Von Egoismus zur Liebe

 Johannes von  Kreuz sagt davon als von der Nacht des Geistes.

Das Wesen ist ,dass bis jetzt, folgen wir, lieben wir  Gott eigennützig, für uns  selbst: Gott ist schließlich schön, großartig  und uns  mit ihm gut ist. Er  verspricht uns Belohnung im Himmel… Also warum wir ihn nicht lieben? 

Die wahre Liebe   muss sich  jedoch von dieser Egoismus reinigen. Sonst wird sie nicht vollkommen. – Es ist ähnliches, als wenn wir unsere Feinde lernen lieben, nicht darum das es uns irgendwie  lohnt. Eher umgekehrt! Schließlich, aber wir können sie lieben, weil wir im Gott verankern. Und  gerade Erfahrung göttlicher Liebe gibt uns die Kraft und Macht auch die böse, undankbare Menschen, die Menschen die uns hassen lieben. 

Aber… was, wenn Gott  „schließt Wasserhahn“ und lässt uns alleine, einsame, Verlassen, als Jesus am  Kreuz?

Dann tritt Krise ein, in der wir uns  entscheiden müssen. Ob wir Gott lieben werden trotzdem. Ob wir dasselbe werden tun, was die Theresa von  Avilla  sagte; auch wenn ich in der Hölle sein sollen, auch dort werde ich Gott lieben. Schon nicht für das Heil, sondern für Gott selbst.

Und  gerade diese Reinigung ist die  Nacht der  Seele von  Johannes  von  Kreuz. Ihre Zweck ist, bringen die Liebe zu Gott zur Vollkommenheit. Gott lieben nicht für die  Belohnung, oder für  göttliche Geschenke, oder für etwas  ähnliche, aber Gott lieben für ihn selbst.

Der Mensch muss seiner Egoismus absterben, damit wirkliche Liebe gebären kann, die den anderen liebt, wie er ist. Das muss geschehen auch in jeder Ehe. Es gibt keinen Menschen ohne Fehler. Es muss der Moment kommen, wenn wir bei unseren Mitmenschen akzeptiere und die Menschen trotz ihrer Fehler lieben. Das bedeutet nicht, dass wir die Fehler, der anderer nicht sehen wollen, sondern wir lieben sie trotz ihrer Fehler,

 Das gilt auch bei unserer Beziehung  mit Gott. Der Mensch nimmt wahr, dass Gott seine Anforderungen nicht erfüllt. Er bemüht mit Gott handeln, für seine Pläne zu gewinnen. Wenn Gott seine Pläne, Erwartungen nicht erfüllt der Mensch ist  enttäuscht, verwüstet, vielleicht sind wütend auf Gott, vielleicht verzweifeln wir… und schließlich muss er  Gott im Sinne des Wortes der Afiémi vergeben: Zieht seine  Ansprüche gegen ihn zurück, akzeptiert und liebt Gott, wie er ist… 

Dies ist genau der Moment, in dem ein Mann mit Jesus ruft „Eli, Eli, lema sabakthani?“, was bedeutet: „Oh mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27.46)

Jesus selbst hatte keine Sünde – aber er nahm unsere Sünden an und ging deshalb den ganzen Weg eines Sünders wie jeder von uns. Er hat auch seine Nacht der Seele durchgemacht!

Vielleicht ist es interessant, in diesem Moment die Stadien des Sterbens zu erwähnen, wie sie in ihren Recherchen von Elisabeth Kübler-Ross definiert werden. Diese schweizerische  Psychologe fand heraus, dass, wenn eine Person auf ein großes Problem stößt – und den bevorstehenden Tod. Unheilbare Krankheit ist in den Köpfen der meisten Menschen ein großes Problem – sie durchläuft bestimmte Stadien: Erstens weist sie die Nachricht von einem bevorstehenden Tod zurück: „Du hast dich vielleicht geirrt! So Schlecht gemessen! Messen Sie noch einmal. Das ist doch nicht möglich!“ Wenn das nicht hilft, kommt Wut herein: „Sagen sie mir  du mir nur so einfach, dass ich sterbe? Was für ein  Arzt sind sie? Schämen Sie sich nicht?““ Aber Arzt  zuckt nur ratlos mit  den Schultern, weil er  in diesem Moment  machtlos ist. Die Handeln-Phase kommt: „Nun, gut. Werfen Sie einen Blick. Ich habe Geld. Ich zahle, was gebraucht wird. Ich werde mein Bestes geben. Dann tun Sie etwas! Bitte!““ Aber es gibt nichts, was Sie tun können. Und so kommt DEPRESSION, Verzweiflung: „Es ist vorbei. Es gibt nichts, was Sie tun können. Ich bin ein toter Mann…“ Aber wenn wir diese Phase überstehen, kommt die letzte, konstruktive Phase der Transformation: AKZEPTANZ: „Okay. Ich sterbe. Was bedeutet das für mein Leben? Was soll ich jetzt tun? Wohin gehe ich?““ Und das ist, wenn das Sterben etwas Positives wird, die letzte Stufe der menschlichen Transformation. Aber, wie Kühler-Ross bemerkt, viele Menschen wachsen hier nicht auf. Meisten.

Das gilt natürlich auch für andere unangenehme Dinge. Zum Beispiel, wenn uns jemand etwas vorwirft, was wir nicht zugeben – zum Beispiel Egoismus, Stolz, Ungerechtigkeit – also antworten wir genau in dieser Reihenfolge: „Blödheit, das stimmt nicht!“ – „Was sollst du mir vorwerfen? Du hast kein Recht etwas  zu sagen!“ – „Gut, dann tue ich etwas für dich, hör einfach auf, gehst du mir auf  Nerven!“ – „Gut. Ich bin egoistisch. Ja bin ich! Was soll ich  jetzt tun? Mich aufhängen Von der Brücke springen?Ja  ich bin schlecht, ich meine, es gibt nichts Gutes in mir… Zufrieden?“ – und schließlich: „Okay, ich habe ein Problem. Was würden Sie mir raten zu lösen?‘ Aber auch hier stellt sich die Frage: Wer geht in der Entwicklung so weit? Und wer hat einen Freund, der trotz der Wut trotz der Verhandlungen auf seiner Kritik beharrt und helfen kann, durch ein Tal der Verzweiflung und Depression durchzugehen?

Es ist wahrscheinlich, dass wir in der Nacht der Seele – und in Krisen mit Gott im Allgemeinen – auch in Bezug auf Gott dem gleichen Schema unterliegen werden. Das Problem könnte sein, dass wir unsere Wut gegen Gott überhaupt nicht zugeben – wir sind Christen und wütend auf Gott… aber das –  sieht nicht einmal in Betracht! Nie! In der Praxis bewegen wir uns also selten durch die erste Stufe zu Gott. Aber was verbergen wir? Weiß Gott nicht von unserem Zorn? Wir verbergen es nicht um Gottes willen, sondern aus Angst – und vielleicht aus Stolz…

So kann auf dem Weg aus der Nacht der Seele die Bereitschaft bestehen, nichts zu verbergen. Gehen Sie durch die Bühne der Wut (Gott heruntermachen – es klingt seltsam, aber weise  Menschen sagen, dass es etwas Unvermeidliches auf dem Weg des Lebens mit Gott ist, das, wenn wir es nicht schon getan haben, dann haben wir in der Tat noch keine Beziehung zu Gott – wie Ehepartner, die noch nie gehadert  haben, sicherlich sind sie nicht weiter als in einem oberflächlichen Pseudoverein.

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