Begräbnis Februar 2016
Liebe trauernde Familie,
Todesfälle sind für uns trostlos. Wo sollen wir angesichts von Tatsachen,die wir nicht ändern können, Trost finden? Wo ist eine Antwort auf unser Leid, die trägt? Wir sind voller Schmerz und regelmäßig ohne Trost. In solchen Situationen bietet uns der Apostel, einander zu trösten. Wir sollen einander zum Trost sein. Aber wie können wir dies? Unser Wissen über das Leben gibt uns keinen Trost im Sterben. Die gesamte Wissenschaft unserer Zeit vermag uns keinen Trost zu geben. Sie berührt nicht Lebensfragen. Sie lässt uns trostlos. Unser Glaube an Jesus Christus ist eine Antwort auf unsere Lebensfragen. Sie ist damit auch eine Antwort auf den Tod. Wir geben die Antwort durch unsere inneren Einstellungen, unsere seelischen Dispositionen und unser Leben. Wir müssen davon sprechen , was uns bewegt. Wir sagen darin nicht mehr, als wir selber glauben. Wir glauben, dass Jesus gestorben ist und auferstanden ist. Wir halten dies nicht bloß für wahr. Wir sind von diesem Ereignis betroffen. Dieses Ereignis verändert und trägt unser Leben mit sich. Es ist in unserem Leben wirksam. Jesus hat sein Leid in Herrlichkeit verwandelt. Mit seinem Sterben begann etwas Neues. Er verwandelt auch unser Leid, unseren Tod. Diese Verwandlung zum Neuen geschieht nicht anders als durch Leid, nicht anders als durch den Tod. So ist der Tod für uns ein Geheimnis. Er ist ein Geheimnis Gottes. Wir werden auf Gott gestoßen und begegnen Gott. Wir werden auf die Wahrheit unseres Lebens gestoßen und sagen vielleicht staunend: „Christus lebt. Und auch wir werden leben. Dieses Staunen enthält im Ansatz sogar so etwas wie Freude. Die trotz der leidvollen Situation. Es ist eine verhaltene und unbeholfene Freude darüber, dass Jesus lebt und dass unser Tod besiegt ist. Wir sehen dieses Ereignis zwar noch nicht durch. Aber wir haben die Freiheit, unser Leben darauf zu bauen, die Freiheit zu glauben.
Wir werden alle Zeit beim Herrn sein. So sagt uns der Apostel Paulus. Wir werden am Leben und an der Verherrlichung Jesu teilnehmen. Diese Gewissheit ist der Horizont unseres Lebens. Diese Hoffnung ist die Sinnwelt unseres ganzen Lebens. Stammelnd versuchen wir, den Tod in diese Sinnwelt einzuordnen. Allein in dieser Sinnwelt hat der Tod einen Platz und einen Sinn. Wir versuchen zu sehen,warum wir leben. Wer ein Warum hat zu leben, erträgt fast jedes Wie, sagt I. Bachmann. Er erträgt auch den Tod. So stehen wir schweigend in dieser Situation des Todes. Schweigend und hörend. Diese Situation könnte für uns ein Anruf Gottes sein. Und wir haben in uns die Bitte: Der Verstorbene möge an das Ziel seines Lebens gelangt sein. Er möge Vollendung und Frieden gefunden haben. Er möge an diesem neuen Leben Jesu teilnehmen, das auch uns bereitet wird. Wir haben es schwer, einander mit Worten zu trösten. Was tröstet, ist gelebter Glaube.
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