19.Sonntag C im Jahreskreis Lk 12,32-48

19.Sonntag C 2016  Seid auch ihr  vorbereitet?

Einführung

Legt euren Gürtel  nicht ab, und lasst eure Lampe  brennen! Seid wie Menschen  die auf  die Rückkehr ihres Herrn warten. Das ist die Aufforderung des heutigen Evangeliums. Wenn wir diese Worte hören, denken wir daran, dass wir immer für den Dienst an Gott vorbereitet sein sollen und die Worte „Lasst eure Lampen brennen“ bedeuten, dass wir  sehen können wie wir dienen können. Ich denke, dass der Text des heutigen Evangelium sehr gut zur zweiten Lesung passt,wo wir von Abraham hören.

Predigt

Als Abraham die Aufforderung bekam, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte, gehorchte er, denn er war vorbereitet. Abraham zögerte nicht. Vorbereitet kann der Mensch nur dann sein, wenn er glaubt. Als Abraham wegzog, wusste er nicht, wohin er geht, wie das verheißene Land aussieht. Er ging im Glauben. Und er nahm auf dem Weg auch seinen Neffen Lot mit seiner Familie mit. Zu Lot sagte Gott nichts. Lot stützte sich auf den Glauben von Abraham. Glaube ist ein Geschenk, das wir als einzelne bekommen, aber auch ein Geschenk für den Dienst der Gemeinschaft. Ein gläubige Mensch kann einen schwach gläubigen Menschen stützen.

Hier können wir uns folgende Frage stellen: Sind wir eine Stütze für andere Menschen? Können unsere Nächsten sich auf unseren Glauben stützen? Glaube gründet nicht nur in den Worten: Ich bin ein gläubiger Mensch. Ein gläubiger Mensch beweist durch sein Handeln, was wir nicht sehen können, nämlich den Beweis der Anwesenheit Gottes. Abraham wuchs immer mehr im Glauben, und zwar in einem solchen Maß, dass er die Sicherheit hatte, an Gottes Verheißungen zu glauben. Diese Sicherheit hatte er auch damals, als es zur Trennung von Lot kam. Damals sagte Abraham zu Lot: Wähle ein Land! Wenn du nach rechts gehst, dann gehe ich nach links. Wenn du nach links gehst, dann gehe ich nach rechts. Wir wissen, dass Lot jenes Land auswählte, das auf dem ersten Blick besser war. Abraham blieb also das schlechtere Land. Aber Abraham nahm dies alles im Glauben an. Er wusste, wenn das Land auch auf dem ersten Blick unwirtlich und unfruchtbar aussah, Gott wird es segnen.

Wie ist es mit uns? Wie verhalten wir uns, wenn wir den Eindruck haben, dass wir  ein unwirtliches Land betreten, das heißt, wenn wir mit und in ungünstigen Bedingungen leben. Haben auch wir dann die Sicherheit, dass Gott uns segnet, dass Gott mit uns ist. Oder verzweifeln wir? Verlieren wir vielleicht in diesen Momenten den klaren Blick für die Anwesenheit Gottes? Abraham hat bewiesen, dass in solchen Augenblicken ein fester Glaube sehr wichtig ist.

Gott bietet uns täglich genügend Gelegenheiten an, um im Glauben zu wachsen. Aber das ist nur dann möglich, wenn wir vorbereitet sind, wenn unsere Lampen brennen. Das bedeutet, dass wir in jeder Situation uns an Gott wenden und auch schwierige Situationen annehmen. Wenn wir Gott aus unserem Leben ausschließen und nur an uns selbst denken, uns nur auf unsere eigenen Kräfte verlassen, so werden wir Prüfungen, die auf uns zukommen, nicht durchstehen. Der Glaube gibt uns die Möglichkeit weiter zu sehen als unsere Fähigkeiten es zulassen. Wenn wir in schwierigen Situationen nicht im Glauben handeln, so ist unser Glaube noch nicht ausgereift.

Wahrscheinlich kennen sie die Begebenheit, die in einer Pfarre passierte. Der Pfarrer forderte seine Gläubigen auf, zur Kirche zu kommen und um Regen zu beten, weil es schon so lange nicht geregnet hat. Viele Leute sind in die Kirche gekommen. Der Priester fing so  seine Ansprache an: Wozu seid ihr hierher gekommen? Ihr könnt alle nach Hause gehen. Die Menschen erstarrten, denn sie begriffen die Worte des Priesters nicht. Und dann sagte er zu ihnen: Ihr seid in die Kirche gekommen, und niemand hat einen Regenschirm mitgebracht! Was wollte er damit sagen? Es ist nicht genug, für etwas beten, es ist notwendig es auch im Glauben zu tun. Es ist nicht genug, jemandem von Gottes Anwesenheit zu erzählen, die Leute müssen sehen, dass wir danach auch handeln. Dann können sie sich auf unseren Glauben stützen.

Wir alle tragen die Verantwortung für jemanden, für andere Menschen, die Unterstützung im Glauben brauchen. Sie sollen wahrnehmen, dass in uns etwas ist, was unsere natürlichen menschlichen Kräfte übersteigt. Sie sollen wirklich wahrnehmen können, dass wir unser Leben meistern, weil wir an die Anwesenheit Gottes glauben und alle Begebenheiten aus Gottes Hand annehmen.

 

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