4. Sonntag der Osterzeit B Joh 10,11-18
Einleitung
Zur Frage der Priester gibt es verschiedene Anschauungen. Die primitiven Nationen sahen in einem Priester einen Zauberer, einen Magier, einen Schamanen. Selbstverständlich gibt es auch andere Anblicke. Der Priester ist ein Reaktionär, ein Dunkelmann, ein Sonderling. Der kirchliche Blick ist ein anderer. Der Priester ist Gottes Mann. Er verkündet das Wort Gottes. Das ist der Mann, der evangelisiert. der für Christus begeistert ist. Wie ist unser Blick auf die Priester?
Predigt
Heute ist der Weltgebetstag für geistliche Berufe. Dieses Thema ist hochaktuell. Es ergibt sich einerseits aus der Sendung, die Jesus seiner Kirche gab, andererseits aus der heutigen Situation. Die heutige Welt ist zerrüttet. Es gibt viele Konflikte. Die Welt ist konfliktträchtig, weil sie dem Egoismus folgt. Vor zweitausend Jahren war die Welt nicht besser. Auch damals gab es viele Konflikte. Jesus säte das Körnchen des Lichts und der Hoffnung in die Welt. Er predigte einen uneigennützigen Dienst und die Schenkung statt egoistischer Grundsätze. „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben gebe.“ (Joh 10,11.17)
Jesus war nicht der Priester im Sinn der Anstellung. Er hatte kein Amt im Priestertum, weder im Tempel Jerusalems noch in irgendeiner religiösen Gemeinde. Er hatte keine Synagoge. Er war ein Wanderprediger. Er hatte aber große Liebe zu Gott und die Fähigkeit, die Gottes Anwesenheit so intensiv zu erleben, dass sie die Aufmerksamkeit der Menschen fesselte. Er zeigte der Welt, dass das Priestertum nicht nur darin besteht, den Dienst bzw. das Opfer zu bringen, sondern auch die Lesung und die Erklärung der Bibel im Jerusalem-Tempel zu betreiben. Es besteht auch in den täglichen geistlichen Opfern. Interessant spricht der tschechische Dichter Franz Halas davon. Gegen die Erdanziehung wähle ich den Sturz in die Höhe. Es scheint ein Ausspruch zu sein, der den physischen Gesetzen widerspricht, weil der Sturz in die Höhe nicht stattgefunden hat. Aber wenn wir uns für Gott interessieren, wenn wir die Bibel lesen, wenn wir beten und an den Gottesdienst teilnehmen, fallen wir in die Höhe. Den Fall nach unten kennen wir. / Die Sünde, Fehler, Schwachheit, Faulheit usw./
Wir sind ständig mit der Welt, in der wir leben, konfrontiert. Die Welt sagt. Lebe so, damit du die Welt genießen kannst. Jesus sagt zu uns. Denke daran, wohin du gehst. Vergiss nicht ,dass dein Ziel die Ewigkeit ist. Die Logik der Welt lautet: Bemühe dich am meisten darum, zu verdienen und am meisten zu besitzen. Die Logik Jesu ist anders: Bemühe dich mehr, zu sein, als zu haben. Die Logik, die Welt ist. Wenn du ein Problem hast, öffne eine Enzyklopädie oder das Internet. Suche Rat bei den Fachleuten. Die Logik Jesu ist anders. Wenn du ein Problem hast. Frage dein Gewissen, frage dich, was der Gotteswille ist, suche die Lösung auch „im Himmel“, nicht nur auf der Erde. Die Logik der Welt ist. Habe die Macht, herrsche, regiere. Jesus’ Logik: Denke an die Anderen, diene.
Die Fähigkeit, zu dienen und sein Leben für die anderen zu opfern, zeigt sich in der folgenden Geschichte. Im Jahr 2005 tobte in der Stadt New Orleans der Hurrikan „Katrina“. Die halbe Million Einwohner wurde aufgefordert, die Stadt zu verlassen. In der entvölkerten Stadt hatten Kriminelle freie Hand. Die Frau Mary Gracianett war die Chefköchin im Restaurant „Deckbar & Grille“. Stattdessen öffnete sie das Restaurant, um die Restaurierung abzuschließen, und half jedem dabei, Hilfe zu suchen. Sie gewährte vielen Menschen Unterkunft und Essen. Sie war eine ausgezeichnete Managerin. Niemandem erlaubte sie zu faulenzen; tatsächlich organisierte sie ihr Leben in New Orleans. Ihre Tätigkeit charakterisierte Herr Disimone so. Wissen Sie, wohin Mutter Teresa nach dem Tod ging? Doch, zu uns nach New Orleans. In dieser Frau/Mary G./ , die fähig war, den anderen zu dienen, lebte der Geist von Mutter Theresa. Ihre Tätigkeit war die Äußerung der Liebe, und sie ist das Zeichen dessen, was Mutter Teresa lehrte und tat. Sie bleibt hier auf der Erde, obwohl sie im Himmel gegangen ist. Das ist Christus-Priesterschaft in der Praxis: helfen, sich opfern, Gott helfer uns, nach oben fallen, weil wir nach unten fallen wissen. Wir danken dir für Jesus’ Priestertum: die Fähigkeit, Gott zu lieben und den Menschen zu helfen, die unsere Hilfe brauchen.
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