5.Sonntag der Osterzeit A Joh 14,1-12

5. Sonntag der Osterzeit 2017 – Jesus führt uns zum Vater

Einführung

Jesus sagt im heutigen Evangelium: Ich bin der Weg und die Wahrheit und  das Leben (Joh 14,6). Das heißt: Jesus führt uns zur Quelle, die niemals versiegt. Die Frage ist, ob wir uns  von Jesus führen lassen.

Predigt

„Warum bist du so schlecht gelaunt“, fragte ich einen meiner Bekannten. Er antwortete mir: „Stell dir vor, ich habe meinem Sohn eine teure Harmonika gekauft und er hat kein Interesse, Harmonika  zu spielen“. Das heißt so viel wie: Was mich interessiert, dass will ich haben! Zu materiellen Sachen haben die Menschen verschiedene Ansichten. Obwohl wir einen freien Willen haben, ist es  doch schade, wenn wir die Gaben, die wir bekommen haben, nicht benützen. Vielleicht ermöglicht uns diese Gabe, eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit jemand anderen. Ein Beispiel dazu: Ein Mensch mit einem Traktor ist eine Traktorbesitzer. Das bedeutet nicht, dass, wenn wir neben einem Menschen einen Traktor hinstellen, er automatisch der Traktorbesitzer ist. Ganz anders ist das, wenn der Traktor ihm persönlich gehört. Oder ein anderes Beispiel: Ein Mensch, der eine Nähmaschine besitzt,  ist ein Schneider. Das ist nicht so selbstverständlich. Wenn ich eine Nähmaschine bekomme, bin ich deshalb sicherlich noch kein Schneider. Als Geschenk eine Nähmaschine zu bekommen, ist eine großzügige Gabe, die man schätzen soll. Nun sollen uns aber bewusst werden, dass wir von Gott viel höhere Gaben bekommen als einen Traktor oder eine Nähmaschine. Er schenkt uns seinen Heiligen Geist. Ohne die Gaben des Heiligen Geistes könnten wir nicht Christen sein, so ähnlich wie wir ohne Traktor kein Traktorfahrer sein könnten. Gott will von uns nur eines, dass wir ihn brauchen. Wie viele Male zeigen wir aber Gott, dass wir seine Gaben brauchen? Lieber lösen wir alle unsere Probleme selbst.

Die Harmonika hilft den Menschen ein guter Musiker zu werden, die Nähmaschine braucht der Schneider für seine Arbeit und wir bedürfen des Heiligen Geistes, um Kinder Gottes zu werden. Was machen wir mit den Gaben des Heiligen Geistes? Brauchen wir die Gaben des Heiligen Geistes? Viele glauben nur an sich selbst, Napoleon glaubte an sich selbst und auch Hitler und Stalin. Vermutlich hören manche Menschen nicht auf die Stimme des Heiligen Geistes. Ohne Gott gibt es auch kein Gewissen, nur Chaos, Hass und Tod. Angst erfüllt mich, wenn ich beobachte, wie selbstbewusst die Menschen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Das kann nur zu Problemen führen. Es muss uns klar sein: Wenn die Menschheit Jesus, seine Lehre und die Gaben des Heiligen Geistes nicht brauchen würde, wäre Jesus nicht Mensch geworden. Gott macht nie  Sachen, die vergeblich sind. Viele meinen aber, ohne Gott leben zu können. Es ist ja möglich, zu arbeiten, zu studieren, Karriere zu machen, ein Haus zu bauen, aber das alles macht das Herz nicht ruhig. Die Welt schafft nichts ohne Christus. Menschen vergrößern die Geschwindigkeit, sie vervielfachen die Kraft, aber sie vergrößern auch den Schmerz. Der Mensch muss an Gott glauben, mit seinen Gaben zusammenarbeiten, damit das Leben Sinn hat, damit sein Leben Zukunft hat.  Es gibt Menschen, die behaupten, dass das Christentum überholt ist, dass es den modernen Menschen nicht geben kann. Das ist eine naive Behauptung. Jesus schenkt uns Zukunft. Er gibt unserem Leben Sinn. Wir können nicht über unseren eigenen Schatten springen. Jesus befreit uns von Angst, er schenkt uns die wahre Freude, auch dann, wenn wir in unserem Leben zu leiden haben.

Bei der Seligsprechung des Italieners Claudius Granzotto, der von  1900- 1947 lebte,  sagte der verstorbene Papst  Johannes Paulus II diese Worte: Die Liebe zu Christus und der Dienst für Gottes Reich  war in seinem Leben  immer anwesend. Er war der Letzte von zehn Kindern. In der Familie erlernte er die Ehrfurcht Gott gegenüber, eine großmütige Solidarität, die Bereitschaft zu Opfern. Er studierte an der Akademie der Kunst in Venedig. Er wurde Professor der Bildhauerei und Holzschnitzerei. Nach ein paar Jahren war ihm seine Karriere, die er im künstlerischen Bereich erlangt hat, nicht mehr wichtig und  er trat bei den Franziskanern ein. Er war großer Marienverehrer. Zu ihrer Ehre gestaltete er 4 Grotten nach dem Vorbild der Grotte in Lourdes. Er versuchte die unendliche Schönheit Gottes durch die Bildhauerei und Schnitzerei zu äußern. Darin war er ein wirklicher Meister. Seine Heiligkeit ,, erstrahlte“ in dem Moment auf,  als er das Leiden und den Tod annahm, dadurch wurde er vereinigt mit Christus Kreuz. Dank dessen wurde er  ein Vorbild der Ergebenheit an Gott, für die Künstler ein Vorbild in der Suche nach Gottes Schönheit und für die Kranken ein Vorbild für die Vereinigung mit dem leidenden Christus. Er hat seine Gaben, seine Fähigkeiten, die er von Gott bekommen hat, zur Ehre Gottes und der Menschen verwendet. Beten wir heute: Herr, ich danke Dir für deine Gaben, die du mir gibst. Du willst, dass ich ein Kind Gottes werde. Wie wenig dankbar bin ich Dir dafür. Ich weiß, dass ich Dich brauche. Ich will nicht mehr ohne Dich leben!

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