31. Dezember, Joh 1,1-18.Silvester

Silvester – ein kurzer Name für einen Tag, aber eine lange Zeit, um das Gewissen zu prüfen. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich nicht an den Punkt kommen werde, an dem wir hier und jetzt unser Gewissen befragen und ein Jahr lang Rechenschaft ablegen … das wird in ein paar Stunden vorbei und Geschichte sein. Wir sind auf eine andere Welle eingestimmt, eine Welle der Vorbereitung, um eine besondere Nacht des Abschieds und der Begrüßung zu erleben.

Jesus, du bist vor Anfang der Welt. Herr, erbarme dich unser.

Du bist das Licht in unserer  Finsternis. Christus, erbarme  dich unser.

Du gabst  uns  die Macht, Kinder Gottes zu werden. Herr, erbarme dich unser.

Und doch, als ich feststellte, dass ein weiteres Jahr hinter uns liegt, fischte ich wieder einmal im Teich der Gedanken meines Freundes: – Die meisten von uns ziehen, vielleicht mehr denn je, Bilanz über das, was das Jahr uns gebracht hat. Für die einen war es erfolgreich, für die anderen weniger erfolgreich. Aber wir sind immer noch hier, was bedeutet, dass unsere Aufgabe in dieser Welt noch nicht erfüllt ist. Und so einzigartig wie jeder von uns ist, so einzigartig ist auch unser irdischer Auftrag.

Viele fassen im Rausch der Gefühle zu dieser Zeit große Vorsätze. Ich sage nicht, dass das etwas Schlechtes ist, solange wir wirklich stark genug sind, aber ehrlich gesagt, können das nur wenige erahnen. Manchmal muss man sein Leben jedoch einfach Schritt für Schritt mit kleinen Vorsätzen ändern, anstatt einen großen zu fassen. Letztendlich wird ein Mensch auf diese Weise mehr positive Veränderungen durchmachen als nach einem einzigen großen Vorsatz jedes Jahr. Allerdings endet dies meist damit, dass wir nach einer Weile wieder in unsere tägliche Routine zurückkehren und keine Veränderung eingetreten ist. Nur, dass wir Gewissensbisse haben, weil wir uns selbst enttäuscht haben. Man sagt, dass „der Weg zur Hölle mit unerfüllten Vorsätzen gepflastert ist“, aber es ist auch wahr, dass „wenn man in kleinen Dingen verantwortlich sein kann, kann man auch in großen Dingen verantwortlich sein“. Wie ich eingangs erwähnte, haben wir alle hier eine Aufgabe, wir müssen sie nur finden. Und es muss nicht nur eine große Heldentat sein. Manchmal kann schon ein kleines Lächeln oder selbstlose Hilfe das Schicksal eines Menschen verändern. Und so kann schon eine Kleinigkeit einen großen Unterschied machen, das sollten wir nicht vergessen.

Wir haben ein neues Jahr vor uns. Es liegt auch an uns, wie es aussehen wird, ob es ein weiteres Jahr sein wird, das wir nur erleben, oder ob wir es wirklich leben werden. Wir müssen keine großen Dinge tun, wir müssen keine großen Vorsätze fassen, wir sollten jeden Augenblick unseres Lebens verantwortungsbewusst und nach bestem Wissen und Gewissen leben. Gott sieht in uns hinein, und es kommt nicht nur auf das Ergebnis an, sondern vor allem auf die Absicht. Es ist wichtig, dass wir nicht nur zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Neujahr über die Qualität unseres Lebens nachdenken, sondern auch, wenn wir unsere täglichen Sorgen und Freuden leben. Ich wünsche euch von Herzen, dass das kommende Jahr für jeden von euch wenigstens ein bisschen schöner, friedlicher und voller Liebe sein wird. Möge der Herr Sie segnen, Ihnen das Licht des Heiligen Geistes, Kraft, Ausdauer und Mut schenken, um sich selbst zu verändern, was die Welt verändern wird, wenn auch nur im Kleinen. Vielleicht ist es dann ein bisschen schöner und Sie ein bisschen zufriedener. Ihnen allen und Ihren Lieben wünsche ich ein „Frohes und liebevolles neues Jahr“.

Wir haben die Herrlichkeit Gottes geschaut. So wagen wir zum Vater zu beten. 

Da wir  ihn seinem Wort und Sakrament aufgenommen haben, bitten wir ihn  um seinen Frieden. 

Selig, die durch das Licht des Evangelium zum  Glauben kommen  und die Fülle des  Lebens  empfangen.

 

 

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