Mittwoch der 20. Woche Mt 19.16-22

Jesus, der sagte: So werden  die Letzten die Ersten und  die Ersten die Letzten, er sei mit euch.

Jesu Gleichnis vom Hausbesitzer, der die letzten Arbeiter, die fast  nichts getan haben, gegenüber den hart arbeitenden Arbeitern bevorzugte, die die Hitze und Last des Tages im Schweiß seines Gesichts trugen, scheint uns schrecklich unfair ungerecht zu sein. Haben wir nicht das Recht, einen gerechten Lohn und für ehrliche Arbeit zu erwarten?

Jesus, durch dich ergeht  Gottes Ruf  an uns. Herr, erbarme dich unser.

Du nimmst uns in deinen Dienst. Christus, erbarme dich unser.

Du schenkst  uns das  Leben in Fülle. Herr, erbarme dich unser,

Und sollten wir nicht jegliche Form von Bevorzugung und Unehrlichkeit am Arbeitsplatz vermeiden? Die Frage ist also, ob Jesus wirklich unfaires Verhalten übersieht oder ob er seine Zuhörer nur darauf aufmerksam macht, wie außergewöhnlich Gottes Liebe und Gottes Barmherzigkeit sein können.

Eine kurze Information über die Arbeitsbedingungen zu Jesu Zeiten wird uns helfen, die Bedeutung dessen, was er sagen wollte, leichter zu verstehen. Die meisten Menschen in Palästina konnten es sich nicht leisten, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder Handel zu treiben. Stattdessen wurden sie als Tagelöhner eingestellt. Jeden Morgen gingen sie zum Platz und warteten darauf, ob ein Bauer oder sein Manager sie für Arbeiten wie Obst pflücken, einen Weinberg bewirtschaften oder auf den Feldern arbeiten würde. Dieses System funktioniert immer noch in Jerusalem – jeden Morgen kommen die Tagelöhner zum Marktplatz und warten ab, ob jemand sie einstellen kann. Den ganzen Tag arbeitslos zu bleiben bedeutete normalerweise, mit leeren Händen nach Hause zurückzukehren. Und ohne Geld gab es kein Essen auf dem Tisch.

Als der Besitzer eines Weinbergs im Gleichnis von Jesus Arbeiter anstellte, die die letzte Stunde seiner Arbeit untätig waren, zeigte er ihnen Barmherzigkeit. Der Besitzer wollte nicht, dass jemand, der arbeiten wollte, mit leeren Händen nach Hause zurückkehrte. Deshalb zahlte er ihnen einen vollen Tageslohn – damit sie und ihre Familien an diesem Tag etwas zum Leben haben.

Gott ist wie dieser Besitzer. Er will nicht, dass wir leiden oder uns reiben müssen. Seine Liebe geht weit über jede Logik dessen hinaus, was wir „verdienen“, und gibt uns stattdessen das, was wir „brauchen“. Er vergibt uns nicht nur unsere Sünden und fordert uns auf, mehr zu tun, um Gutes zu tun, sondern er schließt uns mit den Gaben seines Königreichs ein und versorgt uns nicht nur mit dem, was uns fehlt, sondern gibt uns viel mehr als wir erwarten. Möge diese Wahrheit heute unsere Herzen und Gedanken mit Staunen und Dankbarkeit erfüllen!

Gott hat  Sehnsucht  nach  uns und ruft uns. Wir dürfen  zu ihm kommen und ihn  unseren Vater  nennen.

Unser Gott hat Erbarmen mit uns und er ist  groß im Verzeihen. Deshalb bitten wir. 

So spricht  der Herr. Ich bin der Gute Hirt. Ich  kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.

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