5. Sonntag A der Osterzeit Joh 14,1-12

5. Sonntag der Osterzeit 2020

In der antiken griechischen Mythologie können wir über den tapferen Helden Herkules lesen. Ein Mythos spricht von ihm, als er einmal in Gedanken versunken war und die Tugend und das Laster zu ihm kamen. Das Laster  sagt zu ihm: „Ich sehe, dass du dich fragst, welchen Weg du gehen sollst. Wenn du dich für meine entscheidest, wird es eine Freude sein, für dich zu leben. “Herkules fragte es nach ihrem Namen und es sagte: „Meine Freunde nennen mich Glückseligkeit und meine Feinde die Sünde. “Dann trat der andere – die Tugend – auf ihn zu und sagte: „Ich möchte dich  nicht täuschen.  Ohne Kampf und Anstrengung kann man nichts erreichen. Wenn du mit mir kommen wirst, müsst du  viel leiden. Wenn du Ruhm erlangen willst, musst du anderen Gutes tun. Wenn du eine Ernte willst du haben, musst du das Land kultivieren. Wenn du stark sein willst, musst du mäßig leben. “
Wie Herkules müssen wir uns in unserem Leben oft entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen. Es gibt wirklich viele Wege, die sich uns anbieten. Beachten wir  jedoch die heutige Bemerkung Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Jeder Weg führt irgendwohin. Herkules ‚Wege hatten auch ihren Zweck, einer endete in Sünde, der andere in Tugend. Wohin führt der Weg Jesu? Im heutigen Evangelium beantwortet er diese Frage: „Es gibt viele Wohnungen im Haus meines Vaters. Ich werde einen Platz für euch vorbereiten. “So führt der Weg Jesu zu den ewigen Wohnungen unseres himmlischen Vaters. Deshalb kam er auf diese Welt, damit die Menschen Leben haben und es im Überfluss haben. Das schöne Leben mit Gott. Und weil nur Gott das Leben ist, kommt Christus in diese Welt und stirbt für uns, damit auch wir am Leben Gottes teilnehmen können. Denn so war die Absicht des Schöpfers. Die Menschen sollten für immer leben und glücklich sein. Ihr Leben sollte nicht, Schmerz, Leiden und Tod  kennen. Aber der Mensch hat sich durch seine Rebellion aus der Wohnstätte Gottes vertrieben und sie von sich selbst ausgeschlossen. Ohne Christus könnten wir niemals alleine dorthin zurückkehren. Das ist wahr, Jesus betont gegenüber den Aposteln beim letzten Abendmahl: „Ich werde einen Platz für euch vorbereiten.“ An der Schönheit dieser Behausung kann kein Zweifel bestehen. Schließlich hat Gott uns auf dieser Erde bereits so viel Schönheit gegeben wie in der Natur – Berge, Wiesen, Blumen, Kinderaugen, wie viel schöner die Wohnstätte  im Himmel sein muss. Der Apostel Paulus konnte ihn zumindest für eine Weile sehen und hinterließ uns dieses Zeugnis von ihm: „Weder das Auge sah noch das Ohr hörte, noch kam es in das menschliche Herz, was Gott für diejenigen vorbereitet hat, die ihn lieben.“ Stellen wir uns vor, Gott möchte diese Wohnung allen  geben. Sagen sie, wer würde sie nicht wollen? Wer würde sich nicht nach dieser Schönheit sehnen? Alles ist tatsächlich vorbereitet und eingerichtet. Alles, was wir tun müssen, ist dem Weg Jesu zu folgen, nach der Wahrheit Jesu zu leben. Wenn wir das tun, hindert uns nichts daran, das Leben Jesu in Gott zu leben.
Andrea Mailoki, Professor an der Medizinischen Fakultät in Mailand, schreibt am Ende seines Buches „Das Leben der Chirurgen“: Leben? Was ist der Sinn  ständiger Hektik, aller Arbeit und Anstrengung? Gerade genug für einen Menschen  zu leben? Und wofür lebt er? Wohin geht er? Ich habe mein ganzes Leben lang darüber nachgedacht und es scheint mir, dass ich wieder in den Händen meiner Mutter bin und ich  frage sie; warum wir auf die Welt gekommen sind? Und als ob ich ihre Worte hören würde: „Sohn, wir sind in der Welt, um Gott zu kennen und ihn zu lieben, ihm zu dienen, und so, in den Himmel kommen.“
Der Weg unseres Lebens soll zu Gott führen. Wir sind aus ihm herausgekommen und kehren wir zu ihm zurück. Aber nur ein Weg zu Gott ist der richtige, den Jesus Christus uns gezeigt hat. Lasst uns deshalb in die Tiefen unserer Seele schauen und uns fragen: „Wohin gehst du? Auf welchen ​​Weg schreitest du  tatsächlich? “Es ist wahr, dass der Weg zu Gott anstrengend ist. Jesus wusste das auch und sagte: „Wie eng ist das Tor und der enge Weg, der zum Leben führt, und es gibt nur wenige, die es finden!“
Heute fragt mich Jesus: „Welchen Weg wirst du gehen?“ Möge unsere Entscheidung klar sein. Möge es der Weg Jesu sein, der Weg zu ihm. Obwohl dieser Weg schwer und anstrengend ist. Herkules wählte nicht das leichte Leben der Sünde, sondern ein mutiges Leben der Tugend, ein Leben voller Arbeit zum Wohl anderer. Die griechische Mythologie feiert ihn als Helden für seine Lebenseinstellung, und die Helden werden nicht vergessen. Lassen wir uns diese Woche ein klares Signal geben, dass der einzige Weg für uns der Weg von Jesus ist. Der Weg ohne Sünde, der Weg des tapferen Lebens und in Gottes Augen werden wir Helden sein.

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