2. Adventsonntag C Lk 3,1-6

2. Adventsonntag 2021

Einführung.

In den kalten Dezembertagen erleben wir alle, wie notwendig ist, gut gepflegte Wege und Straßen zu haben , wenn sich der Schnee plötzlich in einen unangenehmen „Schneematsch“ oder sogar in eine Eislaufbahn verwandelt. Wo Gehwege gepflegt und gepflügt sind, fühlen wir uns sicher, wir schauen uns um und müssen nicht ständig in Stress und Angst vor Stürzen leben.

Predigt.

Interessanterweise ist im heutigen Evangelium auch von Gehwegen  und Straßen die Rede. Johannes der Täufer rief aus: Bereitet den Weg des Herrn. Ebnet ihm die Straßen . Zur Zeit des Johannes gab es keine Spur von den Wegen und Straßen, die wir heute kennen, Johannes meint mit diesen Begriffen die Wege und Straßen, die zu den Seelen seiner Zuhörer führen. Seine Worte gelten auch für uns: Bereite auch du den Weg des Herrn, bahne ihm einen geraden Pfad in deine Seele, mach den Weg befahrbar und sicher. Die Worte des Johannes wurden von seinen Zuhörern mit Verwunderung aufgenommen, und vielleicht wundern wir uns auch über sie, und wir wundern uns in unseren Gedanken: Ist so viel Prunk in der Vorweihnachtszeit nötig? Wie wird sie sich von der letztjährigen unterscheiden? Wir wissen nicht, wie viele Menschen am  Weihnachten  in die Kirche kommen werden; vielleicht werden wir weniger   Geschenke und  Essen haben. Warum? Covid 19 ist immer hier. Aber ist das wichtig? 

Am Weihnachten spielt es keine Rolle, wie viel Essen wir haben, wie viele Geschenke wir bekommen oder welche Art von Geschenken wir bekommen. Wir können sehen, dass die Werbung vor Weihnachten auf Hochtouren läuft. Aber kann ein solches Weihnachtsfest, das nur auf materielle Dinge ausgerichtet ist, uns wirklich glücklich machen? Sicherlich nicht! Das ist der Grund, warum wir uns überhaupt um die geistigen Werte von Weihnachten kümmern sollten. Wir müssen uns daran erinnern, wessen Geburt und Ankunft in der Welt wir gedenken. Es ist Jesus Christus, der Sohn Gottes! Stellen Sie sich einmal vor, wenn ein wichtiger Politiker unser Land besucht, welche Vorbereitungen werden dann getroffen? Wie viel Geld kostet es die Steuerzahler und wie viel Mühe kostet es diejenigen, die die Veranstaltung vorbereiten? Oder für eine Familie, wenn ein wertvoller Besucher kommt. Wie viel Mühe und schlaflose Nächte kostet es, nur damit sie sich wohl fühlt und glücklich ist?

Und nun stellen Sie sich vor, dass der wertvollste, größte und herrlichste Gast, der über allen Gästen steht, bald eintreffen wird! Würden wir nicht den Weg ihm bereiten? Im Gegenteil, diese Vorbereitungen müssen großartig sein. Meine ganze Seele, mein ganzes Inneres, soll auf sein Kommen vorbereitet werden. Johannes der Täufer zeigt uns, worin diese Vorbereitung besteht. Er ruft uns zur Umkehr und zum Glauben an das Evangelium auf. Büßen  bedeutet, Buße zu tun. Das bisherige böse Leben mit all seinen Lastern, Begierden und seiner Sinnlichkeit zu verlassen und einen neuen Weg einzuschlagen. Auf dem Weg des Guten, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. Aus ganz Judäa und Jerusalem kamen Menschen zu Johannes, die in die Wellen des Jordans stiegen und ihre Sünden bekannten. Und das ist auch unsere Aufgabe in der Adventszeit. Eine Kirche zu besuchen, um in den Beichtstuhl zu gehen und unsere Sünden zu beichten. Wenn wir sie gebeichtet und aufrichtig bereut haben, werden wir alle Hindernisse auf dem Weg zu unserer Seele beseitigen: Wir werden die Sümpfe austrocknen, die Steine wegwerfen und die Gruben ebnen, damit der Weg für Jesus zu unserer Seele gerade, breit, bequem und sicher wird.

Wenn wir alle Hindernisse auf dem Weg zu unserer Seele aus dem Weg räumen, dann werden uns die Augen geöffnet und das Evangelium Jesu wird zur freudigsten Botschaft für uns. In ihm finden wir den Sinn des Lebens, das Rezept für Heiligkeit, und das Evangelium wird nicht mehr etwas sein, das uns nur befehlen oder binden will, sondern es wird zum Sinn und Ziel unseres Lebens. Was ist abschließend hinzuzufügen? Sooft  wir die Sünde beseitigen  und anfangen, ein Leben nach dem Evangelium zu führen, brauchen wir uns unseres Weges nicht zu schämen, denn er wird bereit sein für die Ankunft Christi. Dann stört es uns auch nicht mehr, dass an Weihnachten nicht so viele Geschenke unter dem Baum liegen und es kein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken gibt. Wir werden anders  glücklich sein! Wir werden eine reiche geistliche Weihnachten erleben, wenn Christus in unseren Herzen, in unseren Seelen und in unseren Familien geboren wird.

Aber das wird nur geschehen, wenn wir den Ruf Johannes des Täufers erfüllen: Bereitet den Weg des Herrn, ebnet ihm die Straßen! Dieser Weg wird durch Reue und den Glauben an das Evangelium vorbereitet. Sehen Sie, wie ein ehemaliger englischer Minister den Weg des Herrn in seinem Herzen vorbereitet hat. Er war moralisch sehr tief gefallen und hatte solche Verbrechen und Laster begangen, dass er für ganz England ein Skandal war. Er bereute jedoch seine Fehler und begann, öffentlich Buße zu tun. Er kümmerte sich um die hilflosen und verlassenen Menschen in den ärmsten Vierteln Londons, half bei der Rehabilitierung von Kriminellen und Gefangenen, stand mit einer Geldkassette auf der Straße und sammelte Almosen für die Armen. Er vollzog diese Bußhandlungen genau in den Vierteln, aus denen seine Geliebte stammte. Auch wir sollen Buße tun und uns an das Evangelium halten. Das ist die Vorbereitung des Weges für den Herrn. Lasst uns auch diese zweite Adventswoche in diesem Sinne leben und versuchen, so viele Hindernisse wie möglich ist aus dem Weg zu unserer Seele zu räumen, die den Herrn daran hindern, unsere Seele  betreten.



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