Sie kommen von Ost und West.
Einführung. ie
Jesus gibt uns den guten Rat, dass wir nur durch die enge Tür ins Reich Gottes gelangen können. Viele beschreiten jedoch den breiten Weg, der in die ewige Verdammnis führt. Selbstverständlich ist es nicht angenehm, durch die enge Tür zu gehen, denn das erfordert von uns Menschen viel Selbstentäußerung und Entsagung. Eine Ermunterung ist jedoch die zweite Lesung des heutigen Sonntags: „Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn und verzage nicht, wenn er dich zurechtweist.“ Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er.”
Predigt
Wenn wir auf dem schmalen Weg sind, dürfen wir nicht vergessen, dass wir auf diesem Weg nicht allein sind. Auf diesem Weg ist Gott mit uns. Das ist der Weg, auf dem wir sehr intensiv mit Gott vereint sind. Wenn wir das Reich Gottes gewinnen wollen, ist das nur möglich, wenn wir uns täglich bemühen, mit Gott zu leben. Eine nur augenblickliche Ergebung in Gottes Hände und dann sein Leben wieder nach den eigenen Wünschen zu lenken, genügt nicht.
Der Mensch von heute bemüht sich, viele Bekannte zu haben, um mit deren Hilfe ein angenehmes und gesegnetes Leben auf Erden zu führen. Der moderne Trend heißt: Ein einflussreicher Bekanntenkreis ist gut und notwendig, um unsere Interessen zu verfolgen. Warum bitten die Menschen nur um Unterstützung durch menschliche Macht und nicht um die Macht, die Gott gibt? Es besteht die Tendenz, sich Menschen zu erkaufen, weil man sich dann verpflichtet fühlt, etwas für sie zu tun – im Fall, dass man sie einmal braucht. Menschen suchen sich Bekannte, weil ihnen das Vertrauen in einen fehlt, der für alles sorgt. Nur der Mensch, der die Hilfe von Menschen als Gottesgeschenk annimmt, ist frei. Menschen, die sich zu sehr an andere anlehnen, sind oft unglücklich. Zunächst klammern sie sich vertrauensvoll an sie, dann aber auch in materieller Hinsicht. Schließlich erkennen sie, dass auch die anderen Menschen genauso arm sind wie sie selbst.
Es ist traurig, wenn ein gläubiger Mensch sagt: „Ich habe keine Bekanntschaften, mir wird niemand helfen.” Das ist ein Zeichen des Misstrauens gegenüber Gott, denn so verlässt er sich nur auf die Sicherheit der Menschen. Gott wartet immer darauf, dass wir mit Vertrauen zu ihm kommen. Wir sollen uns keine Sorgen über unser gebrechliches Leben machen, weil es in Gottes Händen ist. Wenn wir etwas erreichen wollen und uns sehr viel daran liegt, wird Gott es uns geben, wenn es seinem Willen entspricht. Wenn wir aber um jeden Preis etwas erreichen wollen, das nicht Gottes Wille ist, stehen wir im Widerspruch zu seinem Willen. Wenn wir uns auf Menschen verlassen, die uns helfen können, sollten wir nicht vergessen, dass uns nicht diese Personen helfen, sondern Gott durch diese Menschen. Viele Menschen denken, dass sie sich durch gute Bekanntschaften das ewige Leben sichern können.
Was sagt uns Jesus dazu ganz klar? An diesem Tag werden viele zu mir sagen: „Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt.” Und Jesus wird erwidern: „Ich kenne euch nicht. Um Jesus zu kennen, genügt es also nicht, nur mit ihm zu essen oder zu trinken. Es genügt auch nicht, nur einmal im Jahr in die Kirche zu gehen oder ein paar Mal zu ministrieren und dann zu sagen: „Ich habe schon alles für die Kirche getan, mir ist der Himmel sicher.” Wir können das Reich Gottes nur gewinnen, wenn wir täglich mit Christus leben..
Liebe Brüder und Schwestern, wir sollten also achtsam sein und uns nicht für den breiten Weg entscheiden! Der schmale Weg ist zwar anstrengend und hat seine Schwierigkeiten, aber er ist auch schön. Menschen, die diesen Weg wählen, können von vielen Ereignissen in ihrem Leben berichten, in denen sie eine außergewöhnliche Fürsorge Gottes erleben durften.
Der Mensch freut sich immer, wenn er sieht, dass Gott sich um ihn kümmert – vorausgesetzt, er vertraut Gott. Es ist sogar äußerst gesund für uns, wenn wir etwas erreichen wollen und niemanden haben, der uns helfen kann. Dann wächst unser Vertrauen in Gott.
Wenn ein Priester in eine andere Pfarrei versetzt wird, kennt er dort anfangs niemanden. Er muss die Arbeit der Pfarrei fortsetzen, Probleme lösen und weiß dann oft nicht, an wen er sich wenden soll. Was bleibt ihm da anderes übrig, als tiefes Gottvertrauen zu haben? Wenn der Priester dann viele Menschen kennenlernt, die ihm helfen, darf er trotzdem niemals das Vertrauen in Gott verlieren. Wenn wir unser Vertrauen immer wieder auf Gott setzen, wird er uns helfen, wenn wir seine Hilfe brauchen.