28.Sonntag im Jahr C Lk 17,11-19

  Die Heilung der zehn Aussätzigen
Einführung
Jesus traf zehn Aussätzige, die auf seine Hilfe angewiesen waren. In dieser Geschichte geht es um zwei Dinge. Zum einen um den Glauben, zum anderen um die Dankbarkeit. Jesus forderte die Aussätzigen auf, sich dem Priester zu zeigen. Sie sollten so handeln, als wären Sie bereits gesund. Diese Prüfung bestanden sie, aber nicht der Samariter in der Tugend der Barmherzigkeit. Sind wir dankbar für alles, was wir von Gott erhalten haben?

Predigt

Die Aussätzigen baten Jesus mit lauter Stimme um Hilfe. Als sie geheilt wurden, kehrte nur einer von ihnen zurück, um sich bei Jesus zu bedanken. Darum fragte Jesus: „Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?” Auch wir sind empfindlich, wenn wir jemandem helfen und er nicht „Danke“ sagt. Das sehen wir oft bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen. Wie oft müssen Mutter oder Vater ihrem Kind sagen: „Weißt du dich nicht zu bedanken?” Wenn wir etwas von jemandem brauchen, reden wir lange, aber wenn wir das, was wir wollten, erhalten, vergessen wir uns zu bedanken. Viele Kinder und Heranwachsende sind ihren Eltern gar nicht dankbar für alles, was diese für sie tun. Sie nehmen das alles als Selbstverständlichkeit hin. Die Eltern treffen sich nicht einmal mit Unzufriedenheit, weil die Ansprüche der Heranwachsenden die finanziellen Möglichkeiten der Eltern übersteigen.

Wir sind empfindlich gegenüber Dankbarkeit, nicht, weil wir wollen, dass uns die Menschen für alles danken, sondern weil Dankbarkeit die Antwort der Liebe auf die Liebe ist. Das Wort „Danke“ ermutigt Menschen, Gutes zu tun. Wo dieses Wort fehlt, fehlt auch die Anfeuerung. Das Wort „Danke“ kann auch das Herz eines verhärteten Menschen weichen lassen. Warum sind wir nicht zueinander dankbar? Nicht, weil wir nicht danken können, sondern oft, weil wir nicht wissen, wofür wir danken sollen. Wir spüren den Bedarf, zu danken, nicht. Es scheint uns, als wären wir selbstständig. Warum sollten wir für unsere Gesundheit dankbar sein? Wir sind doch erst 30 Jahre alt und es ist ganz normal, dass wir gesund sind. Warum sollte ich Gott für eine gute Beschäftigung danken? Doch ich habe eine gefunden. So denken heute viele Menschen. Warum sollte ich Gott dafür danken, dass meine Kinder gut sind? Doch sie sind wie ich. Manchmal sind wir zu selbstsicher. Jesus macht uns darauf aufmerksam, dass es nicht aus unseren Kräften quillt. Es kann vorkommen, dass sich unsere Sicherheiten auflösen und wir unsicher und ängstlich fühlen, weil wir mit ungünstigen Umständen nicht gerechnet haben. Und gerade dann kann uns das Bewusstsein für und die Einsicht in Gottes Sorge fehlen. Von den zehn Aussätzigen kam nur einer zurück und bedankte sich – und das war der Heide. Auch Naman aus Syrien wurde geheilt, und er war ebenfalls ein Heiden. Beide bedankten sich für ihre Heilung. Sie wurden sich dessen bewusst, was sie erhalten hatten. Die gläubigen Juden nahmen das als Selbstverständlichkeit hin. Es ist notwendig, sich dessen bewusst zu werden, dass alles, was wir von Menschen oder auf andere Weise erhalten, seinen Ursprung in Gott hat. All das ist Gottes Geschenk; darum sollen wir für alles Dank sagen. Zehn Menschen wurden geheilt. Ich frage: Was für eine lange Zeit? Vielleicht 30, 40 Jahre. Sie wurden von körperlicher Lepra geheilt. Neun von ihnen nutzten die Möglichkeit, auch vom geistlichen Aussatz geheilt zu werden, nicht. Vielleicht verbrachten alle weiteren Jahre in Gesundheit, aber nur einer von ihnen sicherte sich die Gesundheit für die Ewigkeit. Jesus sagte nämlich zu ihm: „Dein Glaube hat dich gerettet.” Wo der Mensch sich nur auf eigene Kräfte verlässt, ist er schwach, denn ihm fehlt Gottes Hilfe. Jeden Sonntag gehen wir zur heiligen Messe. Anders gesagt: Wir feiern die Eucharistie. Eucharistie bedeutet „Danksagung“. Wenn wir also in die Kirche zur heiligen Messe gehen, dann tun wir das, um uns bei Gott für alles zu bedanken, was wir erhalten.