Der Segen Gottes ist ein besonderer Beistand, eine besondere Gnade Gottes, eine Kraft, mit der er alles so ordnet, dass dem Menschen, was er immer tut, zum leiblichen oder geistlichen Wohle und Nutzen gereicht. Ein merkwürdiges Beispiel dieses göttlichen Segens haben wir im Heil. Vinzenz von Paul. Zum Priester geweiht, schiffte er nach Afrika über, um die von den Mohammedanern gefangenen Christen im katholischen Glauben zu stärken und zu erhalten. Allein gar bald fiel er selbst der Sklaverei anheim Endlich befreit kehrt er in sein Vaterland, nach Frankreich, zurück, stiftet jenen Verein der Engel auf Erden, welche ihre schönste Jugend am Krankenbett im Dienste Gottes und des Nächsten hinopfern,sendet nach allen Teilen der Erde Glaubens- und Liebesboten aus, und wirkt des Guten so viel, dass wir bei Betrachtung desselben stillstehen und staunend uns fragen: Wie konnte ein einziger Mann, der selbst arm war, so viel leisten? Die Antwort finden wir aber leicht, wenn wir bedenken, dass der Herr diesen großen und in seinen Augen so kleinen Mann in seinen Unternehmen wunderbar gesegnet hat. Gott, hat ihm seine Schatzkammer geöffnet, und so konnte er austeilen allen welche der Hilfe bedürftig waren. Was dem heil. Vinzenz begegnet , das lesen wir in den Lebensbeschreibungen sehr vieler Heiliger. Ein Segen Gottes ruhte auf all ihren Unternehmungen, den diese Welt mit all ihren Arbeiten nicht zu geben vermag. Aber woher kommt es denn, dass Gott den einen Menschen segnet, den anderen wieder nicht, den einen mehr, den anderen weniger? Wie wir Gott ehren, so ehrt Gott auch uns, d.h. wie wir uns gegen Gott verhalten , so verhält er sich auch gegen uns. Wenn wir Gott nichts geben, wird er uns auch nichts geben. Wenn wir ihm das Schlechteste geben, wie sollte er uns das Beste geben? Das Opfer des Kain sah der Herr nicht an, das Opfer des Abel aber stieg mit Wohlgefallen zu seinem Throne auf. Kain gab das Schlechte, Abel das Beste. So machen es auch viele Menschen. Das Beste und Schönste geben sie den Geschöpfen , das Schlechteste und Abgenützteste dem Schöpfer. Wollen wir Gottes Segen haben, so müssen auch wir Segen um uns verbreiten, d.h. den Armen gerne,freudig und reichlich mitteilen Jesus sagt: „Gebt, und es wird euch auch gegeben werden nach dem Maße eurer Gabe. Wollt ihr also den göttlichen Segen haben, so steht dieser nur bei euch selbst. Übergebt euch dem Herrn ganz und ungeteilt in allen Lebenslagen; er wird für euch allzeit sorgen. Hofft und vertraut auf ihn, denn keiner ist noch zu Schanden geworden, der auf ihn seine gebaut hat. Seid ihr liebevoll gegenüber den Armen und sparsam, ohne geizig oder schmutzig zu sein? Lauft dem Betrug und der Eitelkeit nicht nach; der Herr nimmt euch denselben hundertfach wieder, so wie er euch hundertfach vergelten wird, was ihr ihm getan habt, denn er euch segnen wird, und an seinem Segen ist ja alles gelegen. Der Segen des Herrn sei über euch; wir segnen euch im Namen des Herrn.