Jesus-Lamm Gottes
Was für ein Lamm ist Christus? So oft die Heilige uns Christus unter dem Bilde eines Lammes vorführt, heißt sie Lamm Gottes. Christus ist ein tadelloses Lamm. Der heilige Petrus schreibt: „Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen,von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold , sondern um das kostbare Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel“ 1.Petr. 1.19. Christus ist also ein unschuldiges Lamm. Das Wort „agnus“ bedeutet bei den Griechen auch „fromm“. Christus ist also ein unschuldiges, frommes Lamm, und zwar gegen Gott. Das Lamm fällt auf die Knie. Der hl. Franziskus von Assisi, der die Lämmer als Sinnbilder des Lammes Gottes gar so sehr liebte, hatte ein Lämmchen, das ihm in die Kirche nachgelaufen und bei der Wandlung auf die Vorderfüße niedergefallen war, als wollte es seinen Schöpfer verehren. Wie fromm war Christus, das Lamm Gottes , gegen Gott? Er ging hinaus auf den Berg , um zu beten, und verbrachte die Nacht im Gebete mit Gott. /Lk 6,12/ Im Ölgarten kniete er nieder und betete /Lk 6,12/. Er fiel sogar auf die Erde nieder und betete /Lk 22,41/. Christus ist gegen die Menschen fromm. Er beleidigt niemanden und zeigt sich allen gegenüber liebenswürdig. Wie hatte er den Lazarus lieb /Joh. 11,36/ wie den Liebesjünger, den es in seinem Schoß ruhen ließ /Joh 13,23/ Christus ist fromm an sich selber. Betrug ist nicht in seinem Munde. /Jesaja 53,9/. Es weiß nichts von Arglist, wie die Schlange, nicht von Verschmitztheit, wie der Judas, nichts von Gefräßigkeit, wie der Wolf, nichts von Geilheit, wie der Hund, nichts von Hoffart, wie der Pfau, nichts von schäumender Wut, wie der Löwe. Es ist ein einfältiges, demütiges, treffliches Tierlein. Christus, unser Osterlamm, ist bekleidet mit dem Gewand der Reinheit. Die Unschuld spricht ihm aus dem Auge. Siehe, wie es im schneeweißen Gewand der Unschuld vor Herodes steht. Christus ist ein geduldiges Lamm. Das Lamm ist ein geduldiges , sanftmütiges Tier. Es wehrt sich gegen keine Beleidigungen und rächt sich an keinem Feind. Es stampft und schlägt nicht wie das Ross, es haut nicht mit den Zähnen wie das Schwein, es stößt nicht mit den Hörnern wie der Ochs . Es hat keine Krallen wie die Katze, keine Stacheln wie die Biene, keine Stärke im Schweif wie der Löwe, kein Gift wie die Schlange. Geduldig wartet es, bis man ihm Nahrung reicht, und es ist nicht ungestüm wie andere Tiere, wenn es hungert und dürstet. Still weidet es auf der Wiese. Es schweigt, endet und liegt geduldig da, wenn man es schert oder schlachtet. Mit Recht wird Jesus Christus einem Lamm verglichen. Wie ein Schaf wird er zur Schlachtbank geführt und verstummt wie ein Lamm vor dem,der es schert, und tut seinen Mund nicht auf. Sieh dies geduldig schweigende Lamm vor dem Richterstuhle des Pilatus, der sich sehr darüber verwunderte. / Mt 27,14/ Christus ist ein getötetes Lamm. Das unschuldige, geduldige Lamm wird geschlachtet. Unser Osterlamm Christus ist geopfert. /1 Kor 5,7/). Dadurch aber sind wir vom Tode errettet worden. Welchen Dank wird die gerettete Herde ihm darbringen? Niemand hat so viel für uns getan wie er. Für niemanden hat Christus mehr getan als für uns. Er hat weder für die Engel des Himmels noch für die Teufel der Hölle gelitten. Diese würden, wenn er für sie gekreuzigt worden wäre, sicher ihren Hass abgelegt und sich liebevoll zu ihm bekehrt haben. Aber nur uns Menschen erwies Christus diese Gnade. Darum hat er auch das Recht, von uns Liebe und nichts anderes zu fordern. Sollte der ganz unserem Herzen eingeprägt sein , der sich für uns ans Kreuz „als Lamm Gottes“ heften ließ . Ja, oft handeln die Menschen so, als ob Christus, der für sie am Kreuz starb , ihr Feind wäre. Aber Millionen Märtyrer, ihm nach, eingedenk des getöteten Lammes, ließen sich für Unschuld und Reinheit zur Schlachtbank führen. So folgten und folgen ihm noch durch Abtötung und Selbstverleugnung alle , die der Welt und dem Fleisch absterben. Folgen wir ihm nach in der Unschuld , denn „nichts Unreines wird Einlass finden, keiner, der Gräuel verübt und lügt“: Nur sie, die im Lebensbuch des Lammes geschrieben sind, werden eingelassen (Offb 21,27).
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