Jesus Christus, der gesagt hatte: So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht jedem seinen Bruder von Herzen vergebt.
Vergebung. Ein Wort. Und welche vielfältigen Reaktionen kann dieses Wort in uns hervorrufen? Gibt es jemanden, der Vergebung nicht benötigt? Die Unbereitschaft, dem anderen zu vergeben, wirkt wie ein Gift. Warum sagen wir: Ich verzeihe, aber ich denke noch daran? Ist das angemessen?
Jesus, du bist aus Liebe zu uns Menschen geworden, um uns den Weg zum Vater zu zeigen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast den Armen, Kranken und Sündern deine Barmherzigkeit erwiesen. Christus, erbarme dich unser.
Dein liebendes Herz mahnt uns, einander in Barmherzigkeit und Güte zu begegnen. Herr, erbarme dich unser.
Wenn wir nicht bereit sind, anderen zu verzeihen, verdienen wir das ewige Leben nicht. Als Petrus Jesus fragte, ob er siebenmal vergeben solle, antwortete dieser: „Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.“ Das bedeutet: immer.
Im heutigen Evangelium weist Jesus auf die Liebe Gottes zu den Menschen hin. Gott ist uns gegenüber barmherzig und erwartet, dass auch wir einander bereitwillig vergeben. Die Vergebung ist ein wesentlicher Bestandteil von Jesu Lehre. Wo Vergebung herrscht, ist auch die Voraussetzung für Einheit im Gebet gegeben..
Vergebung bringt einen doppelten Segen: Gott segnet sowohl den, der vergibt, als auch den, dem vergeben wird. Vernünftig denkende Menschen wissen, dass Rache keine Probleme löst, sondern sie vielmehr verschärft. Jesus fordert uns nicht nur auf, auf Vergeltung zu verzichten, sondern auch, aufrichtig und unbegrenzt zu vergeben.
Zu vergeben ist nicht leicht. Viele Menschen empfinden Vergebung als etwas Unnatürliches, das ihre Würde mindert. Viele Christen sagen: „Ich habe vergeben, aber nicht vergessen.“ Doch ist das wirklich die Vergebung, die Gott von uns erwartet? Wir wissen, dass eine solche Haltung keinen wahren inneren Frieden schenkt. Großzügige Vergebung, die Kränkungen loslässt, ist ein Zeichen großer geistiger Reife und des Geistes Jesu.
Im Gebet „Vaterunser“ beten wir. Vergib uns, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben. Denken wir jetzt besonders beim Gebet an diese Worte.
Ohne Verzeihung ist kein Frieden. Beten wir um diesen Frieden.
Wir bitten dich, o Herr, um ein verzeihendes Herz, damit wir mit dir einmal im Gottesreich leben können.