7. Sonntag C der Osterzeit Joh 17, 20-26

Jesu Gebet für die Einheit –

Einführung

Wenn jemand im Krankenhaus liegt und weiß, dass ihm niemand helfen kann und dass er sterben wird, denkt er in diesem Moment nicht an unwesentliche Dinge, sondern an das Wichtigste. Jesus befand sich in einer ähnlichen Situation. Darum denkt er an die Dinge, oder anders gesagt, er betet dafür, die ihm am wichtigsten waren.

Predigt

Was war Jesus in diesem Moment am wichtigsten, am teuersten? Wir könnten meinen, dass es seine Mutter war. Er betete für sie, damit der himmlische Vater sie in ihrer Einsamkeit stärkt. Aber schauen wir genauer hin. Jesus betete vor seinem Tod nicht für seine Mutter. Er betete: „Ich bete für die, die durch dein Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ Aus diesem Gebet geht hervor, wie sehr Jesus an seinen Gläubigen liegt. Das hat er schon vorher gezeigt. Einmal predigte Jesus in einem Haus. Es waren sehr viele Leute da. Da sagte jemand zu Jesus: „Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden.“ Jesus sah die Menschen an, die in seiner Nähe standen, und sagte: „Meine Mutter und meine Brüder sind diejenigen, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“
Ein anderes Mal rief eine Frau aus der Menge. „Selig ist das Leben, das dich getragen hat, und selig sind die Brüste, die du genossen hast.” Jesus antwortete: „Sicher. Aber noch seliger sind diejenigen, die das Wort Gottes hören und es halten. Wir sehen, dass Jesus für die Einheit der Gläubigen betet. Daraus folgt, dass die Einheit der Gläubigen für Jesus sehr wichtig war. Jesus nennt drei Gründe, warum die Einheit der Gläubigen so wichtig ist. Die erste Ursache ist die Einheit in Gott. In Gott gibt es zwischen den drei göttlichen Personen absolute Liebe und somit auch absolute Einheit. Und diese Einheit in Gott ist der Grund für die Einheit der Menschen. Der zweite Grund ist, dass auch sie in uns eins seien. Das heißt, Gott will, dass wir in ihm sind. Er will, dass Gottes Liebe und Einheit auch in uns strömen. Aber kann elektrische Energie durch einen unterbrochenen Draht fließen? Ebenso kann Gottes Liebe nicht fließen, wenn es unter uns keine Einheit gibt. Jede Isolation ist nicht nur ein Hindernis für elektrischen Strom, sondern auch für die Strömung Gottes Liebe in uns. Schließlich gibt es noch einen dritten, missionarischen Grund. Damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Die Liebe und die Einheit der Christen. Die Liebe und Einheit der ersten Christen haben die Heiden für das Christentum gewonnen. Wenn wir Christen die heutige Welt für Christus gewinnen wollen, müssen die Liebe und Einheit unter uns sichtbar sein. Im vierten Kapitel der Apostelgeschichte lesen wir. Die  Menge derer  aber, die gläubig  geworden, war ein Herz  und  eine Seele, und auch nicht  einer sagte, dass  etwas  von seiner  Habe sein eigen wäre., sondern sie  hatten  alles  gemeinsam
Apostelgeschichte 4,32. Sie  können jetzt denken. Gott,  wie weit  weg  sind wir von ihnen,wie weit  sind wir  von der Einheit entfernt,  die Jesus  so sehr  am Herzen liegte. Seien wir aber nicht ohne  Hoffnung. Weil wir  nicht genug Kraft  Jesus bietet uns zwei Mittel zur Einheit, wenn wir die Fähigkeit zur Einheit haben. Das erste ist das Gebet für die Einheit. Die Einheit muss uns wichtig sein. Wir beten für Gesundheit, Erfolg und Glück. Wir müssen lernen, auch für die Einheit zu beten. Das zweite Mittel ist das „Brot der Einheit”. Der heilige Paulus schreibt im ersten Brief an die Korinther (10,17): „Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen; denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot.”   Diese beiden Mittel haben die ersten Christen wirklich vereint. Erst wenn die Heilige Kommunion für uns zur Nahrung der Liebe und Einheit wird, erreichen wir diese. Wir können nicht zufrieden sein mit einer formalen Einheit. Der bekannte Theologe fragt:  „Haben Sie jemanden zum Mittagessen eingeladen, mit dem Sie zusammen an der heiligen Kommunion waren?” Weil es eine schwere Forderung ist, fragt Evely. Haben Sie die Person begrüßt, mit der Sie in der heiligen Messe waren? Sie sagen, wir kennen uns nicht, es wäre unhöflich. Aber ist es nicht höflich, wenn sich Touristen in den Bergen begrüßen, obwohl sie sich nicht kennen? Christen, die gemeinsam die heilige Messe besucht haben, haben das Recht, sich zu begrüßen. Doch in der Messe wurde gesagt … Wir sind doch alle Brüder und Schwestern. Was für Brüder und Schwestern sind wir, wenn wir uns nicht einmal grüßen? Ist das nicht heuchlerisch? Wenn wir kein Interesse aneinander haben? Im heutigen Evangelium bittet Jesus seinen himmlischen Vater fünfmal darum, dass wir eins sind. Die Einheit war ihm sehr wichtig. Und das ist unsere Aufgabe, die sich daraus ergibt. Wir sollen die Einheit unter uns um jeden Preis unterstützen und alles vermeiden, was diese stört.