2.Sonntag im Jahr B Joh 1,35-42

2.Sonntag 2018 – Der erste Kontakt mit Jesus

Einführung

Haben Sie schon einmal nachgedacht, wann Sie Kinder in die Kirche mitnehmen könnten? Welches Alter ist da am günstigsten? Wann kann man am besten den Heranwachsenden eine tiefere Beziehung zu Jesus ermöglichen? Zum Glauben an Gott führen mehrere Wege. Das heutige Evangelium beschreibt einen dieser Wege.

Predigt

Der Evangelist Johannes beschreibt  eine Möglichkeit, wie der Mensch  Gott finden kann. Jemand ist fasziniert von einem beispielhaften christlichen Leben eines Mitmenschen, ein anderer hört etwas, was die Gott-Verbundenheit ausdrückt. Diese erste Begegnung mit Gott nehmen manche als Zufall an – es ist für sie etwas Unerwartetes, Unvorhergesehenes. Aber schließlich wird diese Begegnung der Beginn eines neuen Lebens mit Gott. Johannes der Täufer war irgendwie eine Brücke, auf der die ersten Jünger zu Jesus kamen. Das ereignete sich kurz nach der Taufe Jesu durch Johannes im Jordan.  Jesus rief die ersten Jünger nicht selbst, sondern er sandte Johannes, den Täufer zu ihnen und dieser sagte: Das ist das Lamm Gottes. Einer von diesen Jüngern war Andreas, der zweite wurde absichtlich noch nicht mit seinem Namen benannt, aber es war  sicherlich Johannes, jener Apostel der das Evangelium davon schreibt. Jesus nachzugehen, bedeutet aber nicht, berufen zu sein. Andreas und Johannes hat Jesus später berufen. Es geschah am See von Galiläa. Matthäus schreibt davon in seinem 4. Kapitel:  Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

Schon die erste Begegnung mit Jesus blieb nicht  ohne Antwort. Wir sehen das am Beispiel des Heiligen Andreas. Dieser findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und sagt zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus). Er führte ihn zu Jesus. Bei der Brotvermehrung sagte Andreas: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Später führt Andreas die Griechen zu Jesus. Auch für Johannes hatte die Begegnung mit Jesus die  entscheidende Bedeutung. Was können wir in der Geschichte der Kirche verfolgen? Auch wenn am Anfang  Gott die Menschen direkt ansprach,  wie im Fall des heiligen  Paulus beim Tor in Damaskus, so brauchte er sie, damit sie andere zu ihm führen. Gott beruft auf verschiedene Weise Menschen in seine Nachfolge. Viele Menschen setzen dazu den ersten Schritt, das sind meist die Eltern oder Großeltern, die Familie, die Pfarre. Aber schließlich muss sich jeder Menschen selbst zu seinem Glauben bekennen.  Der Mensch ist ein freies Wesen und Gott respektiert seine Entscheidungen. Er wartet auf unsere Zustimmung, auch wenn er sie keineswegs braucht. Viele fanden ihren Weg zu Gott erst nach Irrwegen und nach langer Suche. Ich denke da an den Heiligen Augustinus und an viele andere Heilige. Auch auf ihrem Weg zum Glauben spielten andere Menschen, die ihnen Gott schickte,  eine wichtige Rolle.

Vor allem ist der Glaube aber eine Gnade, die uns Gott schenkt, damit wir zu ihm finden. Von uns Menschen hängt es ab, diese Gnade anzunehmen.  Jeder von uns hat seine besondere Glaubensgeschichte, seinen besonderen Glaubensweg. Es soll uns aber auch bewusst sein, dass wir die Pflicht haben, auch anderen diesen Weg zu zeigen. Unser gutes Beispiel kann Gott dazu verwenden, anderen den richtigen Weg zu weisen, der zu Gott führt.

Helena Mischovits war Mitglieder der Zeugen Jehovas. Sie war sehr eifrig. Sie widmete sich dem Studium der Bibel, sie sprach die Menschen an. Aber dann kam sie darauf, dass in der Lehre der Zeugen Jehovas viele Gegensätzlichkeiten sind. Sie wendete sich von ihnen aber, aber in den Augen andere Mitglieder bezeichnete man sie dann als „besessen“ und schloss sie aus ihrer Mitte aus. Die Zeugen Jehovas wissen, dass Menschen die keinen Halt in Gott haben, leicht für sie begeistern lassen. Sie werden immer wieder kommen und sich bemühen, sie für sich zu gewinnen. Helena erzählte, dass sogar ihre Tochter und ihr Sohn, die ebenfalls zu den Zeugen Jehovas gehören, den Kontakt mit ihr abgebrochen haben. Sie aber ging nie mehr zu den Zeugen Jehovas, denn ihre Lehre ist auf Angst und psychische Erpressung aufgebaut. Ihr wurde bewusst, dass diese Lehre keinesweg mit dem christlichen Glauben vereinbar ist. Sie sagte: Wenn andere das wüssten, würden sie nicht so viele Irrtümer und Gesetzlosigkeiten begehen. Heute habe ich Ruhe in meiner Seele gefunden. Ich habe Jesus kennen und lieben gelernt und verstehe nun, dass seine Lehre die Liebe ist, die den Schwachen Kraft und Hoffnung gibt. Bei den Zeugen Jehovas lebte ich ständig in Angst. Ich öffnete mich dem Heiligen Geist und weiß heute, was es bedeutet, ohne Angst zu leben. Ich bin ein Kind Gottes und kein Sklave einer falschen Lehre mehr. Jesus gibt mir auch die Sicherheit, das ewige Leben zu erlangen.

Die Kirche uns, dass der Glaube von einer  persönlichen  Begegnungen mit Jesus abhängt . Aber dieses Erlebnis muss der Mensch weiter entwickeln. Das Gebet und die Sakramente sind unentbehrlich, aber mit Gott können wir uns auch außerhalb der Kirche  treffen, zum Beispiel auch in der Natur.

Es ist richtig und wichtig, wenn die Eltern  ihre Kinder schon sehr früh zu Gott führen. Wenn sie ihnen erklären, wer Gott ist, wer Jesus ist, was  die Kirche ist, so ist das eine wertvolle Aufgabe der Eltern.  Aber vergessen wir nicht, wirksamer als Wörter ist das Leben nach dem Glauben, sind  die Taten der Liebe. Das lehrt uns das ganze Evangelium.

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