14. Sonntag 2019: Frieden zu tragen
Einführung
Jeder von uns kennt viele Menschen.Aber zu allen Menschen haben wir nicht die gleiche Beziehung. Es gibt die Menschen, die wir gern haben, und schon der Gedanke an sie erfüllt uns mit Freude. Und wenn sie uns besuchen, glaube ich, dass wir für sie Zeit finden, auch wenn wir viel Arbeit haben. Aber es gibt Menschen, die wir vermeiden, und wenn wir ihre Namen hören, haben wir ein schlechtes Gefühl. Wo von hängt das ab?
Predigt
Ob wir uns auf die Begegnung mit einigen Menschen freuen oder nicht, hängt davon ab, welche Erfahrungen wir mit ihnen gemacht haben.Wenn wir über die Erfahrungen sprechen,sprechen wir über die Gefühle. Das Zusammentreffen mit jedem Menschen hinterließ in uns Gefühle. Positiv oder negativ. Manchmal wissen wir, warum wir manche Menschen ablehnen. Zum Beispiel benahmen sie sich uns gegenüber gewaltsam oder überheblich.Ein anderes Mal wissen wir das nicht.Einfach fühlen wir das so und wir wissen,dass unsere Gefühle uns nicht lügen. Ein Autor äußerte das so. Die Menschen vergessen, was du ihnen gesagt hast; sie vergessen, was du für sie getan hast,aber sie vergessen nicht,wie sie sich in deiner Anwesenheit fühlen. Aber ist es gut und richtig, wenn wir bei der Einstellung zu anderen Menschen uns nur von den Gefühlen führen lassen? Manchmal ist das richtig, manchmal falsch. Die Gefühle sind für uns die Gaben Gottes. Er hat sie uns gegeben, damit wir nicht in eine Situation geraten, die für uns gefährlich sein könnte. Aber wir können uns nicht immer nach unseren Gefühlen richten, weil wir uns mit den Leuten treffen und zusammenarbeiten müssen, ohne Rücksicht darauf, ob sie uns sympathisch oder unsympathisch finden. Wir verbinden uns einfach gegenseitig. Wir hängen einfach voneinander ab. Wir können uns nicht immer nach unseren Gefühlen richten. Wir müssen uns selbst verleugnen und uns gegenüber den Menschen anständig und großzügig verhalten.Der weitere Grund, weshalb wir nicht nur von Gefühlen führen lassen, ist für uns Christen unser Glaube. Sein Kern ist die Liebe, und die Liebe in ihrem Wesen ist nicht das Gefühl, sondern die Entscheidung des Willens, das zu tun, was richtig ist, obwohl das Gefühl uns etwas anderes sagt. Zum Beispiel sagt die Liebe der Mutter, dass es richtig ist , dass ihr Kind eine Spritze bekommt, damit es wieder gesund wird, aber ihr Gefühl ist dagegen, weil die Mutter weiß, dass die Spritze dem Kind weh tut und es weinen wird. Aber auch andere Beispiele. Der Glaube lehrt uns, unsere Feinde zu lieben, auch wenn uns unsere Gefühle etwas anderes sagen. Trotzdem bleibt der Wert der Gefühle in unserer geistlichen Formation. Wir sollen uns nicht fragen, ob wir zu den Menschen gehen sollen, die uns unsympathisch sind, die uns irritieren, die in uns negative Emotionen hervorrufen. Eher sollten wir uns fragen, was ich tun soll,damit die Menschen in meiner Anwesenheit sich wohlfühlen, damit sie mich nicht meiden, damit ich der Mensch bin, der in den Menschen positive Gefühle hervorruft. Die Antwort auf diese Frage gibt uns Jesus im heutigen Evangelium. Unter anderem sagt Jesus. In welches Haus ihr irgend eintretet, da sprecht zuerst . Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede darauf ruhen, wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren. Lk 10,6. Was bedeuten diese Worte? Das. Wenn wir zu den Menschen gehen, wollen wir, dass aus unserer Begegnung ein gutes Gefühl, gegenseitige Sympathie und auch Offenheit für unser Wort entstehen. Und dieser Friede ist das Ergebnis unserer Formation in Jesu Schule. Ist das das Ergebnis der Wirkung Jesu in unserem Leben? Solcher Friede ist nichts, was man vorspielen oder spielen kann. Aber in sich Frieden zu haben, versichert uns noch nicht, dass die Menschen uns aufnehmen werden. Zu dieser Situation sagt Jesus. Und sie euch nicht aufnehmen, so geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht. Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Füßen haftet,schütteln wir gegen euch ab. Und noch etwas sagt uns das heutige Evangelium. Unser Apostolat, zu dem wir Christen berufen sind, beruht nicht auf unseren Worten, sondern auf dem Beispiel unseres Lebens. Schön äußert sich das Beispiel aus dem Leben des heiligen Franziskus von Assisi. Franziskus sagte dem Bruder Juni per. Bruder, gehen wir predigen. Juni per sagte. Vater, du weißt, dass ich nicht viel kann. Wie kann ich predigen? Als Franziskus drängte, gingen sie schließlich. Sie gingen durch die ganze Stadt und beteten leise für alle. Sie lächelten den Kindern zu. Hier und da tauschten sie ein Wort mit den Älteren. Sanftmütig redeten die Kranken an. Sie halfen einer Frau dabei, einen schweren Wasserbehälter abzutragen. Dann sagte Franziskus. Bruder Juni per . Es ist an der Zeit, ins Kloster zurückzukehren. Und wann werden wir predigen? Wir haben schon gepredigt“, antwortete Franziskus mit einem Lächeln. Und das ist die Wahrheit. Wenn du Parfüm in der Tasche hast, musst du nicht jedem davon erzählen. Der Duft spricht für sich. Die beste Predigt ist das Beispiel unseres Lebens. Aber wenn das Beispiel unseres nicht gut ist, wird auch die schönste Predigt keine Wirkung haben.