Kreuzerhöhung 2019

Jesus Christus, der uns durch  das Kreuz seine Liebe erwiesen hat, sei mit euch.

Heute feiern wir das Fest der Kreuzerhöhung. Das Kreuz  Jesu  Christi ist  die Schule  aller christlichen  Weisheit. Jesus, der  Sohn  Gottes, ist durch seinen  Tod am Kreuze unser  Erlöser  geworden, aber  dadurch hat er nicht  aufgehört, auch noch am Kreuze unser Vorbild und unser Lehrer zu sein. Nicht bloß sein  heiliges  Leben, sondern auch  sein  bitteres  Leiden und  Sterben ist  und  bleibt für  uns  ein  Gegenstand der  Nachahmung.

Jesus, du hast für uns das Kreuz getragen. Herr, erbarme dich unser.

Du bist am Kreuz erhöht werden. Christus, erbarme dich unser.

Du wirst wiederkommen im Zeichen  des Kreuzes. Herr, erbarme dich unser.

Ja liebe Brüder und Schwestern auch am Kreuze ist Jesus Christus noch  unser Lehrer und so ist, wie  der hl. Augustinus sagt /August Tractat. 119 in Joan/ jenes Holz an welchem  die Glieder  der sterbenden Erlösers, angeheftet waren, ist für uns  die Kanzel des  lehrenden  Meisters somit ist  sein heiliges Kreuz für uns die Schule  aller  christlichen  Weisheit geworden. Was Jesus in seinem Leben durch Worte und taten lehrte, das lehrte er  am Kreuze durch sein Schweigen, durch  sein Leiden und  Sterben durch  sein Kreuz  selbst. Aber die Weisheit, welche  der Gekreuzigte  lehrt, ist eine  himmlische, keine irdische, sie ist eine  geistige, keine  fleischliche Weisheit. Diese Weisheit, die christliche nämlich, weil sie von Christus kommt und zu Christus führt, diese Weisheit betrifft das eine Notwendige, welches ist: Die Sünde  fliehen, Gott zu  ehren, Gott zu lieben, Gott dienen und so selig werden. Diese christliche Weisheit erlernt  sich am schnellsten am leichtesten am sichersten in der Schule des Kreuzes.

Bei den Füßen des Gekreuzigten und versenkt in ein Meer geheimnisvoller Betrachtungen über das große Werk der Erlösung, erlangten die Heiligen Gottes jene hohe Tugend, welche  wir  in ihrem Leben bewundern.

Der  hl. Thomas  von Aquin, jener  wahrhaft englische Lehrer bekannte  von sich selbst. Er habe  von dem Kreuz  Jesu Christi weit mehr  gelernt, als  aus  Büchern.

Als der hl. Bonaventura gefragt  wurde, wo  er  denn  die kostbare Büchersammlung  habe, aus  welcher er  wahrscheinlich alle Schätze  seiner Weisheit  geschöpft   hatte, so  zeigte er hin auf  das  Bildnis des  Gekreuzigten, und sprach:  „Hier ist die Bibliothek, aus  welcher  ich  alles  gelernt habe, was  ich weiß.“

Die hl. Katharina von  Siena, diese  hochbegnadete und in  der Wissenschaft  des Heiles  erleuchtete Seele, bat  einst Gott, er  möge  ihr den Weg zur  Vollkommenheit zeigen und zur  Vereinigung  mit  ihm kommen. Gott  antwortete  ihr   in  einer  himmlischen Offenbarung: „Sieh auf  Jesus, meinen  Sohn, in welchem  ich  mir  allein wohl-gefalle, und welcher  sich  selbst  entäußerte, die Gestalt  des  Knechtes   annahm, und gehorsam  war  bis  zum  Tode  des Kreuzes.“

Im Namen Jesu Christi der durch sein  Kreuz die Welt gerettet hat, wagen  wir  zum  Vater zu beten:

Das Kreuz einst ein Zeichen der Schande hat uns den Frieden gebracht. Deshalb  bitten wir:

Selig, die gerettet werden, durch Jesus Christus der  für  uns am Kreuz erhöht  ist. 

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