Einführung
Johannes der Täufer sprach über Jesus und sagte: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt.“ Der Mensch ist am stärksten vom Bösen gefangen. Um frei zu werden, benötigt er die Vergebung seiner Sünden. Dazu muss er bereit sein. Immer wieder sollten wir beten: „Jesus, ich glaube an dich, ich brauche dich.“
Predigt
Wenn jemand durch eine Amnestie aus dem Gefängnis entlassen wird, ruft er begeistert: „Ich bin frei!“ Diese Freude möchte auch Jesus uns Sündern schenken, indem er uns die Schuld vergibt. Jeder, der erkennt, dass er schwach, egoistisch und sündhaft ist und dies bedauert, erhält von Jesus eine ewige Amnestie.
Jeder von uns strebt danach, wertvolle Dinge zu besitzen. Wir schätzen es, ein schön eingerichtetes Haus zu haben, ein Auto zu besitzen und Urlaub zu machen. Das zählt zu den Werten, die wir hochschätzen.
Aber ist das alles wirklich das Wichtigste? Wahrscheinlich ist für einen Dieb das Wichtigste – viel Geld zu erbeuten. Genau so soll es für uns als Christen das Wichtigste sein, uns an der Anwesenheit Gottes und seinen Gaben, die er uns anbietet, zu erfreuen
Johannes der Täufer sagt weiter im heutigen Evangelium: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
Was bedeutet es, mit dem Heiligen Geist zu taufen? Jesus ist mächtiger als Johannes. Johannes rief die Menschen zur Reue und Umkehr auf. Jesus ist fähig, durch den Geist auch die himmlische Kraft zu geben, um ein Gott-wollgefälliges Leben in der Nachfolge zu führen. Ist es nicht vorteilhaft an einen solchen Gott zu glauben?
Dazu eine Begebenheit:
Ein amerikanischer Pilot wurde 1965 in Südvietnam gefangen genommen. Er berichtete, wie einsam er sich in seiner kleinen Zelle von zwei mal zwei Metern fühlte. Die Wände, der Boden und die Decke waren schmutzig, und es war sehr kalt. Er litt unter Kopfschmerzen und Hunger und hatte große Schwierigkeiten, seinen Zustand zu beschreiben. In seiner Zelle gab es kein Buch und keine Zeitschrift. Es schien, als könnten Monate oder sogar Jahre vergehen, bis er wieder die Sonne sehen würde. In der stickigen Luft fiel es ihm schwer, seinen Verstand zu behalten.
Dennoch stellte er fest, dass diese Zeit auch einem positiven Wandel diente, da er lernte, das Wichtige vom Unwichtigen und das Wertvolle vom Wertlosen zu unterscheiden. Sein Bedürfnis nach geistlicher Nahrung war sogar größer als das nach physischer. Oft verspürte er den Wunsch, mit jemandem über Gott und die Kirche zu sprechen. Er hatte das Gefühl, in Gefangenschaft geraten zu sein, um zu erkennen, wie leer sein Leben ohne Gott war.
Nach 28 Tagen im Gefängnis, in denen er auch Folter ausgesetzt war, begann er an seine Kinder zu denken, konnte sich aber nicht einmal mehr an deren Anzahl erinnern. Um den Namen seiner Frau nicht zu vergessen, wiederholte er ihn immer wieder. In seinen Gedanken versprach er Folgendes. Sollten ihm die Umstände erlauben, zu überleben, würde er am ersten Sonntag nach seiner Rückkehr mit seiner Familie in die Kirche gehen und seinen Glauben an Gott bekennen. Er entdeckte auch das Gebet als Quelle seiner Überlebensstärke. Schließlich wurde er aus der Gefangenschaft entlassen.
Ja, es gibt verschiedene Wege, die zu der Erkenntnis führen, dass Gott wichtig ist. Dieser amerikanische Pilot erlaubte Gott, ihn zuerst im Herzen zu befreien und dann auch aus der Gefangenschaft.
Das Evangelium lädt uns ein, aus unserer Gefangenschaft hinauszugehen und Gott zu erlauben, uns mit seiner Liebe zu umgeben.