Donnerstag der 19. Woche Mt 18,21-19.1

Jesus, der zu Petrus spricht. Nicht bis siebenmal, sage ich  dir, sondern bis  siebzig mal sieben, er sei mit euch.

Peter machte wahrscheinlich keine Witze. Er hatte er einen Bruder, Andreas, also fragte er nicht nur hypothetisch. Er wollte die Grenze kennen: Wie oft muss er seinem Bruder genau vergeben? Wie oft sollte er Freundlichkeit und Vergebung zeigen? Vielleicht sieben Mal? Jesus antwortete jedoch absolut klar: Vergib die siebenundsiebzig Mal. Vergib ganz, vergib alles, vergib bedingungslos – wie Gott uns vergibt!

Jesus, du kams, unsere Schuld zu  tilgen. Herr,erbarme dich unser.

Du  selbst  wolltest  Pilger  dieser  Erde  sein. Christus, erbarme dich unser.

Du  wirst kommen, in Gerechtigkeit  zu richten. Herr,erbarme dich unser.

In diesem Gleichnis ist Jesus wie der König, der die Schuld seines Dieners vergab. Genau das macht er mit uns. Wenn wir um Vergebung bitten, wird unser guter und geduldiger Gott sie uns immer geben (Jesaja 43:25). Gottes Barmherzigkeit anzunehmen sollte unsere tägliche Erfahrung sein. Gott ergießt sie in unser Herz, sei es durch das Sakrament der Versöhnung, durch die heilige Messe oder wenn wir unser  Gewissen erforschen, seine Heilung seine  Vergebung und  Liebe. Wir sollten niemals Angst haben, zu ihm zu kommen und ihm unser Herz so weit wie möglich zu öffnen. Immerhin ist seine Barmherzigkeit unerschöpflich!

Barmherzigkeit anzubieten sollte auch unsere tägliche Erfahrung sein. Und wir sind nicht allein darin, das zu tun, was gut für uns ist. Natürlich sind einige Übertretungen wie Verlassenheit, Missbrauch, Raub, Mord so  schrecklich, damit der Mensch mit eigenen Kräften  vergeben könnte, und sie erfordern übermenschliche Kraft und Stärke! Aber wer die Sünden der Welt weggenommen hat, hat diese Stärke und Kraft! Er wartet darauf, dass wir zu ihm rufen: „Herr, es ist keine Gnade in mir. Zeig mir, wo und wie ich mit Vergebung beginnen soll.“

Es ist wahr, je mehr er uns vergibt, desto mehr können wir anderen vergeben. Wenn wir uns regelmäßig der Barmherzigkeit bewusst sind, die Gott uns zeigt, werden wir beginnen, den Menschen auch kleine Dinge wie Gereiztheit, Unhöflichkeit und Beleidigungen zu vergeben. Allmählich wird Gott uns heilen und uns die Fähigkeit geben, selbst große Übertretungen zu vergeben. Er formt uns in die Form seines Sohnes. Und wenn Jesus diejenigen, die ihn gekreuzigt haben, beten  könnte: „Vater, vergib ihnen“, wird er uns helfen, dasselbe zu tun. Er steht uns immer nahe und lehrt und heilt uns geduldig.

Damit  wir  wie Jesus, aller Bosheit  widerstehen  können, lass  uns  voll Vertrauen zum Vater beten. 

Da  die Tage  der Versöhnung  begonnen  haben,  dürfen wir  den Herrn um seinen  Frieden  bitten.

So wird euch  mein himmlischer Vater  euch tun, wenn  nicht  jeder  seinem  Bruder  von  Herzen  vergebt.

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