Hl. Stephanus erster Märtyrer Mt 10,17-22

Hl. Stephanus 2017 B

Einführung

Es scheint uns , dass das heutige Fest nicht  zu Weihnachten passt. Es stört unsere ruhige, weihnachtliche Atmosphäre. Diese Fest will uns aber sagen, dass das Christentum nicht nur aus der Krippe mit dem kleinen Christuskind besteht. Unser Leben ist nicht immer einfach, es wird auch Leid geben. Darauf  müssen wir uns auch vorbereiten.  Der Heilige Stephanus musste sogar sein Leben hingeben für Christus.

Predigt

Jesus ist auf diese Erde gekommen, damit er uns zeigt, dass wir, die wir auf der Erde leben, einmal zu Gott kommen können. Das ist das Ziel des Menschen – zu Gott zu kommen. Der Mensch muss sein Ziel kennen und die Möglichkeit haben ans Ziel zu kommen. Vor Hunderten von Jahren dachten die Menschen, dass es unmöglich sei,  ins Weltall zu fliegen oder dass der Mensch am Mond landen kann. Das hielten die  Menschen damals als ein Torheit.   Und doch ist das heute zur Wirklichkeit geworden. Heute zweifelt  niemand daran. Warum sollten wir dann daran zweifeln, dass der Mensch einmal zu Gott kommen kann.   Eine Rakete kann aber nicht starten, wenn sie keinen Brennstoff hat. Welchen ,,Brennstoff“  brauchen wir, um zu Gott zu gelangen? Dieser „Brennstoff“ ist die Liebe. Man kann eine noch so perfekte Rakete haben, wenn es keinen Brennstoff gibt, kann die Rakete niemals ins All fliegen. Man kann an Gott glauben, aber das genügt nicht, wenn wir nicht Gott und den Nächsten lieben. Nur so gelangen wir zu Gott.

Heute zeigt uns der Heilige Stephanus, dass es möglich ist, Gott und den Nächsten zu lieben. Sein Tod ist der Geburtstag für das ewige Leben. Wir haben gehört, wie Stephanus sagte: Herr, nimm meinen Geist auf! Das Ziel des Heiligen Stephanus war in seinem ganzen Leben Christus. Er starb für Christus, denn er liebte ihn. Stephanus betete sogar für die Menschen, die ihn steinigten. Er sagte: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! So haben wir es aus der Apostelgeschichte gehört. Er liebte sogar jene, die ihn töteten. Sein Tod wurde zur Verherrlichung im Himmel. Das ist das Große, das jedem Menschen angeboten wird – nur durch die Liebe zu Gott und den Menschen kann man das ewige Leben erhalten.

Dazu eine Geschichte: Es lebte einmal ein Mensch, der nur an sich selbst dachte. Bei einem seiner Kameraden beklagte er sich: Ich weiß nicht, was ich den Menschen getan habe, dass sie mich nicht  mögen. Alles, was ich habe, werde ich nach meinem Tod den Kindern und Armen geben. Warum lieben sie mich nicht? Da erzählte ihn sein Freund ein Begebenheit: Einmal kam ein Schwein zu einer Kuh. Sie bewegt ihren Schweif und beklagt sich über ihr Schicksal. Die Menschen mögen mich nicht. Wenn jemand einen anderen Menschen nicht mag, dann sagen sie: Du Schwein! Das ärgert mich sehr. Dich, liebe Kuh, dich haben die Menschen gern. Warum? Du gibst ihnen doch nur Milch. Ich geben ihnen Fleisch, Fett, Speck, Schinken und meine Haut können sie zu Leder verarbeiten. Aber die Leute sind nicht dankbar dafür. Da sagte die Kuh zum Schwein: Ich kann dir das schon erklären. Ich gebe ihnen meine Milch und mein Leben geht weiter. Du schenkst ihnen vieles, aber erst nach deinem Tod. Ob das Schwein diese Aussage verstanden hat, das wissen wir nicht. Aber es wäre schade, wenn wir das nicht begreifen. Es soll uns sagen: Gute Taten müssen wir zu Lebzeiten machen, nach dem Tod können wir das nicht mehr. Den Menschen sollen wir während unseres Leben nützlich sein – wir sollen ein Leben voll Liebe zu Gott und den anderen führen.  Dazu noch ein Beispiel: Ein russischer Historiker hat ausgerechnet, dass bei Napoleon Kriegsführung 180 Hektoliter menschlichen Blutes vergossen wurde. Warum? Damit er seine Pläne verwirkliche und er Berühmtheit erlange, mussten Hunderttausende Soldaten sterben.

Christus ist da anders, er hat sein Blut hingegeben für uns, damit wir das Leben haben. Die Tragödie des Menschen ist, dass es viele gibt, die Ruhm erlangen wollen und ihre Macht dafür einsetzen. Andere Menschen wiederum leiden, damit in der Welt mehr Güte und Liebe sei. Der Heilige Stephanus gehörte zu diesen Menschen. Wie schön wäre es, auch zu diesen Menschen zu gehören, die Güte und Liebe in die Welt bringen!

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