung

Unsere leibliche Mutter schenkte uns das Leben, das nun 70, 80 oder 90 Jahre dauern wird. Wir würden uns aber auch noch eine Gebärerin wünschen, die uns ein Leben für die Ewigkeit schenkt. Aber dazu hat Gott seinen Sohn Jesus in die Welt gesandt. Maria hat er zur Gottesgebärerin auserwählt – auf Griechisch  heißt sie Theotokos.  Wir brauchen Jesus und die Gottesmutter Maria für unser irdisches Leben und zur Erlangung unseres ewigen Lebens.

Predigt

Am Neujahrstag feiern wir, dass Jesus Gestalt annahm aus Maria, der Jungfrau. Sie wurde dadurch zur Gottesgebärerin.  Gott hat dies für uns getan, und damit wird sie auch für uns zur Gebärerin für das ewige Leben. Manche stellen sich vielleicht dir Frage, ob diese Geburt Jesu, hervorgegangen aus der Jungfrau Maria, die vom Heiligen Geist empfangen hat, nicht eine Legende ist – und auch, dass Gott in Jesus in Zeit und Raum lebte. Die Evangelien schreiben jedoch von einem konkreten historischen Ereignis.  Im Lukasevangelium heißt es: Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

Eine weitere Frage beschäftigt auch manche: Wie ist es möglich, dass unser zeitliches Leben in ein ewiges Leben verwandelt werden kann? Dazu stelle ich mir schon die Frage: Wenn uns nach unserem irdischen Leben nichts erwartet, was für einen Sinn hat unser ganzes Leben?

Zu Neujahr soll uns immer besonders bewusst werden, dass Menschen sterben müssen und neue Menschen geboren werden. Wir können darüber staunen, wie die Zeit vergeht und wie alles sich ändert. Wenn wir an Gott glauben, bedeutet das für uns nicht Untergang, nicht Bedeutungslosigkeit, sondern Aufschwung und Freude.  Dazu schenkt uns Gott Kraft und Hoffnung. Wir werden verwandelt unter der Bedingung, dass wir hier auf der Erde brüderlich und freundlich leben. Maria, die Gottesgebärerin hilft uns dabei und Gott schenkt uns in Jesus Christus seine Liebe, die wir auch Tag für Tag weiterschenken sollen. Dann werden wir voll Freude einmal in die Herrlichkeit Gottes, in die ewige Herrlichkeit eingehen.

Eine Geschichte erzählt davon, ob ein Mensch sich brüderlich benimmt oder nicht:

Bei einem Aufzug in einem Zinshaus hörte man im Aufzug  eine Glocke anschlagen. Ein Mann ging vorbei und dachte bei sich: „Gewiss werden wieder Kinder spielen und dabei die Glocke betätigen.“ Dann aber hörte er, wie jemand an die Lifttür klopfte und eine Männerstimme rief: „Ist hier jemand? Bitte, helfen Sie mir! Ich bin im Lift eingesperrt.“ Er ging weiter und erzählte es seiner Frau. Diese fragte: „War das jemand aus unserem Haus?“ Der Mann antwortete: „Das weiß ich nicht. Er hat sich nicht vorgestellt.“ Die Frau meinte: „Hättest  du ihm nicht helfen sollen?“ „Warum gerade ich? Es können doch auch andere helfen“, so erwiderte der Mann. Da war die Frau entsetzt und sagte: „Aber vielleicht sind auch alle anderen Menschen so teilnahmslos wie du?“ Da meinte er: „Sicher hilft ihm jemand?“ Die Frau antwortete: „Na, wir werden sehen. Es ist schlimm, du denkst immer nur an dich selbst!“ Nach dem Abendessen ging der Mann mit dem Mistkübel hinunter, um ihn zu entleeren. Im Gedanken war er bei diesem Vorfall mit dem Lift und fragte sich: „Ob dieser Mensch wohl noch im Lift ist?“ Als er beim Aufzug vorbeiging, hörte er eine laute Stimme: „Bitte, helfen Sie mir!“ Der Mann aber ging wieder vorbei und berichtete seiner Frau: „Bis jetzt hat niemand geholfen, aber es wird sicher noch jemand kommen!“ Eine Weile später klopfte jemand an die Tür dieser beiden Menschen. Der Mann öffnete und vor der Tür stand sein alter Freund. Er sagte zu ihm: Schön, dass du kommst, sei herzlich willkommen!“ Dieser antwortete: „Du hast mir einmal gesagt, wo die wohnst und da ich gerade bei diesem Haus vorbeiging, wollte ich dich besuchen. Aber in diesem Haus wohnen sonderbare Menschen. Ich blieb mit dem Aufzug stecken und niemand hat mir geholfen!“ In großer Verlegenheit sagte nun der Mann zu seinem Freund: „Du warst im Lift eingesperrt? Ich habe gar nichts gehört davon, denn mein Radio spielte sehr laut.“ Am liebsten wäre er aber in den Erdboden verschwunden, so sehr schämte er sich, dass er nicht geholfen hatte. Dann ging er in die Küche und holte Wein und Gläser. Da betrat auch seine Frau das Zimmer und begrüßte seinen Freund und sagte: „Schön, dass Sie uns besuchen kommen. Haben Sie im Treppenhaus gehört, dass jemand im Aufzug festsitzt und laut klopft. Wir hören nämlich schon ein ganze Stunde, wie er um Hilfe ruft.“ Wie unangenehm muss diese Aussage doch für alle Beteiligten gewesen sein!

Diese Geschichte ist eigentlich ein Beweis dafür, mit welcher Gleichgültigkeit manche Menschen durchs Leben gehen. Niemand hat aber die Gewissheit, dass er nicht einmal selbst in eine solche Situation gerät, wo er Hilfe braucht. Wer wird ihm dann zu Hilfe kommen?

Was ist, wenn der Aufzug unseres Lebens stillsteht, wegen einer Krankheit, wegen Arbeitslosigkeit oder wegen eines Unfalls? Wenn so etwas im Mai passiert, müssen wir dann warten bis Dezember? Und wird mir jemand im Dezember helfen, wenn er mir schon im Mai nicht geholfen hat? Wie wird uns Gott dann helfen, die Ewigkeit zu erlangen, wenn wir hier auf Erden anderen nicht helfen wollen?

Danken wir für das heutige Fest der Gottesmutter Maria, die zur Gottesgebärerin geworden ist! Bemühen wir uns jeden Tag, so zu leben, dass wir würdig werden, Kinder Gottes zu sein und dass uns dadurch die Ewigkeit sicher ist.

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