Fest der heiligen Familien B Lk 2, 22-40

Fest der heiligen Familie 2017 – Meine Familie

Einführung

Was spüren wir, wenn wir  die Wörter  „Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Großmutter“ aussprechen? Wenn wir dazu noch die Worte „mein oder meine“ anschließen, bekommen wir das Bild von Menschen, die  mit uns  blutsverwandt ist. Meine Familie – das sind nicht nur  die Namen, die Gesichter, sondern  das heißt auch Verantwortung,  Sorge,  Erziehung und Liebe. Es ist daher gut und schön, dass das Fest der heiligen Familie seinen Platz in der Weihnachtszeit hat. Es ist schön und gut, wenn auch unsere Familie in dieser Zeit für einen oder mehrere Tage zusammenkommen, dass wir Zeit füreinander haben.

Predigt

Als Gott sich entschied, jemanden auf die Erde zu schicken zu unserer Erlösung, da begann auch sein Werk mit einer Familie. Jesus selbst wurde in eine Familie hinein geboren, er wuchs mit ihnen auf und segnete so die Familie. Die Kirche stellt die heilige Familie als Vorbild für jede menschliche  Familie hin. Jesus hatte es nicht leicht – er wurde in einem Stall in einer Futterkrippe geboren, weil keine Herberge für ihn war, er musste mit Maria und Josef wergen Herodes nach Ägypten fliehen und vieles mehr. Doch durch alle diese Begebenheiten erfüllten Maria und Josef den Willen Gottes.

Von Weihnachten sagt man, dass es das Fest der Familie ist, was aber nur teilweise die Wahrheit ist. Glücklich sind die Menschen, die in einer Familie leben, wo die Eltern und die Kinder sich gegenseitig lieben und annehmen, wo auch Opferbereitschaft herrscht. Leider gibt es auch Familie, wo die Liebe fehlt, wo nur Streit ist, man sich gegenseitig verdächtigt, es oft zu Missverständnissen kommt usw. Viele Familien sind zerbrochen, das ist ein großes Problem.

Dazu möchte ich Ihnen ein Beispiel erzählen: Ich kenne eine Frau im Alter von ungefähr 50 Jahren. Als sie jünger war, war sie Weltmeisterin in einer Sportdisziplin. Die Sporterfolge, aber die die Beliebtheit in der Gesellschaft führte dazu, dass sie niemals heiratete. Sie hatte verschiedene Partner und keine Kinder. Ihre sportliche Karriere war ihr wichtiger als ein Familienleben, als Kinder. Und heute? Heute merkt sie, dass ihr Leben leer ist. Sie sehnt sich nach eigenen Kindern. Sie spürt, dass sie nicht erfüllt von ihrem Leben ist, dass sie niemanden gehört. Obwohl sie reich und schön ist, ist sie nicht glücklich. Vielfach gibt es solche Schicksale. Immer sind Erfolg, Bequemlichkeit, Reichtum wichtiger als Familie und Kinder.

Wir wollen uns heute freuen über das Fest der Heiligen Familie und Gott bitten, dass er unsere Liebsten mit Frieden und Liebe segnet. Wir wollen Gott danken, dass wir in geordnete Familien-verhältnisse hinein geboren wurden und dort aufwachsen durften, uns auch ein christliches Leben vorgelebt wurde. Wir wollen aber auch für die beten, die keinen richtigen Blick haben für die Sendung von Mann und Frau. Wir wollen beten auch für die Gesetzgeber, damit sie Gesetze machen, die die Familien schützen.

Wir alle sollen eine große Familie sein. Es hängt von uns ab, unser Glück auf Christus hin auszurichten und auf seine Lehre zu achten. Die Familie von Nazareth ist – so vermutet man – nicht alt geworden. Ihre Kraft und ihr Vorbild sind aber auch heute noch aktuell.

Es gelten die Worte des französischen Schriftstellers Rene Basin: Bitte Gott, damit er mitten unter uns wohnt. Er ist die Quelle, die Kraft und das Ziel unserer Liebe. Ist das nicht eine wunderschöne Bitte für unser Familien?

Der Autor Duval, der viele bekannte Lieder geschrieben hat, schreibt: Ich war das fünfte von neun Kindern in unserer Familie. Wir wurden religiös erzogen, trafen uns jeden Abend zum Rosenkranz. Das werde ich bis zu meinem Tod nicht vergessen. Ich habe noch immer meinen Vater vor Augen. Müde von der Arbeit kniete er nieder, lehnte sich an einen Stuhl und legte sein Gesicht in seine Handflächen. In meinen Augen war mein Vater streng, oft unnachgiebig, er leitete das ganze Haus, er hatte keine Angst und doch neigte er stets seinen Kopf vor Gott. Da dachte ich mir: Wie groß muss Gott sein, wenn mein Vater sich vor ihm niederkniet. Gott muss ganz nahe sein, wenn mein Vater mit ihm spricht. Die Mutter sah ich nie knieend. Sie saß müde auf einem Stuhl mit den kleinsten meiner Geschwister. Wir anderen drängten uns dicht an sie – und sie betet leise. Ich dachte, dass es schön ist, wenn meine Mutter so mit Gott sprechen kann und in ihren Armen ihre Kinder. Die Hände meines Vaters und der Mund meiner Mutter, lehrte mich Gott mehr zu kennen und zu lieben –  als der Katechismus.Wir wissen, dass Vater und Mutter sein nicht einfach ist, sondern eine große und schwierige Kunst.

Johannes XXIII sagte: Leichter ist es für einen Vater fünf Kinder zu zeugen, als ihnen ein guter Vater zu sein. Und von der Mutter gilt: Die Geburt eines Kindes macht noch keine Mutter, so wie ein Piano im Haus noch nicht bedeutet, dass ich ein guter Pianist bin. Die Heilige Familie lehrt uns, ein guter Vater und eine gute Mutter zu werden. Wenn wir von Maria und Josef lernen, so ist das nicht unmodern, im Gegenteil. So wie Maria und Josef den Willen Gottes erfüllten, so sollen auch wir den Willen Gottes erfüllen. Unser Blick auf die Heilige Familie von Nazareth ist für uns die beste Schule. Heute wollen wir danken für alles Gute, dass wir in unseren Familien erleben durften. Wir wollen die Heilige Familie bitten, unsere Familien weiterhin zu beschützen.

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