Freitag der 23. Woche Lk 6,39-42

Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer; jeder aber, der  vollendet ist, wird sein  wie sein Lehrer  »Lukas 6:40.

Jeder Rabbiner zu Jesu Zeiten war sehr vorsichtig bei der Auswahl seiner Jünger. Alle jungen Männer lernten die weitgehenden  Passage des Gesetzes von Moses auswendig. Aber nur diejenigen, die sie wirklich einwandfrei kannten, wurden zum weiteren Studium eingeladen, wobei der geschätzte Lehrer nur die talentiertesten als seine Schüler auswählte. Diese Jünger versuchten dann, ihren Meister nachzuahmen, nicht nur im Denken und Sprechen, sondern auch in der Art der Kleidung, des Gebets oder sogar der Gewohnheiten.

Jesus, du bist das Licht, das uns führt. Herr, erbarme dich unser.

Du läutest unser Auge, dass wir  sehend werden. Christus, erbarme dich unser.

Du offenbarst uns  den Weg  des ewigen  Heiles. Herr, erbarme dich unser.

Jesus betete viel, bevor er seine Jünger auswählte, aber seine Kriterien und Absichten waren ganz anders. Vielleicht würde keiner der Zwölf als Kandidat für ein weiteres Studium Erfolg haben, einige von ihnen würden sogar den theologischen Test des niedrigsten Grades nicht bestehen. Sie waren auch sehr unterschiedlich – vom  Zöllner Matthäus über die „Söhne des Donners“ Jakobus und Johannes bis zum heißblütigen Peter. Jesu Absicht war es, jeden Jünger zu seinem eigenen Bild zu formen, jeden von ihnen zu befreien, damit sie ihre eigenen einzigartigen Gaben und Talente entwickeln konnten. Ja, die Jünger wurden zum Wesen ihrer Persönlichkeit, wie es ihr Meister war, ihre Liebe zu Gott drang ein, aber gleichzeitig entwickelte sich jeder von ihnen in dem, was der Meister in ihnen sah und liebte. Und so ging diese vielfältige und ungleiche Gruppe unter die Menschen, um das Reich Gottes aufzubauen!

Der heilige Paulus ist für uns ein einzigartiges Beispiel. Er selbst gibt zu, dass er, bevor Jesus ihn berief, ein „Lästerer, Verfolger und Vergewaltiger“ war, aber Gott erkannte ihn als „vertrauenswürdig“ an und vertraute ihm den apostolischen Dienst an (1 Tim 1,13). Jesus liebte ihn, und deshalb wurde Paulus die Gnade gegeben, in seiner Berufung zu wachsen. Ist es bei uns nicht dasselbe? Jesus ruft uns nicht an, weil wir bereits perfekt sind, sondern einfach, weil er uns liebt. Er lächelt uns an und zieht uns nicht zu sich selbst an, solange wir es sind, sondern zu wem er in uns sieht – weil er weiß, wie lange wir werden können, wenn wir mit ihm vereint sind. In dieser Beziehung von Freundschaft und Liebe können wir ganz wir selbst werden, die Menschen, die der Vater von uns will. Dann werden wir wie unser Lehrer und strahlen durch das Spektrum unserer Einzigartigkeit Liebe zur Welt aus.

Gott, hat  in Jesus Christus,  seine  Verheißung erfüllt  und  uns seine Liebe  gezeigt. Wir  beten mit den  Worten Jesu.

Jesus Christus ist gekommen, damit wir das Leben haben und  es  in Fülle haben. Deshalb  bitten wir.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht das  ausstrahlende  Licht aus der Höhe.

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