Einführung
Jesus wählt einen unehrlichen Verwalter aus, um uns als Beispiel zu geben. Es geht um einen Verwalter, der miserabel mit dem, was ihm sein Herr anvertraut hat, wirtschaftet. Als der Verwalter merkt, dass sein Herr es bemerkt hat, fürchtet er, entlassen zu werden. Also entschließt er sich, seine Zukunft durch weitere Unehrlichkeit zu sichern. Jesus findet sogar lobende Worte für den unehrlichen Verwalter. Allerdings lobt er ihn nicht für seine Unehrlichkeit, sondern dafür, dass er an seine Zukunft denkt. Auch wir Christen sollten an unsere Zukunft in der Ewigkeit denken.
Predigt
Jesus sagt im Evangelium: „Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons.“ Wie sollen wir dann aber Jesus begreifen, wenn er zu uns sagt: Ihr könnt nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon. Wenn Jesus das sagt, will er sicherlich nicht, dass wir das Reich Gottes hier auf Erden bauen, sondern dass der Mensch seine irdischen Sachen in Treue verwalten soll. So besteht schließlich die Möglichkeit – dank seiner Ehrlichkeit –, sich auch ewige Werte zu sichern. Die Menschen sind in ihrer Beziehung zu den irdischen Dingen oft ungerecht, unehrlich und undankbar. Sie sehen darin nur die Möglichkeit zur Selbstbereicherung. Der Prophet Amos macht uns daher aufmerksam, dass die Beziehung zu den irdischen Dingen kein Maß annehmen soll, das unredlich ist. Es soll nicht so weit kommen, dass wir eine falsche Waage verwenden oder beim Verkauf betrügen, indem wir zum Beispiel Spreu mit Weizen verkaufen. Das führt zu einem Zustand, in dem der Mammon so an Größe zunimmt, dass man den Blick auf den Nächsten verliert. Und wenn der Mensch auch noch das Gesetz Gottes in den Hintergrund stellt, so wird er zu einem Sklaven der materiellen Dinge. Viele Menschen nützen heute jede Gelegenheit, um sich zu bereichern. Sie sollen aber dabei Acht geben, dass sie das nicht gegen Gottes Gebote handeln und auch nicht ihrer Gesundheit schaden. Leicht wird man von der Habgier beherrscht. Nicht wenige Menschen arbeiten auch am Sonntag, denn sie wollen immer mehr haben. Wenn man dann glaubt, sich so sein Leben zu sichern, irrt man. Man leidet auch selbst daran, vergönnt sich keine Ruhe mehr und solche Arbeit bringt auch keinen Segen Gottes.
Ich habe das folgende Zeugnis einer Frau gelesen: „Sie hatte ein Geschäft. Um mehr zu verdienen, hatte sie auch sonntags geöffnet. Aber sie hatte irgendwie Gewissensbisse. Sie bemühte sich daher, auch die heilige Messe zu besuchen, entweder morgens früh oder am Abend, damit Gott zufrieden sei. Doch mit sich selbst war sie keinesfalls zufrieden. Also beschloss sie, das Geschäft am Sonntag nicht mehr zu öffnen. Später stellte sie beim Vergleich des Verkaufserlöses fest, dass sie in dem Jahr, in dem sie beschlossen hatte, am Sonntag ihr Geschäft nicht zu öffnen, einen höheren Geldertrag erzielt hatte als in dem Jahr, in dem sie die Sonntagruhe nicht eingehalten hatte. Sie war überzeugt, dass Gott die menschliche Arbeit segnet, wenn die Gesetze Gottes respektiert werden.
Eine weitere Frage ist: Wie verwalten und pflegen wir unsere materiellen Dinge? Manchmal bemerken wir, dass Kinder sehr viel Spielzeug haben und in jeder Ecke Dinge herumliegen. Da stellt sich die Frage: Ist es die einzige Form der Liebe zu meinem Kind, wenn ich ihm immer wieder neues Spielzeug kaufe? Vermutlich ist es einfacher, etwas zu kaufen, als Zeit mit dem Kind zu verbringen. Doch Zeit ist viel kostbarer, um einem Kind Liebe zu erweisen. Auch Erwachsene haben ihr Spielzeug, natürlich in anderer Form. Wozu dient es? Braucht man es wirklich? Belastet es uns nicht auch? Wie benutzen wir unsere materiellen Dinge?
Jesus sagt im Evangelium zu uns: „Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet.” Leider wissen wir oft nicht, wie wir mit materiellen Dingen richtig umgehen sollen. Es geht nicht darum, dass wir kein Geld verdienen sollen, sondern darum, dass zu viele materielle Güter für uns oft keinen Segen bringen. Es kommt darauf an, was uns wichtig ist: Egoismus oder Liebe? Das Beispiel des unehrlichen Verwalters bedeutet nicht, dass wir schlecht wirtschaften sollen. Das Beispiel soll uns zeigen, wie wichtig es ist, Fürsorge für die Zukunft zu leisten.
Das ist unsere Aufgabe als Christen: unsere materiellen Dinge ehrlich zu verwalten und die richtige Einstellung gegenüber ihnen zu haben.