3.Adventsonntag A Mt 11, 2-11

Etwas mit sich machen.

Einführung

Im heutigen Evangelium hören wir: „Geht hin und sagt Johannes, was ihr seht und hört: Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören und die Toten stehen auf; den Armen wird das Evangelium gepredigt.“ Diese Worte bedeuten, dass Gott Interesse an uns Menschen hat und uns hilft.

Predigt

Jesus sagte: „Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.” In diesen Worten ist die Popularität Johannes’ des Täufers zusammengefasst. Er war eine beeindruckende Persönlichkeit. Aber Jesus lehrt uns, dass die Anwesenheit Gottes einen Menschen zu etwas noch Größerem macht. Gottes Anwesenheit macht den Menschen zu etwas noch Größerem. Darum sollen wir uns um die Beziehung zu Gott bemühen.

Wenn eine Frau einen Millionär heiratet, wird auch sie Millionärin. Wenn sie einen König heiratet, wird sie Königin. Das ist ganz natürlich. Auch wir sind eingeladen, uns mit Gott zu vereinen und dadurch Gott ähnlich zu werden.

In Märchen wird oft erzählt, dass es sich lohnt, das Böse zu beseitigen, denn wenn man es nicht tut, muss man einen Preis dafür zahlen. Ein Beispiel: Ein Hase baute ein schönes Haus am Waldesrand. Aber bald bemerkte seine Frau einen Stein hinter dem Haus, der sie störte, und machte ihn darauf aufmerksam. Sie sagte zu ihrem Mann: „Der Stein hinter unserem Haus muss beseitigt werden.” Der Hase nickte nur und antwortete: „Schau doch, dieser Stein ist so bequem, da setze ich mich gerne drauf.” Eines Abends eilte der Hase nach Hause, stolperte über den Stein und fiel der Länge nach hin. Da wurde ihm bewusst, dass seine Frau ihn schon gebeten hatte, den Stein zu beseitigen, und er ihre Anregung einfach beiseitegeschoben hatte. Eines Abends kochte Frau Hase eine gute Suppe. Da die Suppe sehr heiß war, ging sie mit der Suppenschüssel hinaus vor das Haus, um sie abzukühlen. Sie konzentrierte sich dabei so sehr auf die Suppe, dass sie über den Stein stolperte. Die Suppe wurde verschüttet und die schöne Suppenschüssel zerbarst in Stücke. Sie regte sich darüber sehr auf und schrie: „Siehst du, lieber Herr Hase, nun ist das Unglück geschehen!  Ich habe dir doch schon lange gesagt, dass der Stein weg muss, aber du hast nichts getan!“ Sie machte also ihrem Mann Vorwürfe. Dann kam jener schicksalshafte Nachmittag, an dem Herr Hase mit seiner Frau spazieren ging und das Haus leer stand. Zufälligerweise ging an diesem Nachmittag ein Bär auf das Haus zu. Auch er übersah den Stein. Er stolperte und stürzte mit seinem ganzen Gewicht auf das Haus des Hasen, zerstörte es vollständig. Als der Hase und seine Frau nach Hause kamen, sahen sie, was passiert war. Sie setzten sich vor die Trümmer und weinten. Aber was nützte es? es war zu spät.

Wie oft stoßen wir an einen Stein? Das kann der Stein der Bosheit oder der Stein der Faulheit sein. Wie oft begegnen wir Menschen, die von der Stein des Alkoholismus oder der Drogensucht belastet sind?

Vor zweitausend Jahren forderte Johannes der Täufer die Menschen zur Buße auf. Buße zu tun bedeutet, etwas an sich zu verändern, sich innerlich zu ändern. Diese innere Änderung sollte zwei Schritte umfassen. Der erste Schritt ist die Beseitigung des Bösen, der zweite die Stärkung im Guten.

Wenn Kinder die Wände im Zimmer beschmieren oder Nägel ins Mobiliar einschlagen, haben die Eltern alle Hände voll zu tun, um das wieder in Ordnung zu bringen. Sie sind sicherlich auch sehr wütend, denn selbst nach der Reparatur bleiben manchmal noch Spuren zurück.

Ähnlich ist es auch in unserem Leben: Wenn wir sündigen und boshafte Menschen sind, fühlen wir uns nicht wohl. Dann müssen wir handeln – in der Gewissheit, dass Gott verzeiht und uns dabei hilft, das Böse zu beseitigen. Er lädt uns auch immer wieder ein, zur Heiligen Messe zu kommen und die Heilige Kommunion zu empfangen, um die Spuren unserer Sünden zu beseitigen. Unser Egoismus stört immer wieder unsere Beziehung zu Gott, doch wir haben auch immer wieder die Möglichkeit, zu Jesus zu kommen und ihm zu sagen: „Jesus, stärke mich!” Damit ist eine innere Stärkung gemeint.

Ein weiteres alltägliches Beispiel: Eine Lehrerin ermahnte in ihrer Klasse immer wieder den Schüler Karl wegen seiner unzureichenden Leistungen, die zu einer ungenügenden Benotung führen würden. Immer wieder sagte sie: „Karl, du musst dich ändern!” Daraufhin stand Karl auf und sagte: „Gut, Frau Lehrerin, ich werde mein Äußeres ändern. Ich werde mir die Haare anders schneiden lassen.” Das ist einfacher als ein fleißiger Schüler zu werden.“ Ja, eine innere Änderung ist schwieriger als eine äußerliche.

In der Adventszeit sind wir alle zu einer inneren Veränderung aufgefordert und eingeladen!