Weihnachten A 2016 Joh 1,1-18

Hochfest der Geburt des Herrn 2016

Einführung

Psychologen sind der Meinung, dass wir beim Einschlafen unseren Ausblick  auf den Himmel haben sollen. Dann könnten wir gut einschlafen. Wohin sollen wir schauen, dass in unserer Seele  Freude und Ruhe ist?  Schauen wir auf Weihnachten, das bringt Freude und Ruhe und wir erfahren die Liebe des menschgewordenen Gottes in Jesus Christus!

Predigt

Versuchen wir heute,  folgende Dinge besonders zu betrachten: den Stall, die Krippe, die Tiere und die Hirten. In der Heiligen Schrift lesen wir im Lukasevangelium: Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. Diese Nachricht, die aussagt, dass für die Heilige Familie kein Platz war, hörten wir auch auf andere Art im Johannesevangelium: Er kam in sein Eigentum,  aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Später als Jesus durch die Lande zog und lehrte, heißt es dazu im Matthäusevangelium:  Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

Jesus kam am Stadtrand, also außerhalb von Bethlehem zur Welt und auch außerhalb der Stadt wurde er dann später gekreuzigt. Das hat seine besondere Bedeutung. Die Person Jesu gehört also nicht in den Bereich, wo die Menschen leben, die die Welt für das Wichtigste halten.  Christ zu sein, bedeutet nämlich, zu verlassen, was viele Menschen für das Allerwichtigste halten. Was ist vielen so wichtig im Leben? Das ist die Arbeit, das liebe Geld, die Familie und die Gesundheit. Das sind Dinge, die auch wichtig sind im Leben, aber das ist nicht alles.

Zu Weihnachten sind wir eingeladen, zur Krippe zu gehen, dann können wir wahrnehmen und erkennen, worauf es ankommt. Wir werden entdecken,  was eigentlich unbedeutend und unwichtig ist. Wir werden erfüllt von der Liebe Gottes in der Geburt des Menschensohnes in der Krippe.

Der Heilige Augustinus kommentierte das mit folgenden Worten: Eine Krippe – gemeint ist eine Futterkrippe –  ist der Ort, wo Tiere sich zum Fressen versammeln. Jetzt liegt dort ein kleines Kind, von dem gesagt wird – er sei das Brot, das vom Himmel herabkommt, die wahre Speise, die die Menschen für ihr Leben brauchen – eine Speise, die die Menschen zum ewigen Leben führt. Die Krippe ist bereits ein Hinweis auf den Tisch des Brotes, an dem die Menschen eingeladen sind, den Leib Christi zu empfangen.  In der Armut der Geburt Jesu Christi zeigt sich die wahre Größe, in der sich das Mysterium zum Heil der Menschen verwirklicht.

An der Krippe waren auch zwei Tiere als Kennzeichen der Liebe Gottes. Schon der Prophet Jesaja schrieb: Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. Beide Tiere – der Ochs und der Esel – sind symbolhaft für eine begriffsstutzige Menschheit, die beim Anblick des Kindes langsam zur Erkenntnis kommt. In der Armut der Geburt des göttlichen Kindes kann man dies erkennen. In christlichen Kunstwerken ist dieses Motiv dargestellt und wir können uns eine Krippe ohne Ochs und Esel nicht vorstellen.

Dann sind da noch die Hirten. Die Engel teilten den Hirten mit, was wir bei Lukas erfahren: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Da Christus außerhalb der Stadt geboren wurde, kamen als erstes die Hirten zu ihm, denn sie lebten ebenfalls außerhalb der Stadt. Es hatte aber noch einen anderen Grund: Die Hirten waren einfache, bescheidene Leute und solche haben zu Gott mehr Nähe als andere. Jesus lobte später die einfachen Menschen, was wir auch bei Lukas lesen können, mit folgenden Worten: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Jahrhunderte danach waren es die Mönche, die die Tradition der Anbetung wahrgenommen haben. Sie standen in der Nacht auf, um Gott anzubeten.

Die Menschen sollen wieder wachsamer werden, die Einladung Gottes annehmen und das Wesen von Weihnachten erfahren und erspüren. Vielen ist das gelungen.

Dazu eine Geschichte aus dem ersten Weltkrieg mit dem Titel „Glückliche und fröhliche Weihnachten“ von einem Franzosen namens Christian Carion. In Westfrankreich kämpften wochenlang die Franzosen und Schotten auf der einen Seite gegen die Deutschen auf der anderen Seite. Am Weihnachtsabend aber geschah etwas Besonderes. Ein Soldat – es war ein Berliner Opernsänger – begann das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ zu singen. Allmählich stimmten auch die anderen Soldaten mit ein. Danach stellte der Opernsänger einen Weihnachtsbaum im Schützengraben auf. Und interessanter Weise wurde das Schießen beendet. Der Sänger kam aus dem Schützengraben heraus und ging auf das Schlachtfeld, hinter ihm weitere Soldaten – aber niemand begann zu schießen. Auf der anderen Seite hörte man plötzlich schottische Weihnachtslieder erklingen und auch die französischen und schottischen Soldaten kamen aus dem Schützengraben heraus und gingen auf die deutschen Soldaten zu. Sie reichten einander die Hände, wünschten sich frohe Weihnachten, tranken Champagner und sie lachten und scherzten. Was war nur geschehen, dass sich die Feinde plötzlich wie Brüder verhielten? Kann das nicht Gott und seine Liebe bewirkt haben? Bei den Schotten war ein Priester, der dann eine lateinische Messe zelebrierte. Allerdings hatte diese Messfeier ihre Folgen. Der Kommandeur fuhr den Priester schroff an: Wie konntest du dir erlauben, eine Heilige Messe vor unseren Feinden zu zelebrieren? Du sollst sie erschießen und nicht für sie beten!  Was geschah aber weiter? Die Kommandeure beider Soldaten stellten fest, dass diese nicht gegeneinander kämpften, sondern in die Luft schossen. Ohnmacht verbreitete sich in beiden Lagern. Sie sahen als einzige Lösung, die Soldaten abzukommandieren. Christian Carion ist es gelungen, mit seiner Geschichte die Kraft der Liebe Gottes zum Ausdruck zu bringen.

Welche Kraft doch das Weihnachtsfest hatte und auch heute noch hat! Bringen wir unseren Dank für die Botschaft von Weihnachten zum Ausdruck! Richten wir unser Leben danach aus! Gehen wir unseren Weg in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes!

 

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