Maria die Jungfrau offen für den Anruf Gottes

Lied: „Maria, wir grüßen dich” (4/13)
Im Glaubensbekenntnis bekräftigen wir unseren Glauben an die Menschwerdung des Gottessohnes. Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.  Gott wollte Mensch werden. Er wollte von einer menschlichen Mutter geboren werden, von einer Frau, die offen war für sein Wirken in dieser Welt. Deshalb wählte er Maria. Ihre Bereitschaft für den Anruf Gottes ist das Thema der heutigen Maiandacht.
Schriftlesung.  Spr 8, 32–35

Wir hören eine Lösung aus dem Buch der Sprichwörter.
Hört auf mich, ihr Söhne! Wohl dem, der auf meine Wege achtet. Hört die Mahnung und werdet weise, lehnt sie nicht ab! Wohl dem, der auf mich hört, der Tag für Tag an meinen Toren wacht und meine Türpfosten hütet. Wer mich findet, findet Leben und erlangt das Gefallen des Herrn.
Lied: Maria, dich lieben. 22/50
Betrachtung
Wer ist Maria?

Ein unbekanntes Mädchen vor 2.000 Jahren. Niemand nimmt von ihr Notiz. In Geschichtsbüchern wird sie nicht erwähnt. Und doch hinterlässt sie Spuren, die deutlicher sind als die der „Großen” der Weltgeschichte. Damit beginnt ihre Geschichte. Sie ist ansprechbar. Sie lebt nicht in der abgeschlossenen Welt ihrer eigenen Vorstellung. Sie ist kein Gefangener ihres Wunschdenkens. Sie kreist nicht um sich selbst, sondern ist grundsätzlich offen, auch für das Unerwartete. Und das ist ihr Geheimnis. Sie ist offen und ansprechbar – auch für Gott. Das ist nicht selbstverständlich und einfach. Denn Gott spricht nicht laut und aufdringlich. Keiner hört Gott unmittelbar. Gott spricht oft anders, als wir es erwarten. Die meisten Menschen hören nichts oder nur sich selbst. Maria aber unterscheidet unter den vielen Stimmen und erkennt Gottes Stimme. Diese schenkt ihr die unersetzliche Gewissheit. Der Herr ist mit dir. Mit dir ist der Herr. Maria ist ein begnadeter Mensch, aber eben doch auch ein Mensch. Sie ist betroffen und bestürzt über ihre Erfahrung mit Gott. Anstelle der erwarteten Freude erfährt sie Angst. Gottes Nähe verwirrt sie. Sein Vertrauen trifft sie im Innersten. Sie weiß genau: Wenn Gott um einen Menschen wirbt, dann will er ihn ganz. Maria schweigt. Sie denkt schweigend nach. Nur so kommt der Mensch zum Glauben. Glauben heißt nicht, alles blind hinzunehmen und das Denken anderen zu überlassen. Maria schweigt und denkt nach. Sie möchte mit ganzem Herzen glauben.

Gebet zu Maria, Seite 15:
Heilige Maria, Jungfrau und Mutter,
in Liebe hast du dich Gott, dem Herrn, geweiht. Du warst offen für seinen Anruf und sein Wirken. Wir bitten dich.
V. Maria, du Mutter des Erlösers,
A. Mach uns bereit für den Anruf Gottes.
V. Maria, du gottgeweihte Jungfrau,
A. Mach uns bereit für den Anruf Gottes.
Maria, du Vorbild jungfräulicher Hingabe,
Maria, du Jungfrau, offen für Gottes Weisungen,
Maria, du Jungfrau, voll Vertrauen in den Dunkelheiten des Lebens,
Maria, du Jungfrau, voll Hoffnung trotz aller Ängste.
A. Mach uns bereit für den Anruf Gottes.
Maria, du Jungfrau, unbeirrbar bis in die Stunden von Golgotha.
Maria, du Jungfrau, beschenkt von deinem auferstandenen Sohn.
Maria, du Jungfrau, offen für die Gaben des Geistes.
Maria, du Mutter der Kirche.
Maria, du Mutter aller Einsamen und Gequälten.
Maria, du Mutter aller Unverstandenen und Ausgestoßenen.
Maria, du Mutter aller, die in Angst und Verzweiflung sind.
Maria, du Mutter aller Glaubenden.
Maria, du Mutter aller, die in der Kirche dienen.
Maria, du Mutter aller, die sich Gott ganz weihen.
Maria, du Mutter einer neuen Menschheit.
Lied: Rosenkranz-Königin, 32/55, I., II., III. Strophe
Gebet zu Gott Vater
Gott, wir hören oft dein Wort. Aber es prallt an uns ab. Es kommt gar nicht an. Unbewusst sperren wir uns. Wir müssten sonst umdenken, umkehren und andere, neue Menschen werden. Das kostet Kraft und viel guten Willen. Gott, wir möchten so ansprechbar sein wie Maria! Natürlich erschrickt sie über dein Wort. Sie hört den Anspruch heraus, der in deinem Gruß liegt. „Gerufen werden in deine Nähe und unter deine Führung.” Rüttle uns auf, Gott!  Mach uns im Innersten unruhig, damit wir dein Wort hören, das du uns durch Christus, unseren Herrn, sagst.

Lied: Rosenkranz-Königin, IV. und V. Strophe
Fürbitten
Lasst uns beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der als das Wort des Vaters in die Welt gekommen ist.
Herr Jesus Christus, lass die Kirche dein Wort hören und es mutig bezeugen.
Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.
Stehe den Gläubigen bei, die dein Wort verkünden.
Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.
Öffne die Herzen der Menschen, die deine Botschaft noch nicht kennen.
Christus, höre uns, Christus, erhöre uns.
Rüttle alle auf, die sich deinem Ruf verschlossen haben.
Christus, höre uns, Christus, erhöre uns.
Ermutige die jungen Menschen, die du zu deinem besonderen Nachfolger rufst.
Christus, höre/flieh uns.
Ewiger Gott, wer auf dich hört und an dich glaubt, baut sein Leben auf festen Grund und findet Geborgenheit in deinem Wort. Lass uns offen für dich sein und höre auf unser Gebet. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.
Segensbitte

 Wir bitten um Gottes Segen.
Es segne uns der allmächtige Gott, der Maria zur Mutter seines Sohnes erwählte. Amen. Es segne uns der Herr Jesus Christus, der durch Maria unser Retter und Erlöser wurde. Es segne uns der Heilige Geist, der auch heute noch unter den Glaubenden zum Heil der Welt wirkt. So segne euch der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Lied: Segne du, Maria, 36/57

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