Ostermontag, A Lk 24, 13-35

Der auferstandene Christus trennt die Menschen voneinander.  So war es gleich nach der Auferstehung Jesu. Es gab immer Menschen, die seine Auferstehung verkündeten, aber auch solche, die sie bekämpften. Wir Christen haben die Pflicht, der Welt von der Auferstehung Jesu zu erzählen.

Predigt

Nach der Auferstehung erscheint Jesus den Frauen und sagt zu ihnen: Seid gegrüßt. Fürchtet euch nicht, geht hin, verkündet meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen, und dort werden sie mich sehen. Auf der anderen Seite raten der Hohepriester und die Ältesten den Soldaten zu lügen. Sagt zu allen: Seine Jünger kamen bei Nacht und haben den Leichnam Jesu, während wir schliefen. Und wenn dies dem Stadthalter zu Ohren kommen sollte, werden wir das beschwichtigen und dafür sorgen, dass sie sich keine Sorgen machen. Die Frauen schwiegen nicht über das leere Grab. Das erzeugte bei den Feinden Jesu Widerstand. Petrus und Johannes sprachen von Anfang an nicht über den auferstandenen Jesus. Später hat Petrus nicht mehr geschwiegen. Er sprach von Jesus, obwohl es ihm verboten war. Wir haben euch doch mit Ernst geboten, dass ihr nicht in seinem Namen lehren sollt. Und sehet, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt dieses Menschenblut über uns bringen. Petrus aber antwortete: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Gott, unser Vater, hat Jesus auferweckt, welchen ihr an das Holz des Kreuzes gehängt und getötet habt. Und wir sind Zeugen dieser Geschichte, und der heilige Geist, welchen Gott uns gegeben hat, ihm gehorchen wir. Das zu hören ging ihnen ans Herz, und sie dachten daran, sie zu töten. Auch für uns ist das eine Aufforderung: Wenn wir an Christi Auferstehung glauben, dürfen wir nicht schweigen. Das hat der Apostel Paulus begriffen. Jesus sagte zu Paulus: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Ich bin Jesus, den du verfolgst. Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du tun sollst. Paulus verfolgte Christus nicht weiter, sondern arbeitete für ihn. Er verkündete das Evangelium und opferte sein Leben für Christus. Nicht nur die Apostel, sondern auch Tausende von Männern und Frauen verkündeten den auferstandenen Christus. Aber nicht allen gefiel das. Und darum wollen sie die Sprecher des Evangeliums zum Schweigen bringen. Wir müssen ganz offen gestehen, dass Jesu Feinde aktiv waren und es sind. Wie viele Bücher wurden gegen Jesus und die Kirche geschrieben? Aber sie treten nicht immer feindlich gegen Jesus auf; oft verdrehen sie nur die Fakten, sagen Halbwahrheiten und so bilden sie ein falsches Bild von Christus. Und sie arbeiten nicht ohne Erfolg. Aber ohne Erfolg arbeiten auch oft die Verkünder des Evangeliums. Viele Christen denken, dass sie das Evangelium nicht verkünden können. Sie fühlen sich dazu nicht fähig. Aber das ist ein Irrtum. Jeder Christ ist berufen, das Evangelium zu verkünden. Hier geht es nicht um die theologische Bildung, sondern darum, ob der Geist Gottes durch sie spricht.

Bei einer feierlichen Schau gab Napoleon nicht acht. Das Pferd wurde scheu, und Napoleon drohte, vom Pferd zu fallen. Damals trat ein Soldat aus der Reihe auf das Pferd zu, ergriff die Zügel und übergab sie dem Kaiser. Ich danke dir“, sagte Napoleon. Er fragte den einfachen Soldaten und nannte ihn dabei Kapitän: Von welchem Regiment bist du? Napoleon war erfreut darüber, dass dieser Soldat zu seiner persönlichen Garde gehörte. Der Soldat wurde zum Offizier ernannt. Die anderen Offiziere waren erbost. Was will dieser Kerl hier? „Ich bin Kapitän“, sagte dieser. Der Kommandant rief: „Mensch, sehen Sie, haben Sie wohl nicht alle Tassen im Schrank!“ Nein, Kaiser Napoleon hat mich so benannt. Dieser Soldat war ein Mann der Tat. Auch die Zeugen der Auferstehung Jesu waren Männer der Taten. Die Jünger von Emmaus, die Jesus erst beim Brotbrechen erkannten, gingen gleich nach Jerusalem zurück und legten Zeugnis von Jesus ab. Auch wir wollen zu den Zeugen der Auferstehung Jesu gehören – und durch unser Leben Zeugnis von Jesu Auferstehung ablegen.