Zur Erstkommunion
Als ich über die Predigt nachdachte, fiel mir ein Erlebnis ein, das ich schon vor vielen Jahren hatte. Am Abend zeigte uns die Herbergsmutter eine große Plastiktüte mit Brot.
Brot ist aber etwas sehr Wertvolles und kostet Geld, das wisst ihr sicherlich alle. Aber scheinbar haben die Leute so viel Geld, dass sie leicht wieder frisches Brot kaufen können und das alte Brot einfach wegwerfen.
Dazu eine Geschichte: Er kaufte einen Laib Brot und stellte sich damit an eine belebte Straßenecke in verschiedenen Städten der Welt. Allen Leuten, die vorbeikamen, wollte er das Brot geben, allerdings unter der Bedingung, dafür eine Stunde lang zu arbeiten. In Nigeria, einem Land in Afrika, waren viele Leute bereit, für dieses Brot sogar drei Stunden zu arbeiten. Ich glaube, das Brot ist jedem so viel wert, wie er Hunger hat.
Vielleicht habt ihr schon gehört, dass in vielen Ländern der Welt auch Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und ins Gefängnis eingesperrt werden. Es ist verboten, sich zu Jesus zu bekennen. So geschah es auch mit diesem Bischof. Er wurde verhaftet, kam in ein Straflager und wurde in einem feuchten, modrigen Kellerraum eingesperrt, der von Ungeziefe voller war. Dort war er aber nicht allein, sondern mit anderen 20 Mitgefangenen, die kaum Platz hatten, stehen zu können. Es gab nur so viel Platz, dass immer nur einer am Boden liegen und schlafen konnte. Wie sehr sehnten sie sich nach einem warmen Bett und sie vermissten auch ihre Familien. Ab und zu erhielten sie ein kleines, hartes Stückchen Brot. Sie sehnten sich aber nach einem winzigen Stückchen weißen Brotes.
Vielleicht könnt ihr erraten, was sie damit meinten? Sie sehnten sich nach dem Gottes-Brot, dem Leib Christi. Einmal hatte ein Wärter Mitleid und besorgte heimlich etwas weißes Brot und ein bisschen Wein. Einer der Gefangenen hatte einen Becher bei sich. Nun legte sich der Bischof auf den einzigen Liegeplatz und legte das Brot auf seine Brust, auf die schmutzige Sträflingsjacke, und stellte den Becher mit Wein dazu. Dann sprach er, liegend, die Texte der Heiligen Messe vor, die er auswendig konnte, insbesondere die Worte der Heiligen Wandlung. Jeder Gefangene bekam ein winziges Stückchen des gewandelten Brotes und sie weinten dabei vor Freude. Jetzt wussten sie: „Wir sind nicht mehr allein; Jesus ist bei uns, verborgen im Brot.“ Gott liebt uns auch im Gefängnis. Erst nach vielen Jahren kamen sie frei und bekannten, dass sie ohne dieses Brot diese Zeit im Gefängnis niemals überstanden hätten.
Wir haben uns gefragt: Wie wertvoll ist Brot? Wir haben unterschiedliche Antworten gehört: Brot ist wertlos. Brot ist wichtig, weil es den Hunger stillt. Für Brot lohnt es sich, zu arbeiten. Brot ist wichtig, weil es uns Jesus schenkt. Jesus aber sagte auch zu seinen Jüngern: „Es gibt nicht nur Brot, das ihr für euren Leib, also zum Leben, braucht, denn danach habt ihr wieder Hunger. Ich soll auch das Brot suchen, das ewiges Leben schenkt. Es ist das Brot für die Seele, das für die Ewigkeit satt macht. Die Jünger antworteten darauf: „Herr, gib uns immer von diesem Brot!“ Auch wir sollten bitten: „Herr, gib uns immer von diesem Brot!“ Und auch uns antwortet Jesus: „Ich bin das Brot, das Leben gibt.“ Das Brot, das ich euch gebe, ist mein Leib. Liebe Kinder! Heute ist der Tag, an dem ihr dieses Brot zum ersten Mal empfangen dürft. Das soll auch von Herzen froh machen. Liebe Schwestern und Brüder! Wie wertvoll Brot ist, haben wir uns gefragt, und die Älteren werden sich sicherlich noch an Zeiten nach dem Krieg erinnern, als Brot ganz wichtig und kostbar war. Damals war aber auch das eucharistische Brot für alle wichtig; vieles hätte man ohne die Kommunion nicht durchstehen können. Je besser die Zeiten wurden und je mehr es zu essen gab, desto geringer wurde der Hunger, leider auch der Hunger nach dem Brot des Himmels.
Liebe Eltern! Ich habe eine Bitte an Sie: Bewahren Sie sich mit Ihren Kindern die Treue zu Jesus! Beten Sie mit Ihren Kindern! Kommen Sie mit Ihren Kindern regelmäßig zum Gottesdienst! Dort wird Jesu Liebe und Gemeinschaft mit uns konkret erfahrbar. Die Zukunft unserer Kirche hängt nicht von der Kirchensteuer oder von irgendwelchen Privilegien ab, sondern von Menschen, die Gottes Liebe in ihrem Leben erfahren haben und dieser Liebe treu bleiben und darauf mit ihrem christlichen Leben antworten.
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