Christkönigssonntag B Joh 18,33-37

Christkönigssonntag 2018 – König und Königtum für alle

Einführung

Den letzten Sonntag des Kirchenjahres nennen wir Christkönigssonntag.  Zu der Zeit  als Nationen an die Spitze ihrer Regierungen  Präsidenten und Ministerpräsidenten wählten,  gehörten die Titel König, Kaiser und Zar der Vergangenheit an. Papst Pius XI führte durch die Enzyklika Quas Primas am 11. Dezember 1025 für die gesamte Kirche das Fest von Christus dem König ein.

Predigt

Im Laufe der Geschichte starben viele Menschen für  diesen König. Einer von denen,  die starben, rief laut aus:  Es lebe  Christus, der König! Er war auch der erste Märtyrer der Zigeuner, der Spanier Ceferino Giménez Malla. Er wurde Anfang August  1936  auf dem  Friedhof  in Barbastro während  des Bürgerkriegs in Spanien erschossen. Er wurde am 4. Mai 1997 von Papst Johannes Paul II seliggesprochen.

Jesus ist ein König ohne Krone auf dem Haupt, ohne königliche Insignien, ohne  persönliche Garde  und Armee. In seinem Reich  spielt das Geld keine Rolle – und  doch geht in seinem Reich die Sonne nicht unter.  Dieser König lässt sich  von seinen Brüder so nennen und auch er redet seine treuen Brüder und Schwestern so an. In seinem Reich spricht man in allen Sprachen. Er ist der Einzige, der ewig  ist – und er wird nie der Geschichte angehören. Alle irdischen Titel  werden einmal  verschwinden. In seinem Reich sind alle gleich. Nur er kann  von  selbst  sagen, dass er der Erste und Letzte ist. Seine Worte sind Wahrheit. ER ist der Weg, die Wahrheit  und  das Leben. Jesus rief bei seinen Zeitgenossen  viele Fragen hervor. Jesus ist der, von dem Simeon schon bei der Darstellung im Tempel  sagte: Dieser ist dazu bestimmt,dass in Israel viele  durch  ihn  zu Fall kommen und  er  wird  ein Zeichen  sein.

Wir müssen wissen, dass es Wahrheiten gibt, die wir erlernen können.  Die Menschen müssen sie beherrschen, wenn sie im Leben gut bestehen wollen. Es gibt auch unfruchtbare Wahrheiten,  und es gibt auch Wahrheiten, die  die Welt  bewegen und sie verändern wollen. Über alle  diese Wahrheiten gibt es  eine Wahrheit, die  mehr ist als  die  Summe  aller Wahrheiten. Diese einzige Wahrheit  hat  keine Mehrzahl. Wir  können sie nicht besitzen oder beherrschen, wir können an ihr teilnehmen, wenn wir sie empfangen. Diese Wahrheit befreit uns. Das ist die Wahrheit Gottes. Diese Wahrheit ist sichtbar erschienen. Das  Wort wurde Fleisch und hat unter uns gewohnt. Eines ist sicher, dass Jesus  keinem weltlichen König ähnlich ist.  Alle Könige sind gestorben und es blieb von ihnen nur Staub und Asche übrig. Jesus, der  König ist auch gestorben, aber am dritten Tag ist er auferstanden und wird auf ewig leben – und sein Reich wird auf ewig dauern.

Alexander der Große  weinte, weil er den Mond und die Sterne nicht erobern konnte, und die  Erde war für ihn zu wenig. Jesus Macht greift über die Sterne hinaus. Es waren Könige, die sich als die Heiligen Könige bezeichneten – aber keiner war Christus ähnlich.  Jesus liebt auch jeden Menschen ohne Unterschied. Dem römischen Kaiser Titus  gab man den Titel „die Zierde der Menschheit“. Man sagte stets am Ende des Abends, dass er für seine Untertanen nicht Gutes getan hat und sich immer nur beklagte mit den Worten  ,, Amici diem perdidi“ , das heißt:  Freunde, ich vergeudete den Tag. Es gibt nur einen König, der die Zierde der Menschheit ist und das ist Jesus Christus.  Er ist der König der Ruhe, der Barmherzigkeit, der Wahrheit und der  Liebe. Jesus ist der König eines  ungewöhnlichen Reiches. Der Größte in seinem Reich ist der, der  die größte Liebe zu Gott hat  und die kleinste Liebe zu sich selbst und der, welcher der Demütigste und Opferwilligste  ist.  Wer Gott  dient und dafür sorgt, dass sich sein Reich ausbreite, wer barmherzig und gerecht ist, der ist für ihm im Himmel groß.

 Die Dornenkrone von Christus bedeutet mehr als alle goldenen Krone. Diese Krone wurde das Zeichen der Liebe. Sie legten sie auf das Haupt Jesu, um ihn auszulachen. Jesu lädt uns ein,  in seinem Reich zu leben. Wenn wir aber in seinem Reich wirklich leben wollen, müssen wir nach seiner Lehre leben. Vergessen wir nicht, Christus ist auch ein gerechter Richter!

Ein Offizier des Kaisers Napoleon verwickelte sich in eine  Verschwörung gegen den Herrscher. Die Verschwörung wurde entdeckt und der Offizier wurde zum Tod verurteilt. Eines Tages wurde ihm das Schwert zurückgeben, und er wurde Kaiser Napoleon vorgeführt. Napoleon sagte zu ihm: Kehr zurück  zu deinem Regiment. Du hast genug Zeit, um nachzudenken, ob du den Tod durch Erschießung willst  oder die Beförderung zum Oberst. Bei einem nächsten Kampf wurde der Offizier in den Range eines Oberst erhoben. Der  Kaiser hatte ihn verziehen und er nannte ihn auch persönlich Oberst. Seitdem war er einer der treuesten Offiziere des Kaisers.

Wir zweifeln nicht daran, dass Christus, der König der edelste, barmherzigste König  ist – und unvergleichbar mit Napoleon. Wenn wir das Vaterunser-Gebet beten, sprechen wir die Bitte aus, am Reich Gottes teilhaben zu dürfen. Seien wir Christus, dem König treu. Diese Treue lohnt sich. Im Reich Gottes zu leben, das ist das Ziel unseres Lebens. Auch wenn die Welt heute gegenüber Christus, dem König gleichgültig ist, wir bleiben ihm treu. Dazu fordert uns das heutige Fest auf!

 

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