Pfingsten C

Pfingsten 2019 Die Geburt der Kirche

Einführung

Heute feiern wir das Pfingstfest, das Herankommen des Heiligen Geistes. Das, was mit der Christusgeburt und  durch  seine Wirkung begann und durch seinen Tod und  seine  Auferstehung zum Gipfel gelangte. Jesus  zeigte als Gott, dass er  uns  unendlich  liebt. Das war bestätigt am  Pfingstfest. Der  Heilige  Geist bildet  ein neues  Gottesvolk  aus, das sich  in der ganzen Welt verbreitet soll.

Predigt

Leider wird dieses Fest oft  wenig gewürdigt. Zu Weihnachten gaben sich  die Menschen Geschenke.  Die  Krippe und der Weihnachtsbaum   vermitteln  uns  den Zauber von Weihnachten. An Ostern erinnern  uns    die  gemalten  Eier und die Grüße, die  sich  die  Menschen  aufeinander senden, an die  Freude  der Auferstehung. Zum Pfingstfest bemerkte  die Post keine  Zunahme  der  Korrespondenz. Auch in den Schaufenstern  ist dieses  Fest  nicht  zu erkennen.  Und  doch  ist  das  Pfingstfest der berühmte Tag. Das ist der Tag  der Geburt der Kirche. Es ist möglich, dass  dieses Fest so  wenig  gewürdigt wird,  weil die Kirche  so wenig  gewürdigt wird.   Wenn wir heute um uns schauen, müssen wir gestehen, dass die Kirche  von den Menschen   wenig oder falsch  begriffen wird. Viele denken, dass  die Kirche  eine verknöcherte  Institution ist, die überhaupt   nicht  in die heutige  Zeit  passt. Viele sagen, dass die Kirche  nur  für die Kinder und   die alten Leute ist. Für die Menschen im produktiven  Alter  ist die Kirche zum Nichts. Vorbehalten  gegen die  Kirche   ist genug.  Im Sinne  vieler Menschen  ist die Kirche   mit der Ketzerverbrennung und   der Inquisition  verbunden. Mit der Verbreitung des Evangeliums durch Gewalt. Wir  hören    oft     diese Rede, und diejenige   die  diese Sachen   sagen, schöpfen  ihre Kenntnisse  ausschließlich aus Boulevard-Presse Sicher können wir alle diese  Vorwürfe    ablegen    und als  unwahrhaften ,  ungerechten  ablegen. Viele  Wirklichkeiten   in den  Geschichten   der Kirchen      sind    unser Schmerz. Die Vergangenheit  können wir  nicht. Wir aber  können eine wichtige   Sache machen.  Wir  können  mit  der Erneuerung   der Kirche   bei uns  beginnen.   Weil wir die Kirche sind. Klar sagt das zweite  vatikanische Konzil in der  Enzyklika  „Lumen gentium“. Die Kirche  Christi  ist wirklich  in allen Versammlungen der Gläubigen. In diesen  Versammlungen, obwohl  sie klein   sind , ist  Christus  anwesend.  Durch seine  Kraft ist  eine  heilige, allgemeine, apostolische  Kirche  vereinigt.  Aus den örtlichen  Kirchen  setzt sich die einzige  Kirche  Christi zusammen. Wenn wir  diese Aussagen  des Konzils   ernst nehmen , dann werden wir nicht  auf diejenige dort  oben warten, die etwa  ändern sollte. Also warten wir nicht auf den Papst oder den Bischof, damit sie uns ausführlich sagen. Oft können sie unsere Probleme nicht lösen; sie leben weit von uns entfernt.  Wir selbst müssen Initiative haben. Eines ist sicher: Die Obrigkeit nur zu kritisieren  und  nichts zu tun, ist sicher nicht der richtige Weg. Für unser  christliches Leben  ist es wesentlich, dass  wir  wie die ersten Christen leben, von denen die Apostelgeschichte   spricht. Sie hatten ein Herz und eine Seele. Es ist wichtig, dass wir uns  regelmäßig im Namen Christi versammeln, um Gottes Wort  für unser Leben zu hören. Ja, heute ist der Mangel  an Priestern. Es  gibt  die Pfarreien, in denen  der Priester  nicht jeden Sonntag kommen kann, aber das kann nicht die Entschuldigung  für  die  Teilnahmlosigkeit   am sonntäglichen   Gottesdienst sein. Wir können uns  unter der Führung   eines  Diakons oder eines Laien versammeln. Gott ist bei der  Erteilung  der Gnaden nicht nur  auf die  heilige Messe beschränkt. In unserem Leben geht es darum, im Geist Christi zu leben und zu handeln. In der Arbeit,  in  der Familie. Schwierig wird wir das alleine zu verwirklichen.  Darum ist es wichtig, dass wir Christen uns regelmäßig versammeln und im Geist des Evangeliums  über unser Leben  nachdenken. Es ist nicht möglich, den Glauben  zu übergeben, weil er ein Gottesgeschenk ist. Aber es ist möglich , den Inhalt des Glaubens an Christus zu übergeben. Die Erkenntnis Christi durch unser Leben. Es setzt die Christen voraus, die ihren Glauben gut kennen  und vor allem aus dem Glauben leben. Die Kirche wird  morgen, übermorgen nur dann leben,  wenn in ihr lebendige Christen leben werden, die einzeln und gemeinsam ihren Glauben bekennen und überleben werden. Es sind notwendig die Männer und Frauen, die den ganzen Tag im Gottes­Gegenwart leben, die sich mit Christus ließen, die mit Christus hingerissen ließen. Wie Priester, Mönche, Ordensschwestern. Die priesterliche Weihe befähigt den Priester, die Sakramente als Zeichen der wirksamen Nähe Gottes  zu feiern, und vereint die Tätigkeit der Gläubigen. Das kann  er aber nicht selbst erreichen. Und das, was der heilige Augustinus einmal sagte: „Mit euch bin ich Christen, für euch bin ich Bischof“, ist auch heute gültig. Im Ersten ist meine Hoffnung, im Zweiten meine Gefahr. Nur dann, wenn ein Priester durch das Gebet und die Gemeinschaft seiner Gläubigen gestärkt ist, kann er seinen Dienst ausüben. Das heutige Fest ist für uns die Erinnerung daran, dass jeder von uns die Gaben des Heiligen Geistes empfängt und dass jeder von uns dazu beitragen kann und soll, damit Christus Kirche auch in unserer Gemeinschaft lebt. Bitten wir den Heiligen Geist, damit er uns führt und bestärkt.