Mittwoch, 10. Woche, Mt 5,17–19
Im heutigen Evangelium sagt Jesus: „Glaubt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten aufzuheben. Nicht um aufzuheben bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen.“ (Mt 5,17)
Auch heute gibt es in der Kirche verschiedene Gruppen von Menschen: Konservative, Liberale und Modernisten. Jede dieser Gruppen interpretiert Jesu Lehre anders. Welche dieser Einstellungen ist richtig? Nur die eine. Die von Jesus! Alle können sich irren, nur Christus nicht.
Manche halten alles Alte für überholt, nutzlos und schädlich. Umgekehrt erklären sie alles Neue für gut, modern und fortschrittlich. Da sie moderne Menschen sein wollen, schimpfen sie auf die alten Ordnungen und führen neue ein.
Die anderen würden am liebsten die ganze Welt in ein Museum verwandeln und die Vergangenheit bewahren. Sie schimpfen auf jede Änderung und auf die Menschen, die die alten Ordnungen und die Ruhe stören.
Auch wenn in der Geschichte kein größerer Revolutionär war als Christus, so sagte Christus: „Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen.“ Und nach einem anderen Wort: Der gute Haushälter trägt aus seiner alten Schatzkammer neuen Sachen hinaus. Und gerade darum geht es. Gewissenhaft sich alles aneignen, was die Vergangenheit gegeben hat, das erneuern und vollkommen der Zukunft übergeben.
Wenn Wissenschaft und Technik rapide voranschreiten, die Moral der Menschen jedoch zurückgeht, muss man die Ursache in den Überzeugungen und Annahmen suchen, auf denen sie beruhen. Im zweiten Fall lehnen wir diese Erfahrungen ab. Das ist schade und gefährlich zugleich, weil in die unvollkommenen menschlichen Herzen der Fluch statt des Segens eindringt.
Durch sein Beispiel und sein Wort lehrt uns Christus, nicht störend, niederreißend, abnehmend, sondern übernehmend, bauend und vervollkommnend zu sein.
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