Gründonnerstag 2017 Joh 13, 1-15

Jesus sagte: Wenn nun ich der Herr und Lehrer euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen, er sei mit euch.

Die Botschaft des Gründonnerstag können wir auch so charakterisieren, dass wir einander dienen sollen, wie Jesus uns gedient hat.

Einer von deinen Aposteln hat dich verraten. Herr, erbarme dich unser.

Du wusstest, dass deine Stunde gekommen war. Christus, erbarme dich unser.

Du willst, dass wir einander vergeben. Herr, erbarme dich unser.

Beim Besuch eines Supermarktes stellen wir fest, dass das Angebot größer ist als die Nachfrage. Nur bei der Liebe ist das umgekehrt. Die Nachfrage nach Liebe ist größer als das Angebot von   Seiten der Menschen. Wir können uns vorstellen, dass Jesus in  Getsemani eine große Einsamkeit erlebte. Er hatte keine Unterstützung. Niemand sagte zu ihm: Jesus, ich bin bei dir. Statt- dessen kam Judas und hat ihn verraten. Woher kommt das, dass ein Mensch Angst hat vor dem Leiden, aber keine Angst hat, anderen wehzutun. Gott hilft uns, diese Situation durch die Hilfe von Jesus  zu lösen. Wir brauchen die Kraft Gottes, um allen Ballast abzulegen. Jesus hat uns zwei Zeichen hinterlassen: die Fußwaschung und die Eucharistie. Jesus wusch den Aposteln die Füße, obwohl Petrus protestierte und sagte: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Anteil zu haben, bedeutet: wie Jesus sein.

Das zweite Zeichen ist die Eucharistie. Es scheint, dass Jesus sagen wollte: Ich weiß, es ist schwer, den anderen zu dienen. Die Eucharistie gibt uns die Kraft, um zu dienen.  Wir sollen einander so dienen, wie Jesus uns diente. Was bedeutet für uns die Eucharistie?

Dazu folgende Kuriosität: Im Mittelamerika gibt es ein Äffchen, das sehr intelligent ist. Es schafft viele Tätigkeiten, es kann sogar einen Menschen  betreuen. Der 24 jähriger Robert Foster aus Boston hatte einen schweren Unfall. Die Ärzte haben ihn gerettet, aber er konnte sich nicht mehr bewegen. Er landete im Rollstuhl. Wenn seine Eltern in der Arbeit waren, leistete ihn ein Äffchen Gesellschaft. Es lernte, sich  um sein ,, Pflegekind“ zu sorgen. Es brachte ihm aus dem Kühlschrank das Essen, es fütterte Robert, es wusch das Geschirr  ab, es verstand es, eine CD in den Recorder einzulegen, es ein- und auszuschalten, auch den Fernseher und den Radio, es verstand, wenn es notwendig war, auch mit dem Staubsauger zu arbeiten, was es aber nicht gern machte.   Robert Foster sagt: Ohne das Äffchen wäre ich verloren. Es handelte, als ob es meinen Zustand begreifen konnte  und es bemühte sich allezeit zu helfen. Seine Hilfe ist für mich von unschätzbarem Wert.

Das ist eine schönes Bekenntnis:  Seine Hilfe ist für mich unschätzbar. Sagte schon jemand so etwas auch zu mir? Du bist für mich unschätzbar wertvoll.  Aber eine wichtige Frage ist: Ist Jesus für mich von unschätzbarem Wert? Ist die Eucharistie, die Jesus am Gründonnerstag eingesetzt hat, für mich wertvoll und bedeutungsvoll, oder wertlos und bedeutungslos? Es gibt viele Christen, die an Gott glauben, die zwar sagen, dass sie Gott lieben, aber sie leben praktisch ohne Gott. Sie brauchen Gott nicht. Ist es überhaupt möglich, dass jemand Gott  nicht braucht? Ja, das ist möglich, wenn jemand nicht das Reich Gottes  sucht. Es ist so ähnlich, als wenn für mich die Beherrschung der englischen Sprache kein Wert hat, dann hat alles keinen Wert, was mit der englischen Sprache verbunden ist – zum Beispiel  ein Lehrbuch der englischen Sprache, eine  CD, Bücher in englischer Sprache. Wir  wissen aber, dass die Beherrschung der englische Sprache sehr wertvoll ist. Es kann unser Leben bereichen.

Viel wertvoller  für uns aber ist, wenn wir uns mit Jesus vereinigen. Was für eine Tragödie ist es, wenn Millionen Menschen in dieser Welt ohne Jesus leben, die praktisch sagen: Jesus, ich brauche dich nicht! Beten wir für diese Menschen, damit sie erkennen, was sie verabsäumen!

Mein Vater, dein Wille geschehe, hat Jesus im Garten von Getsemani gebetet.Lasst uns in demselben Vertrauen beten.

Jesus Christus ist unser Friede und unsere Versöhnung. Er hat sie uns erwirkt durch seinen Gehorsam  bis zum Tod am Kreuz. Deshalb bitten wir.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt bleibt es allein. Wenn es  aber stirbt, bringt es reiche Frucht, spricht der Herr.

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