Heiligster Name Mariens Lk 1,26-38

Jesus, der Mensch geworden aus Maria, sei mit euch.

Heute  feiern wir, das  Namesfest  der seligsten  Jungfrau Maria. Gott selbst  befahl  der  heiligen  Jungfrau  nach ihrer Geburt den Namen  Maria  zu geben,  um dadurch  anzudeuten, welches  Heil alle Geschlechter  der Erde von dieser  Jungfrau einstens  zu  erwarten  hätten. Dieser  Name hat  eine  ganz  besondere  Bedeutung. Darüber werde ich heute sprechen.

Jesus, du hast  Maria in  besonderer Weise  begnadet. Herr, erbarme dich unser.

Im Schoße  der  Gnadeerfüllten bist du Mensch geworden. Christus, erbarme  dich unser.

Du hast  Maria ausgezeichnet  vor allen  anderen Frauen. Herr, erbarme dich unser.

Maria bedeutet nach der Auslegung der heiligen Kirchenväter so viel als Meerestern. Das sagt uns zur Genüge, was Maria für uns Christen sei. Die auf dem großen Meere fuhren, bedürften fortwährend eines Sternes, der ihnen das Ziel ihrer Reise zeigt, die Bahn beleuchte, dass sie sich nicht verirren. Diesen Stern nennen sie den Meerestern. Maria zeigt uns unsere wahre Heimat, das Ziel unserer Pilgerfahrt. Sie, die gute Mutter, ist uns mit ihrem göttlichen Sohn vorausgegangen, um unser Seelenheil bei Gott vorzubereiten und uns Wohnungen zu bereiten.

Maria zeigt uns den Weg zu unserer wahren Heimat und ist die schönste Leuchte auf diesem Weg. Ihr frommer Lebenswandel ist diese Leuchte. Sie leuchtet allen durch ihre schönen Tugenden. Blicken wir also auf Maria, den Meeresstern, wenn wir den rechten Weg zum Himmel finden wollen. So zeigt uns Maria, der Meeresstern, unsere wahre Heimat und den Weg, der in dieselbe führt. Aber Maria leistet uns noch andere gute Dienste. Auf unseren Lebenswellen kann es nämlich an mancherlei Beschwerden und Gefahren nicht fehlen, wie auf dem stürmischen Meer. Dort gibt es mehr davon. Hier sind es bald Sorgen, die das Schifflein unseres Herzens schaukeln, bald sind es Unglückswellen, die über uns zusammenschlagen. Doch mögen die Stürme toben und die Wellen brausen, wie sie wollen, Maria verlässt uns nicht. Sie hat die Mühsal dieses Lebens selbst weit mehr erfahren als irgend ein Mensch. Darum versagt sie niemandem, der sich in der Not an sie wendet. Für wen sie bittet, der wird gewiss Erhörung, Hilfe und Rettung finden.  Die vielen Denkmäler, Kapellen und Statuen, die aus Dankbarkeit gebaut wurden, bezeugen dies unwidersprüchlich. Wie viele Tausende Kranke und Betrübte haben durch ihre Fürbitte Trost erhalten. Der hl. Johannes Damascenus spricht davon.  Alle haben Anlass, Mariens Barmherzigkeit laut zu loben und zu preisen. Dasselbe bezeugt auch die hl. Theresia von Avila aus ihrer eigenen Erfahrung, indem sie schreibt: „In allen Umständen, in denen ich mich Maria empfohlen habe, erfuhr ich die Wirkung ihres mächtigen Schutzes.” Und der hl. Franz von Sales versichert, dass er den Seelenfrieden, der ihm lange abgegangen ist, endlich durch die Fürbitte Mariä erlangt habe. Der heilige Bernhard schreibt: „Wer auf diesem Lebensmeer so hart bedrängt ist, dass er mehr durch Stürme und Ungewitter hin- und hergeworfen wird, als auf festem Boden einherzugehen, der wende nicht ab seine Augen von dem Glanze dieses Sternes, wenn er nicht will, dass er von den Wellen begraben wird.”

Mit  Jesu Worten und  in der Kraft  des  Geistes  lasst uns  zum  Vater rufen:

In Christus  erkennen wir  den Vater und finden Einheit  und Frieden mit Gott und  untereinander. Deshalb  bitten wir:

Selig, die  nicht sehen  und doch glauben.