Pfingstmontag C Joh 3, 16- 21

Pfingstmontag 2016 – Den Heiligen Geist empfangen, bedeutet, sich  ganz dem Heiligen Geist öffnen.

Einführung

Wer hat uns und womit hat man uns schon beschenkt?  Wir haben zu Hause verschiedene Gegenstände, die uns an  Menschen oder Begebenheiten erinnern, die wir erlebt haben, und im Rückblick sind wir dadurch innerlich beschenkt und bereichert worden. Als gläubige Menschen glauben wir, dass der Heilige Geist das größte Geschenk ist, das wir bekommen haben. Spüren wir, dass der Heilige Geist in unserem Leben wirklich wirkt?

Predigt

Wir leben in einer Welt, die voll Unruhe ist. Wir beobachten die Bemühungen der Regierungen der ganzen Welt, die das Ziel haben, die Welt zu ändern. Als gläubige Menschen wissen wir jedoch, dass allein mit menschlichen Mitteln nicht alle Unordnungen  beseitigt werden können, die uns quälen. Wir wissen, dass Gott uns mit seiner Kraft helfen will. Er gibt uns den Heiligen Geist, damit wir geheiligt werden und somit auch die ganze Welt.

Wer ist der heilige Geist? Der Heilige Geist ist die geheimnisvolle, belebende Kraft, die in der Kirche wirkt.  In der Heiligen Schrift wird der Heilige Geist oft erwähnt. Wir müssen da nur das Neue Testament betrachten.  Bevor Jesus in der Öffentlichkeit zu wirken begann, ließ er sich taufen und der Heilige Geist kam auf ihn herab. In dieser Kraft verkündete Jesus das Evangelium. Er wusste sehr gut, was für eine Gefahr die Sünde für den Menschen  ist. Die Sünde ist die Barriere zwischen den Menschen und Gott. Darum war es die erste Sorge von Jesus  nach seiner Auferstehung, seine Apostel für die Beseitigung dieser Barrieren vorzubereiten. Er hauchte  sie an und sprach  zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr  die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie  verweigert. Die Apostel wurden also von Jesus ,,geformt“ und vorbereiten und trotzdem hatten sie nicht die notwendige Kraft dazu. Sie hatten Angst. Sie fühlten sich unsicher und viele Sachen verstanden sie nicht. Dann aber machten sie eine wichtige Sache. Sie bereiteten  sich auf den Empfang des Heiligen Geistes vor. Sie gaben ihren Herzen Raum für den Heiligen Geist. Mit den Aposteln ist eine große Veränderung geschehen. In ihnen war nicht mehr der Geist der Welt, der Geist der Angst, der Geist der Unsicherheit. Der Heilige Geist war in ihnen. Damit wir ein bisschen begreifen, wie die Wirkung des Heiligen Geistes funktioniert, kann man sich  mit einem Vergleich helfen.

Für die Kinder werden verschiedene aufblasbare Spielzeuge erzeugen. Wenn jemand ein solches Spielzeug kauft, dann ist es noch nicht aufgeblasen, es ist also ohne Form und überhaupt nicht schön. Aber wenn man es aufbläst, zeigen sich die wirklichen Formen und das Spielzeug sieht schön aus. Durch die Taufe wurden wir Kinder Gottes. Wir empfingen den Heiligen Geist. Der Heilige Geist bläst unsere Seele auf und sie wird zu wirklicher Schönheit und Größe. Wie die Luft das Spielzeug verändert , so verändert der Heilige Geist uns.

Die Focolare- Bewegung ist in der ganzen Welt verbreitet. Zu dieser Bewegung gehören auch  jungen Leute. Eine von ihnen ist  Chantal. Sie wohnt in einem Siedlungshaus. Dort interessiert sich niemand für den Nachbarn. Nur dann, wenn jemand stirbt, fragen die Menschen:  Wer ist gestorben?. Chantal denkt nach, warum die Menschen zueinander so fremd sind.  Sie sehnt sich danach, etwas  dazu beizutragen, damit  die Menschen geschwisterlicher zueinander werden. Einmal stieg aus dem Aufzug ein alter Herr aus. Das war Herr Martin. Chantal grüßte ihn herzlich. Das wiederholte sich bei jeder Begegnung.  Einmal Nachmittag schüttelte Chantal auf dem Balkon ein Tischtuch aus. Das Tischtuch aber fiel ihr aus den Händen und  landete auf dem Balkon unter ihr. Sie ging in die Wohnung, die um ein Stockwerk niedriger war. Als sie anläutete, öffnete Herr Martin die Tür. Er lud Chantal ein, in seine Wohnung zu kommen. Chantal weigerte sich zuerst, dann aber nimmt sie die Einladung an. Herr Martin fragte sie:  „Fräulein, sagen Sie mir, warum sie immer so lieb sind und ihr Gesicht immer strahlt? Verraten Sie mir ihr Geheimnis?“  Chantal wurde ein wenig  rot und dann sagte sie: „Das ist mein Glaube. Ich habe mein Glück und den Sinn meines Lebens bei Jesus gefunden, der uns alle liebt.“  Dann sie wieder in ihre Wohnung hinauf. Nach einiger Zeit wollte sie Herrn Martin zu sich einladen. Als sie zu deren Wohnung kam, machte nicht Herr Martin die Tür auf, sondern ein Priester. Er sagte zu Chantal: „Ich will mich bei Ihnen bedanken. Herr Martin ist mein Vater. Er hat mir vom Gespräch mit ihnen erzählt. Ich möchte Ihnen sagen,   was sie damit erreicht haben. Mein Vater wollte nicht, dass ich Priester werde. Er versuchte, mich daran zu hindern. Schließlich wurde er  so zornig, dass er vom Glauben abgefallen ist. Ihre Worte, ihr Lächeln, ihre Zärtlichkeit brachten ihn wieder zu Gott zurück.“

Merken und spüren Sie:  Wer  in seinem Leben den Heiligen Geist  Platz gibt, lebt in den Willen Gottes. So werden  Barrieren unter den Menschen beseitigt. Der Heilige Geist fordert uns dazu auf: Vertraut auf meine Wirkung, gebt mir Raum in euren Herzen, damit könnt ihr euer Leben und die ganze Welt verändern.

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