Weihnachten Lk 2,15-20

Weihnachten 2017-Die Botschaft

Die Einführung

Alle Länder der Welt sehen es als  Ehre, eine bedeutende Persönlichkeit zu Besuch einzuladen. Es kann ein Politiker oder ein Künstler oder eine weltweit anerkannte Autorität sein. Bei diesem Besuch wartet man darauf, was sie sagen werden. Einige Besuche sind historisch. Schon 20 Jahrhunderte lang erinnert sich  die Menschheit an den größten Besuch – an die Ankunft Jesu Christi.

Predigt

Warum hat uns Jesus, der  Sohn Gottes besucht und 33 Jahre lang unter uns Menschen gewohnt? Auf alle Fragen kann man nur eine Teilantwort geben oder sie völlig beantworten. oder völlig. Eine teilweise Antwort ist die Wahrheit, dass Jesus  in diese Welt  neue Werte brachte – neue Wahrheiten über Gott, die die Menschen nicht kannten. In seiner Lehre bemühte er sich um die neue, gerechtere Gestaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Er bot den Menschen ein neuen Sinn des Lebens an. Das aber sind nur Teilantworten. Wenn wir eine volle Antwort kennen wollen, müssen wir hören, was Jesus selbst darüber sagt: Denn so hat Gott die Welt  geliebt, dass er seinen eingeborenen  Sohn  gab, damit jeder, der an   ihn  glaubt, nicht verloren   gehe, sondern  ewiges Leben habe.

Das Wesen seiner Geburt liegt darin, dass  er erstens der ganzen Menschheit bewusst macht, dass viele von Gott abfallen.  Zweitens, dass er die ganze Menschheit wieder zu Gott heranziehen will und drittens, dass  jeder Mensch  sich   persönlich entscheiden muss, sein Leben so einzurichten, damit er einmal in Verbindung mit Gott verbleiben kann. Wir können daran nicht zweifeln, dass Jesus seine Sendung erfüllt. Mit seinem ganzen Leben  setzte  er sich dafür ein, der Menschheit bewusst zu machen, dass es ohne Gott nicht sinnvoll ist, vorwärts zu gehen. Jesu gründete auch die Kirche, die mit seiner Hilfe, die Menschen zu Gott zu führen will. Jesus konnte nicht mehr für uns tun. Er aber ließ jeden Menschen  Raum für die freie Entscheidung.  Und das ist eben die Botschaft von Weihnachten, wieder sich zu fragen: Wie ist meine Beziehung  zu Gott und zur Kirche?

Ein moderner Philosoph war verzweifelt und meinte: Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das sich  weigern kann,  das zu sein, was er ist. Der Boden weigert sich nicht,  den Pflanzen zu dienen. Die Pflanzen weigern sich nicht,  den Tieren zu dienen. Die Tieren weigern sich nicht,  dem Menschen zu dienen. Nur der Mensch weigert sich,  Gott zu dienen. Der Mensch weigert sich Gott zu verehren.

Ich glaube, dass unsere Herzen in diesem Augenblick für Gott offen sind, dass niemand sich weigert, das zu  sein, was er ist. Wir sind deshalb heute hier, damit wir neue Impulse für unser Leben bekommen. Diese Impulse sind gleich für alle Menschen und gleichzeitig einzigartig  für jeden von uns.  Was ist gleich für uns alle? Wir alle müssen für unseren Weg zur Heiligkeit Sorge tragen. Niemand kann sagen:  Ich muss nicht beten. Ich brauche keine heilige Messe. Ich brauche keine heilige Beichte. Ich brauche keine Kirche. Jesus hat uns diese Mittel gegeben, weil wir ohne sie nicht fähig  sind, solch ein Mensch  zu werden, wie Gott uns haben will. Darum sind dazu aufgerufen, jeder von uns – für sich selbst – Gebrauch von diesen Mitteln zu machen. Es kann nicht jemand anderer für uns beten oder für uns die heilige Messe besuchen. Es ist auch nicht genug, wenn der Vater zu seinen Kindern sagt:  Geht in die Kirche! –  aber er geht nicht. Je mehr wir uns von unseren Pflichten entfernen, desto mehr entfernen wir uns von Gott. Uns kann nur unser persönliches Engagement  retten. Im Auto können wir neben dem Chauffeur sitzen, der uns irgendwo hinführt. In unserem geistlichen Leben  müssen wir das Steuerrad selbst in die Hand nehmen. Die anderen können uns helfen, aber zu Gott müssen wir uns selbst hinbringen. Und welches sind die Impulse nun für uns selbst? Im allgemeinen könnten wir sagen, das ist eine konkrete Richtung auf Gott hin. Der Heilige Paulus sagt im Römerbrief: Wir haben  verschiedene  Gnadengaben nach  der uns  verliehenen  Gnade.

Ich möchte das mit einem Beispiel erklären. In einem Theaterspiel wirken 20 Schauspieler mit. Wenn das Theaterspiel gelingt, applaudieren  die Menschen den Schauspielern.  Aber wir wissen das Theaterspiel  beruht nicht nur auf dem Auftritt der 20 Schauspieler. Damit das Werk gelingt, bedarf es hinter Bühne vieler Menschen, die die Zuschauer überhaupt nicht sehen – Garderobiere, Tonmeister, Kulissenschieber, Maskenbildner, Beleuchter usw. Wenn jemand von diesen Menschen versagen würde, könnte sie das Theaterspiel nicht verwirklichen. Ähnlich ist es mit unserer Orientierung auf Gott hin. Manchmal denken wir, dass vor Gott nur große Taten wertvoll sind, religiöse Leistungen, die öffentlich bekannt sind. Es ist zwar die Wahrheit, dass Gott einigen Menschen große Gaben und Fähigkeiten  gegeben hat. Das sind wirklich die großen ,,Schauspieler“, denen die Welt applaudiert, große Päpste, charismatische Persönlichkeiten, berühmte Theologen, Märtyrer. Vor Gott aber ist alles gleich viel wert – so auch die Taten der Menschen, die die Welt nicht kennt, wie z.B. das Gebet der alten Frau in ihrem Zimmer, ein Kreuz zu tragen gewillt sein, eine karitative Arbeit in der Pfarre, die Tätigkeit eines Priester in einer Pfarre, die sehr abgelegen ist, die Hilfe bei der Restaurierung kirchlicher Gebäude. Das sind die vielen Taten, die meist unbekannt sind. Gott kennt sie und bewertet sie gleich den Taten der großen berühmten Menschen. Ohne kleine Dienste wären die großen Dienste unbedeutend. Ein Christ soll auch für  die kleinste Gabe dankbar sein.  Heute sollen wir uns dessen bewusst werden, dass jeder von uns in Jesus, die größte Gabe bekommen hat. Jesus wurde geboren für jeden einzelnen Menschen. Er will jeden Menschen zu Gott führen. Wenn wir das begriffen haben, haben wir den Sinn von Weihnachten begriffen!

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