Weihnachten ist immer aktuell.
Einführung
Keine anderen Feste wurden in unseren Gewohnheiten, Liedern und überhaupt in unserer Kultur so dauerhaft eingebürgert wie Weihnachten. Sicher hat der Mensch den Eindruck, dass Weihnachten nur eine Tradition ist, in der in den letzten Jahrzehnten der Konsumgeist dominiert. Aber scheint es Ihnen nicht, dass Weihnachten, obwohl es für viele nur aus Weihnachtsbaum, Geschenken und gutem Essen besteht, uns auf etwas Tiefes in der menschlichen Seele aufmerksam macht? Auf die Sehnsucht nach etwas Reinem, Großem, Gutem, Gerechtem.
Predigt
Brüder und Schwestern,
Das Kind in der Krippe kam für alle Menschen, ja, auch für dich. Weil Gott, dank seiner Unendlichkeit, weiß, in diesem Kind zu jedem Menschen sich zu nähern, so als ob er das einzige Geschöpf im ganzen Weltraum wäre. Du bist für ihn viel wichtiger, als du dir vorstellen kannst. Du bist sein Sohn. Durch das Kind von Betlehem bietet er dir seine Freundschaft, Verzeihung und Liebe an. Schau ins Gesicht dieses Kindes und sei dir bewusst, dass Jesus darum kam, damit er in dir das Beste erweckt. Das Weihnachtsfest ist unweigerlich mit Geschenken verbunden. Was ist die Symbolik dieser Geschenke? Nicht vielleicht das Bild dessen, dass wir, die ganze menschliche Familie , ein Geschenk des unendlichen Werts in der Person Jesu Christi bekommen haben? Und das darum, damit jeder von uns sich ohne Bedenken ihm nähern konnte. Gott stellt sich vor wie ein Kind. Und zu wem hat der Mensch unvermittelteren Zutritt als zu einem Kind? Das Kind weckt die Anschmiegsamkeit und die Liebe. Direkt bietet es sich dem Menschen an. Nimm mich in die Arme. Dieses Kind klopft heute an das Herz jedes Einzelnen von uns. In seinem Liebreiz zeigt sich der Liebreiz Gottes.
Bruder und Schwester. Nun ist der Moment des Heiles. Empfange dieses Kind! Lade es zu dir ein. Und plötzlich nimmst du wahr, dass es das ist, wonach du dich schon lange sehnst. Man kann alles ersetzen, aber nicht es. Mache heute den ersten Schritt. Ich weiß, dass diese Entscheidung für dich schwer ist, so wie es ist, aus einem Flugzeug ohne Fallschirm zu springen. Und du wirst sehen, dass du in seine Arme fallen wirst und du wirst spüren, dass auch für dich Weihnachten kommt. Langsam wirst du dein Leben ändern. Und du wirst ohne gleichen Frieden und Freude gewinnen. Dann wirst du wahrnehmen, dass du viele Brüder und Schwestern hast, die in dieselbe Richtung schreiten wie du. Jesus wurde in der dunkelsten Nacht geboren. Er stieg bis zum Boden der Schlucht des menschlichen Elends. Und diejenige, die er dort gefunden hat, hatte, wie die Ersten, Anteil an seinem Erlösungswerk. Jesus hat die Menschen mit dunkler Vergangenheit nicht gemieden. Im Gegenteil, er suchte sie aus. Er zeigte ihnen einen neuen Lebensweg, aber niemanden, der diesem Weg zu folgen hatte. Er kannte das Werk seiner Hände /den Menschen/ und erwartete nicht, dass der Mensch von Abend zu Morgen sich ändern würde. Jesus kam zu den Menschen nicht als Richter. Er hatte die klare Vorstellung von seiner Aufgabe. Zu Nikodemus sagte er: Gott hat seinen Sohn in die Welt nicht gesandt, damit er die Welt, sondern damit die Welt durch ihn selig werde. Joh 3,17. Der kommunistische Dichter Bertolt Brecht konnte Jesus nicht die Vorwürfe machen , dass Jesus die Versenkungen des Lebens und seine dunklen Zonen vermied. Er hat geschrieben : Und man sieht die im Lichte, die im Dunkle sieht man nicht. B. Brecht Werke II 497. Aber Jesus wusste etwas , was Brecht und ihm ähnliche Revolutionäre nicht fähig waren zu begreifen, nämlich dass die tiefste, dunkelste und schrecklichste Nacht in den menschlichen Herzen und Seelen herrscht. Jesus hat nie aus seinem Blick seine vorrangige Aufgabe verloren. Den Menschen vom geistlichen Elend zu befreien, denn von diesem Elend stammt alles Böse in der Welt. Auch da ist die Rede von Weihnachten. Diese Rede ist allen bestimmt. Denjenigen, die schon Christus folgen, aber auch denjenigen, die noch zögern, Jesus zu folgen. Möge Weihnachten der Sieg des Lichts bedeuten in den Winkeln der Seele, die noch immer dunkel sind. In Kürze wird sich das Weihnachtsgeheimnis in der heiligen Messe erneuern. Jesus wird bei uns sein und wir alle werden ihn in unseren Seelen willkommen heißen. Die Weihnachtskrippe wird unser Herz werden. Sein Eintritt in uns wird für uns das teuerste Geschenk. Und das wird gleichzeitig die geeignetste Gelegenheit, ihm unsere Bitten um seine ständige Anwesenheit in unserem Leben und in unseren Familien vorzulegen. Und unter anderen Fürbitten sprechen wir auch diese Fürbitte aus. Jesuskind , für deine Geburt bitte ich dich um die Gnade des Lichts des Glaubens für jemanden, der dich sucht, aber dich noch nicht gefunden hat. Und darum geht es. Jesus will nicht ewig in der Krippe bleiben. Er will in unser Leben eintreten und in ihm wirken.