Von der Unbußfertigkeit.

Traurig ist der Zustand eines Menschen, der sich in seiner Selbsttäuschung für gesund hält, eine Sünde nach der anderen begeht und sich so den unheilvollen Weg zur Unbußfertigkeit anbahnt. Es ist ein hartes Wort, das die ewige Weisheit uns allen zuruft: „Ich habe es euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet.” Joh 8,23. Und wie viele gibt es, die unbußfertig leben und sterben! Denn sie verachten das einzige Rettungsmittel gegen das ewige Verderben oder glauben, Gott werde doch nicht so streng sein und die Menschen ewig unglücklich machen. Jesus aber sagte ganz klar und deutlich: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auf gleiche Weise zugrunde gehen.” Dieses Wort trifft jene, die der Welt dienen, sich in ihre Geschäfte allzu sehr hineinleben und von der Welt gelobt werden. Sie gelangen allmählich zur Unbußfertigkeit, weil sie ihr Seelenheil vergessen, den Dienst Gottes verachten und jedes Rettungsmittel von sich weisen.

Sie vergessen ihr Seelenheil. Es gibt viele, die an alles denken, für alles sorgen und sich um alles bemühen, nur nicht um ihre einzige, unsterbliche Seele. Für alles haben sie Sinn. Sie sorgen sich um eine vergängliche Ehre. Von ihnen heißt es … Die Arbeit der Toren wird ihnen zur Plage, weil sie den Weg … nicht wissen, Eccl. 10,15. Sie gingen in der Wüste irre, wo kein Wasser ist.   Psalm 103,4
Der eine läuft dem Reichtum nach, der andere der Ehre; der eine gibt für einen Augenblick eine Ewigkeit hin. Ach, dass die Seele schlechter geachtet wird als diese Welt mit ihren Freunden.  Und doch sollte sich nach des Apostels Mahnung kein Streiter Gottes in weltliche Geschäfte verwickeln (2 Tim 2,4).

Sie verachten den Dienst Gottes. Denn niemand kann zwei Herren dienen (Mt 6,24). Sie alle laufen ihrem Geschäft nach und da das Haus Gottes kein Handelshaus ist, finden sich derlei Menschen gar selten darin ein. Wenn sie schon kommen, dann denken sie an alles, nur nicht an Gott. Bei solchen Dienern der Welt kann es nicht anders kommen, denn wo dein Herz ist, da ist auch dein Schatz. Matthäus 6,21. Wenn sie aber mit den Lippen Gott ehren, so ist dennoch ihr Herz ferne von ihm. Ihr erster Gedanke am Morgen ist dem Geschäft gewidmet, ihr letzter am Abend gleichfalls. Für sie gibt es keine Beichte – wozu auch? Ist dieser Weg nicht der sicherste zur Unbußfertigkeit?

Sie weisen jedes Rettungsmittel von sich.  Wehe euch Reichen, denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Himmelreich eingeht. (Matthäus 19,24) Erwartet ihr vielleicht einen anderen Messias, der gesagt hat: „Sammelt euch keine Schätze für die Erde? Er hofft nichts als Irdisches, er liebt nichts als Zeitliches. Jene, welche der Sünde dienen, gehen einem unvorhergesehenen, schnellen Tod entgegen. Denn die Männer des Truges werden nicht die Hälfte ihrer Tage erreichen, Psalm 54,24.
Hat etwa Gott bloß Sodom und Gomorrha durch Feuer verwüstet, oder stirbt nicht auch jetzt der Wollüstige in seiner Sünde?  Nein, ihr werdet alle auf dieselbe Weise zugrunde gehen, wenn ihr nicht Buße tut. Selbst von den Weisen unter den Heiden lehrt Paulus: „Ich sage es euch und beschwöre euch im Herrn. Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken!  Ihr Sinn ist verfinstert. Sie sind dem Leben, das Gott schenkt, inverterdurch die Unwissenheit, in der sie befangen sind, und durch die Verhärtung ihres Herzens entfremdet. Eph 4,17 Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.  (Röm 1,21) Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.

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