2.Fastensonntag A Mt 17, 1-9

2.Fastensonntag

Einleitung

Jesus nahm Petrus und seinen Bruder Jakobus mit sich und  führt sie auf einen Berg. Der Berg heißt Tabor. Vor einem Jahr – genau im Monat März – besuchte ich diesen Berg. Vom Gipfel dieses Berges ist eine schöne Aussicht. Aber das ist nicht das wichtigste im heutigen Evangelium. In meiner Heimat, der Slowakei zum Beispiel gibt es viele Berge,  von denen eine noch viel schönere Aussicht ist. Was im heutigen Evangelium das wichtigste ist, ist das Bericht. Da heißt es:  Und er wurde vor ihnen verwandelt,  sein Angesicht leuchtete  wie die Sonne, seine  Kleider  wurden blendend weiß wie das Licht.  Was wollte Jesus mit dieser Verwandlung sagen?

Predigt

In Goethes Faust heißt es: Verweile doch, du bist so schön! Diese Worte begleiten viele Ereignisse unseres Lebens. Wir fühlen uns glücklich und wir wünschen uns, dass dieser glückliche Augenblick  nicht enden solle. Glücklich waren auch die Apostel auf dem Berg Tabor. Petrus hat das anders gesagt als Goethe, nämlich:  Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Und er wollte gleich auch Hütten bauen.

Jesus aber wurde nicht für diesen Augenblick geboren. Es  war diese Begebenheit am Berg Tabor nur eines der wichtigsten Ereignis in seinen Plänen zur Rettung der Menschen. Sein Blick war vom Berg Tabor schon zum Kalvarienberg gerichtet und die Apostel sollten ihn auf  diesem Weg begleiten. Er wusste, dass dies für sie ein schwerer Weg sein wird. Er wollte er ihnen das Erlebnis der Verwandlung vermitteln, damit es ihnen hilft, wenn sie dem Kreuz begegnen. Ein Fachmann in der Gastronomie würde sagen: Das war die Vorspeise der Auferstehung.

Herr, wir fühlen uns hier wohl. Auch wir erleben solche Augenblicke. In der Familie haben wir erreicht, dass wir gut zusammenleben und uns gut verstehen. In unserer Arbeit geht es uns gut. Wir haben genug Geld, uns so manches zu gönnen und auch einmal eine Reise zu machen. Wir sind also in einer Taborstimmung und wollen uns an dieser Situation erfreuen und sie festhalten. Wir wollen aber nichts hören von Unglück und Leid, da es uns doch so gut geht. Aber plötzlich kann sich unser Leben ändern. Wir erfahren Leid, wir erfahren Widerspruch, wir haben Schwierigkeiten. Wir verlieren einen geliebten Menschen, wir arbeiten in einem Betrieb, wo sie uns nicht mehr brauchen und werden entlassen oder wir werden ernsthaft krank. Es gibt da unzählige ähnliche schwere Situationen.

Ähnlich ergeht es uns dann wie dem Abraham, von dem wir in der Lesung gehört haben. Der Herr hat zu ihm gesagt: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.  Und Abraham ging es gut – er  hatte eine glückliche Ehe – er war reich – und vor allem gehorchte er Gott.  Er hat  seine Heimat mit all  seiner Bequemlichkeit verlassen,  und er machte sich auf den Weg  in ein unbekanntes Land. Wenn er das nicht getan hätte, ob sich dann so manche seiner Wünsche erfüllt hätten? So aber wurde er zum Beispiel gelebten Glaubens für uns.

Das ist aber auch die Aufgabe für uns Christen. Wir haben das Recht auf Sehnsüchte und können Pläne schmieden. Gott verbietet es uns nicht, dass wir uns  freuen, wenn es uns gut geht. Gott hat mit jedem von uns seinen einzigartigen Plan. Er will, dass wir mehr schaffen als  wir denken. Ein Christ sollte immer den Mut haben, sein ,,Ur in Chaldaä“, wo Abraham lebte, zu verlassen – oder den Berg Tabor,  wo die Jünger sich sehr wohl fühlten. Wenn es Abraham nicht geschafft hätte, hätte er nicht teilnehmen können an den großen Werken Gottes. Wenn es die Apostel nicht geschaffen hätten, hätten sie teilnehmen können an Jesu Tod und der Auferstehung. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir den Willen Gottes nicht erkennen.

Ein Priester war vor 20 Jahren aus einer Pfarre,  wo er sich sehr wohl fühlte, versetzt worden. Er war darüber sehr unglücklich und es machte ihm gesundheitliche Probleme.  Wir Menschen suchen in allem unsere Logik. Gottes Logik aber ist  eine andere als die menschliche Logik. Nach menschlichen Urteil werden wir nie so alt werden wie Abraham.  Moses Aufgabe war es, junge starke Männer auszuwählen.

Wir sollen  Gott oft in unseren Gebeten bitten um einen starken Glauben und großes Vertrauen, damit wir keine Angst haben, in unserem Leben das zu empfangen, was für uns wichtig ist –  und nicht das, was wir einprogrammiert haben.

 

Dieser Beitrag wurde unter Sonntagpredigt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.