Erstkommunion 2016 Lk 19.1-10

Liebe Erstkommunionkinder, Liebe Eltern, Großeltern,Patinnen, Brüder und Schwestern!

Im heutigen Evangelium ist die Rede von jemanden, der sehen will. Jesus kommt in die Stadt. Alles ist auf den Beinen. Und auch Zachäus bleibt nicht ungerührt. Die Leute laufen diesem Jesus entgegen. Sie wollen ihn sehen und hören, und wenn möglich auch berühren. Zachäus tut es ihnen gleich. Die Neugier treibt ihn hin. Er will ja schließlich mitreden können – dann wieder an der Zollstation.

Zwar ist mit dem, der da kommt, kein Geld zu machen, aber er will trotzdem dabei sein. Doch als Zachäus ankommt, ist es fast zu spät. Viele waren schneller da, sind früher gekommen und versperren ihm nun die Sicht. Er wollte Jesus sehen, und nun? Ist alles umsonst? Soll er wieder umkehren? Da hat er eine Idee. Er läuft voraus. Ihm ist ein Baum eingefallen, an dem Jesus vorbeikommen muss –  und den bestieg er. Die Aussicht ist vorzüglich, er ist geschützt. Zachäus sagt uns damit: „Wer Jesus sehen will, der muss zunächst etwas tun – der muss in seinem Alltag Raum schaffen für diese Begegnung – der muss Dinge liegenlassen können.

Inzwischen kommt Jesus näher. Die Volksmenge, die ihn umringt, schiebt ihn durch die Straßen. Wir können uns gut vorstellen, wie sie auf ihn einreden, ihm zujubeln, auf ein Wunder, eine Rede warten. Nichts von alledem passiert. Doch da geschieht plötzlich etwas, womit niemand gerechnet hat. Jesus hat ein waches Auge. Er sieht Zachäus oben sitzen. Er schaut zu dem verachteten Zöllner auf. Er kommt auf ihn zu und spricht ihn sogar an. Er sieht nicht nur seinen Beruf, seine Fehler oder den korrupten Beamten. Für Zachäus bedeutet diese Kontakt mit Jesus  Heil.  Jesus hat eine besondere Fähigkeit, die Menschen zu erkennen. Sein Blick geht hoch in den Baum hinauf, er schaut  Zachäus an, mehr noch – er schaut Zachäus ins Herz. Zachäus wundert sich über sich selbst.  In seinem Innersten regt sich etwas. Zum ersten Mal sieht  ihn da jemand  nicht vorwurfsvoll an, sondern geradezu liebevoll . Und dann die Worte Jesu – kaum zu glauben: „Zachäus, komm schnell herunter, denn  ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein!“ Zachäus denkt: „Träume ich, oder habe ich nicht richtig gehört?“  Zachäus hat nicht geträumt. Jesus will wirklich zu ihm kommen. So schnell ist er sicher noch nie von einem Baum heruntergestiegen.Voll Freude nimmt er Jesus bei sich auf. Doch die Umstehenden freuen sich nicht, sie sind empört. „Jesus will bei einem Sünder einkehren“, sagen sie fassungslos zueinander, „statt zu uns guten, frommen Leuten geht Jesus zu dem da, zu diesem Halunken und Betrüger!“ Um ihre Reaktion richtig verstehen zu können, muss man wissen, dass es den Juden verboten war, sich mit einem Sünder an den Tisch zu setzen und Mahl zu halten. Aber Jesus denkt anders, er weiß: „Gerade zu den Sündern muss ich gehen. Sie müssen spüre, dass Gott sie nicht fallen lässt!“ Und tatsächlich – das  Unerwartete geschieht. Durch die Begegnung mit Jesus verwandelt sich Zachäus. Er will plötzlich ein anderer Mensch sein, er will ganz einfach gut sein. Das Geld, das er sich zu Unrecht genommen hat, will er nun zurückgeben und sein Vermögen mit den Armen teilen. Wer hätte  dies für möglich  gehalten? Gottes Liebe kann Menschen verändern, das hat Zachäus hautnah erlebt.

Liebe Erstkommunionkinder! Ihr wisst, dass Jesus als Mensch nicht mehr auf dieser Erde lebt. Aber er ist zugegen im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Er will auch bei euch Gast zu sein – nicht nur heute, sondern für immer.  Er will euch helfen, damit auch ihr gute, glückliche Menschen seid. Nehmt Jesus mit solcher Freude wie Zachäus an!  Das wünsche ich euch von ganzem Herzen.

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