24.Sonntag C Lk 15,1-32

24.Sonntag C 2019- Gottes Barmherzigkeit

Einführung

Im Mittelalter  sprachen  die Prediger mehr über die  Gerechtigkeit Gottes. Sie drohten  den Sündern, dass Gott sie bestrafen wird. Die moderne Zeit  betont mehr  die Barmherzigkeit Gottes, dass Gott  geduldig ist, und darauf wartet, dass der Sünder sich bekehrt. Und davon spricht auch das heutige Evangelium.

Predigt

Jesus erzählt  die Geschichte, von einer Frau, die eine Drachme verloren hat. Sie beginnt sie zu suchen. Wir müssen uns vorstellen, wie die Wohnung damals aussah. Es war  ein Raum, der als Küche, Esszimmer und Schlafzimmer diente. Und wenn das Wetter schlecht war,  in der Ecke des Raumes waren manchmal Gänschen, Zicklein. Der Boden hatte  kein Parkett. Es war dort verdichteter Lehm, auf dem Stroh war. Und  dort  ging das Geld verloren. Die Frau  musste  alles  vorsichtig  in den Hof bringen. Vielleicht  war  das Geld matschig, sie fand  das Geld, wusch es, freut sich und  rief  die  Nachbarn an. Aber was ist  ein Geld  gegen ein Schaf. Der Hirte stellte  fest, dass  ihm  ein Schaf fehlt. Er nimmt einen Stock  macht  sich  auf  die Suche  nach dem Schaf. Er fand es. Es ist  vom  Felsen  gefallen und hat  sich  die  Beine  gebrochen  hat. Er steigt zu ihm hinunter, wirft ihm nichts vor, er nimmt  das Schaf  auf  seinen  Schulter. Ihm macht  es  nichts  aus, dass  die  Last  schwer  ist. Er ist glücklich. Er fand  sein  Schaf. Aber was ist  ein Schaf  im Vergleich  zu seinem  eigenen Kind. Ein Vater hat  einen  fröhlichen Sohn, ein  wenig leichtsinnig. Eines Tages  sagt er zum Vater. Das Leben  ist hier  so  langweilig. Nur  arbeiten, nur beten. Kein Spaß. Ich  möchte  ein bisschen Spass haben. Ich gehe  in die Welt. Sein Vater gab ihm seien Anteil und er geht glücklich weg. Er bewegt sich  in einer  fröhlichen Gesellschaft. Er zahlt  für  alle.  Aber  dann  ist das Geld weg. Er muss arbeiten gehen. Aber er  kann  keine  richtige  Arbeit  finden. Schließlich  wird  er  ein Schweinehirte. Niemand  kümmert  sich  um ihn, er isst das, was  die  Tiere  übriglassen. Er hat einen  unerträglichen  Hunger. Dann  erinnert er  sich  ans Zuhause. Wie  leben dort alle im Behagen. Sie haben genug zu essen,  sie ruhen  auf  weichen  Betten. Er geht  zurück  nach Hause. Er denkt.  Vielleicht wird mich  mein Vater nicht vertreiben. Als  er sich  dem Haus  nähert, geht  sein Vater ihm  entgegen, sein Vater  beendet  seine Beichte, als  er  ihm  sagt, was er  getan  hat. Er befiehlt ihn zu baden, ihm ein  neues Kleid zu geben und  ihm  einen  Ring  zu  geben.  Das war ein Zeichen: du  ist wieder mein Sohn. Und der Vater richtete ein Mahl aus. So handelte dieser  Vater, und ich  bin überzeugt, dass sein Sohn  das Haus  nie  wieder  verlassen hat. Die  Barmherzigkeit  hat  ihn  völlig  verändert. Der  Mensch ist  ein merkwürdiges  Wesen. Wir  haben  eine  Seele in uns, die  uns  zu den Höhen  führt. Schöne Ideale, begeisterte Pläne. Wir  haben  aber auch  einen Körper, der uns  zur Sünde  verführt. Und der Mensch lebt  permanent  in der Zwiespalt . Der heilige  Paulus erwähnt auch, dass  er  ein  Sünder  war und er dankt  dafür,  dass Gott zu ihm  barmherzig war. Viele  Menschen werfen Gott vor, dass er gegenüber  Sündern  sehr nachsichtig ist.  Als ob  sie Gott  befehlern würden, böse  Menschen  zu bestrafen.  Aber  Gott  will nicht, dass  ein Sünder  stirbt, sondern, dass  er sich bekehrt  und lebt.  Gott bestraft  den Menschen  nicht  sofort, er gibt  ihm  die  Möglichkeit  seine Sünden  zu bereuen und er ist  immer weider bereit  uns  zu vergeben. Dazu  eine  Geschichte aus unserer Zeit. Jimmy  Martini war  ein junger Mann, der  aus dem  Haus  floh  und  sechs Jahre  lang  durch die  Welt  streifte. Solange  er das  Geld  hatte, das  er zu Hause  gestohlen  hatte, war es gut. Zuerst  besuchte  er  die bestens Hotels, und gönnte sich   ausgewählte  Gerichte. Dann sinkte er um eine Stufe nieder. Kneipen, Discos.  Und  als er dann  nichts mehr  hatte,  belästigte  er  seine Freude. Er schlief  draußen, auf den Bänken. Zum Schluss  Kleindiebstahle, Betrüge. Er stand  einmal  auf  der Straße  und sah  sich  die Plakate  an. Es war  dort ein Plakat  Kinoprogramm, Sportplakette, Plakat zur  Wahlversammlung. Auf  einmal  sieht  er  sein  eigenes  Bild  auf  einem  Plakat. Und   unter  seinem  Bild war geschrieben: Sohn  komm  zurück.  Die Tür  ist  immer  offen. Das hat ihn bewegt, er kam  zurück, aber  nicht  Tagsüber,  sondern   in der Nacht. Er kam  von  hinten  durch  den Garten  nach  Hause. Er  stieg  schweigend  die Treppe  hinauf und  ging  in sein  Zimmer. Es war offen. Alles war  dort  wie vor  sechs Jahren. Er  nahm ein Bad  und  schlief nach  langer  Zeit, in  einem sauberen Bett. Als er  aufwachte, stand sein Vater  am Bett. Bevor  er seine  Beichte ablegte, bevor  er anfing sich zu entschuldigen  und zu erklären, sagte zu ihm der Papa: „Du bist zu Hause, ich bin froh, du hast eine neue Chance, fange wieder  an.“ Eine echte Geschichte. Wie schön es ist einem tief Gefallenen eine neue Chance zu geben. Sie haben sicher von Schwester Kowalska gehört. Als sie starb war sie nur 33 Jahre alt. In ihren Gebeten sah sie Christus, wie aus seinem Herzen zwei Strahlen hervorströmen. Rote, das war sein Blut und weiße. Jesu Herzenswunsch war, dass die Menschen rein werden. Sie verbreitete die Andacht zur Gottes Barmherzigkeit. Lasst uns Barmherzigkeit lernen. Wenn wir barmherzig werden auch Gott wird zu uns barmherzig sein. Und vor allem freuen wir uns, wenn sich jemand bekehrt, wenn er seine Sünden verlässt.

 etru

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