Jesus‘ Auferstehung

Was geschah mit Jesus nach seinem Tod?

Sein Leichnam wurde ins Grab gelegt, und seine Seele stieg in die Vorhölle hinab zu den verstorbenen Gerechten. Ihr wisst von früher: Wenn der Mensch stirbt, geht die Seele vom Leib, und der Leib ist dann tot. Einen solchen toten Leib heißt man dann Leichnam. Die Seele geht entweder in den Himmel, in die Hölle oder in das Fegfeuer, der Leichnam aber wird auf den Gottesacker hinausgetragen und dort in die Erde hineinvergraben, in das Grab gelegt. War es nun bei Christus auch so? Seine Seele ging auch aus dem Leib fort und der Leib war dann tot. Dieser tote Leib wurde dann ins Grab gelegt. Es war aber kein solches Grab, wie der Totengräber bei uns mit der Schaufel und der Hacke in den Boden macht, sondern eine Höhle in einem Felsen. Dahin legten einige fromme Männer und Frauen den Leichnam Jesu, den sie in Leinwand eingehüllt hatten. Die Höhle hatte keine Tür. Stattdessen wälzten sie einen großen Stein vor die Öffnung der Höhle. Wo war aber die Seele Jesu? Diese stieg in die Vorhölle hinab. Was ist das, die Vorhölle? Vielleicht die Hölle? Oder das Fegefeuer. Nein, die Vorhölle sind Orte, an denen die Seelen der Gerechten verstorben sind. Das sind die Leute, die gelebt hatten, ehe Jesus gestorben war, und die fromm und recht lebten oder ihre Sünden bereut und abgebüßt und auf den Erlöser gehofft hatten. Z. B. Adam, Noe, Mose, Moses… Diese Gerechten kamen nicht in die Hölle, denn dort kommen nur die ganz Bösen hin. Die Gerechten konnten nicht in den Himmel auffahren, denn dorthin konnte niemand gelangen, ehe Jesus uns erlöst hatte und selbst in den Himmel aufgefahren war. Sie kamen also in die Vorhölle und mussten dort warten, bis Jesus gestorben war. Sie hatten dort keine Schmerzen wie die in der Hölle oder im Fegefeuer. Aber sie hatten auch keine himmlischen Freuden. Sie warteten deshalb mit großem Verlangen darauf, bis Jesus kommt und sie aus der Vorhölle befreit und sie in den Himmel nimmt. An diesen Ort ist nun die Seele Jesu nach seinem Tod hinabgestiegen und den Gerechten gesagt, dass sie jetzt erlöst seien und bald mit ihm in den Himmel auffahren dürften. Wie werden die sich gefreut haben. Wie lange hatten sie in der Vorhölle auf den Erlöser gewartet? Blieb Jesu Leichnam immer im Grabe? Nein, am dritten Tage stand Jesus mit Leib und Seele glorreich aus dem Grabe auf. Er stand glorreich auf. Er war ganz herrlich, strahlend, glänzend. Als er am Kreuz hing, war sein Leib vollständig entstellt. Alles mit Blut überzogen, voller Flecken, Striemen und Wunden an allen Gliedern, sodass er kaum noch aussah wie ein Mensch. Jetzt aber war sein Leib ganz schön und herrlich: Die Flecken und Striemen waren weg. Nur an den Händen und Füßen hat man noch die Male von den Nägeln und an der Seite vom Lanzenstich gesehen. Und diese Male waren schön und glänzend, und der ganze Leib war prächtig strahlend, viel schöner als wenn die Sonne auf einen blanken Spiegel scheint. Denkt nun einmal darüber nach, wie traurig die Jünger Jesu waren, als ihr lieber Jesus gefangen, misshandelt und getötet worden war. Wie traurig war die liebe Mutter Gottes, die bei seinem Leiden und Sterben zusehen musste. O wie unendlich traurig und weh muss es ihr da im Herzen gewesen sein! Denkt euch die Freude, die die Mutter Gottes gehabt haben muss, wo sie ihren lieben Sohn wieder lebendig, ja herrlich und strahlend gesehen hat. Auch wir dürfen und sollen uns recht über die Auferstehung Jesu freuen, dass er wieder auferstanden ist und jetzt so herrlich und glorreich ist. Und darum ist das Osterfest, der Ostersonntag, an dem wir die Auferstehung feiern, ein so hohes Fest, ein solcher Freudentag. Und wir freuen uns wegen noch etwas am Ostertag. Wie Jesus so herrlich aus dem Grabe auferstanden ist. So werden auch wir einmal aus dem Grabe auferstehen. Wenn wir fromm gelebt haben, dann werden wir auch einen schönen, glänzenden, prächtigen Leib haben wie Jesus.